Berthold Körting (* 7. Juli 1839 in Hannover; † 6. April 1919 ebenda) war ein deutscher KaufmannWaldemar R. Röhrbein: Körting, Ernst. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 205. und Maschinenbau-Unternehmer.o. V.: Körting, Berthold in der Datenbank Niedersächsische Persönlichkeiten (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 24. Mai 2017Abweichend nennt die Bibliothek (siehe dort) allerdings das Geburtsdatum „6. Juli“Vergleiche die Angaben in der Deutschen Biographie
Leben Berthold Körting war ein Mitglied der seit dem Jahr 1650 nachgewiesenen Familie Körting. Er war ein Sohn des ersten Direktors der hannoverschen Gaswerke Friedrich Ernst Körting (1803–1882) und dessen Ehefrau Sophie (1802–1869), Tochter des Hofmöbeltischlers Joh. Heinrich Meyer in Hannover und dessen Ehefrau Catharine Sophie Amalie geb. Corneils. Er war ein Bruder des späteren Gaswerkdirektors Leonhard Körting und des Ingenieurs und Unternehmers Ernst Körting. Die Kunstgewerblerin und Innenarchitektin Fia Wille war seine Tochter.
Berthold Körting gründete 1871 gemeinsam mit seinem Bruder Ernst das Unternehmen Gebrüder Körting, das vor allem Injektoren sowie „Dampfstrahl- und Wasserstrahlpumpen zur Vakuumerzeugung und zum Fördern von Gasen und Flüssigkeiten sowie Strahlkondensatoren“ produzierte. Während Ernst Körting als Ingenieur für den technischen Bereich zuständig war, leitete Berthold Körting das Unternehmen im kaufmännischen Bereich mit großem Erfolg. 1872 wurden Berthold Körting (Mitgliedsnummer 1995) und sein Bruder Ernst (Mitgliedsnummer 1996) Mitglieder im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bzw. des Hannoverschen Bezirksvereins des VDI.
Berthold Körting betrieb eine für die damalige Zeit sehr effektive Werbung für die Produkte und Innovationen seines Unternehmens. Später übernahm er im zur Aktiengesellschaft umgewandelten Unternehmen den Vorsitz im Aufsichtsrat, für seine Verdienste wurde er mit dem Ehrentitel eines (königlich preußischen) Geheimen Kommerzienrats ausgezeichnet.
Am 30. November 1887 waren „[...] Wilhelm Peter Berding, Eduard und Ernst Meyer, Berthold Körting und die Herren Königswarter, Breul, Jänecke, Prinzhorn und Schwarz“ Begründer des Fabrikanten-Vereins Hannover-Linden, des späteren Industrie-Club Hannovero. V.: 1887–1889 auf der Seite industrieclub-hannover.de, zuletzt abgerufen am 24. Mai 2017, der laut dem Adressbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover von 1888 die „[...] Stärkung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitern“ bezweckte und in dem Körting einer der Vorstände war.Vergleiche Kopie des Adressbuches von 1888, Abschnitt Abth. II, Vereine, S. 123; Dieter Tasch (Bearb.): Vom Fabrikanten-Verein zum Industrie-Club. Ein Jahrhundert hannoverscher Wirtschaft 1887 1987. (hrsg. vom Industrie-Club Hannover e. V. anlässlich des 100-jährigen Bestehens) Hannover 1987, S. 12. 1890 baute das Unternehmen die Werkssiedlung Körtingsdorf bei Bornum.
Körting erlegte als Jäger in den Tropen Afrikas wilde Tiere, seine Trophäensammlung stellte er auf der 27. Wanderausstellung der Deutschen Kolonialgesellschaft bei der am 18. Juni 1914 in Hannover eröffneten Kolonialwirtschaftlichen Ausstellung aus. Der Ausstellung waren auch die zum Erlegen des Wildes von Körting benutzten „Selbstspanner-Doppelbüchsen“ des Hof-Büchsenmachers Heinrich Scherping beigegeben.Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Hannover. In: Deutsche Kolonialzeitung, Organ der Deutschen Kolonialgesellschaft, 31. Jahrgang 1914, Nr. 26 (vom 27. Juni 1914), S. 426. (Digitalisat über die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Literatur Wilhelm Rothert: Allgemeine Hannoversche Biographie. Band 1, Hannoversche Männer und Frauen seit 1866. Sponholtz, Hannover 1912, S. 205. Berthold Körting: Jagden am oberen Nil. Tagebuch. Georg Müller, München / Leipzig 1914. (Vorschau bei Google Bücher)
Archivalien Archivalien von und über Berthold Körting finden sich beispielsweise als „vermutlich“ an Körting adressierten und zur Zeit des Ersten Weltkriegs am 20. November 1915 datierten handschriftlich verfassten Brief des anglo-ägyptischen Generals und Gouverneurs österreichischer Herkunft und Forschungsreisenden Rudolf Carl von Slatin mit Briefkopf vom Fürsorge-Komitee des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene; Staatsbibliothek zu Berlin Handschriftenabteilung; Sammlung Darmstaedter, Signatur: Slg. Darmstaedter Afrika 1874: Slatin, Rudolf Karl von, Blatt 1-2Vergleiche die Angaben des Kalliope-Verbunds
Weblinks Körting, Berthold (1839–1919) im Kalliope-Verbund
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Kaufmann Kategorie:Aufsichtsratsvorsitzender (Deutschland) Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Geheimer Kommerzienrat Kategorie:Person (Calenberger Neustadt) Kategorie:Oststadt (Hannover) Kategorie:Badenstedt Kategorie:Unternehmer (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1919 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Verein Deutscher Ingenieure)