Auf der Jagd – Wem gehört die Natur? ist ein Kino-Dokumentarfilm der deutschen Regisseurin Alice Agneskirchner aus dem Jahr 2017.

Inhalt Der Film geht der Frage nach, wem die Natur in Deutschland gehört. Wem der Wald gehört, wem die wilden Tiere gehören, die darin leben, und welche Rechte sie haben. Und welche Rolle die Jagd in unserer heutigen Zeit spielt bzw. welche Aufgaben den Jägern noch zukommt. Der Film begleitet Jäger, Forstbeamte, eine Wildbiologin, Wolfsbeauftragte und Landwirte bei ihrer täglichen Arbeit und fängt dabei ihre Definition von Natur ein. Aufwendig gedrehte Tier- und Landschaftsbilder ergänzen diese Positionen und bilden die Schönheit der deutschen Natur und der Wildtiere in Deutschland ab. Ein Fokus liegt hier besonders auf der Gams sowie auf Wölfen und Rotwild.

Mit sechs Jägerinnen vom Stamm der Algonquin in Kanada gibt es im Film einen kurzen Beitrag.

Hintergrund Der Film ist eine Produktion von Broadview TV in Zusammenarbeit mit dem ZDF und Arte, gefördert mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW, des FilmFernsehFonds Bayern, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Deutschen Filmförderfonds.

Kritiken Wolfgang Kornder, 1. Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereines Bayern, kritisiert den Film in einer Pressemitteilung als „einseitig“ und voll von „Heuchelei“. Er gehe einseitig von jagdlich interessantem Wild und einer bestimmten Art von Jagd aus und vernachlässige dabei die Gemeinwohl- und Produktionsfunktion des Waldes. Der Film vertrete die Partialinteressen einer an Jagdtrophäen orientierten Jagd und stelle den Wald hintan.

Der Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky stellt in einer Rezension des Films „Falschaussagen“ zur Zuständigkeit der Behörden fest und kritisiert Aussagen zu den derzeitigen Schalenwildbeständen in Bayern als Fehleinschätzung, so etwa die zu einem angeblich im Bestand bedrohten bayerischen Gamswild, namentlich durch Christine Miller. Der Film verfehle seinen selbstgesetzten Anspruch, ein Dokumentarfilm zu sein. Wotschikowsky: „Statt objektive Fakten vermittelt er einseitige, auch sachlich eindeutig falsche Botschaften.“ Regisseurin Alice Agneskichner habe „nicht die nötige kritische Distanz zu ihrem Stoff“ und sei bei der Produktion des Films „schlecht beraten“ gewesen.

Auch aus naturschutzfachlicher Sicht kommt massive Kritik. So schreibt Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung: „(…) leider führt er bei den zentralen Fragen der Ankündigung (Wem gehört die Natur? Den Tieren? Den Menschen? Oder sollte sie einfach sich selbst überlassen sein? Und gibt es sie überhaupt noch, die unberührte Natur?) in die Irre und blendet in teilweise naiver Weise fast alles aus, was in den letzten 100 Jahren dazu geforscht, geschrieben und an Fortschritten erkämpft wurde.“

Die Rezeption in der Presse war hingegen positiv.

Preise und Nominierungen 2018: Preisträger des "CIC Kommunikationspreis" vom Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in der Kategorie "Filmpreis" 2018: Preisträger auf dem Green Screen Naturfilmfestival in der Kategorie "Beste Postproduktion" 2018: Nominierung für den Deutschen Naturfilmpreis

Weblinks

Offizielle Homepage zum Film

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2017 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Kanadischer Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Jagd im Film Kategorie:Naturfilm Kategorie:Wirtschaftskritischer Film