Visimar, auch Wisimar (gest. um 335) war ein König der Vandalen aus dem Geschlecht der Asdingen im 4. Jahrhundert. Zu Visimar liegen nur wenige antike Nachrichten vor, dennoch gilt er als einer der frühen Könige der Vandalen.

Die gotisch-vandalischen Asdingen siedelten bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. in Pannonien am Nordrand des Karpatenbeckens auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens und Ungarns. Archäologisch ist eine zeitgleiche Expansion der Przeworsk-Kultur in diese Region nachweisbar.Wojciech Nowakoswki: Die Germanen in der polnischen Archäologie. In: Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme. Darmstadt 2021, S. 465–479, hier S. 474. Die Zugehörigkeit des Asdingen zu den Vandalen findet sich jedoch erst in spätantiken Quellen. Auch Visimars asdingisches VandalengebietVgl. Jordanes, Getica 22, 113–114. In: . umfasste Teile des heutigen Siebenbürgens in Rumänien, der Region an der Theiß in der Ukraine und einen Teil der damaligen römischen Provinz Dakien.

Dass die Asdingen unter ihren Königen Raptus und Raus in Pannonien während der Markomannenkriege des römischen Kaisers Marcus Aurelius an der Nordgrenze der Provinz Dakien in Kämpfe mit dem Römischen Reich verwickelt waren, überliefern die spätantiken Nachrichten des oströmischen Geschichtsschreiber Cassius Dio sowie des Diplomaten Petrus Patricius aus Ostrom.Vgl. Cassius Dio 71,12; vgl. Petrus Patricius, Fragment 7. In: Karl Müller et al. (Hrsg.): Fragmenta historicorum graecorum. Band 4. Paris 1851 (Digitalisat), S. 186. Der römische Militärstatthalter Sextus Cornelius Clemens erlaubte ihnen zwar keine Ansiedlung im Bereich der Römer, aber er unterstützte sie indirekt dabei, das angrenzende Land der Kostoboken einzunehmen. Markus Aurelius schloss etwas später mit den Asdingen einen Vertrag (feudus), der ihnen Land und Geld zusicherte.Jan Bulas: Friend or foe? The political relations between inhabitants of the Upper Tisza region and the Roman Empire at the end of the 2nd and the 3rd century AD, in the light of archaeological and historical sources. In: Hans-Ulrich Voß, Alexander Rubel (Hrsg.): Experiencing the Frontier and the Frontier of Experience: Barbarian perspectives and Roman strategies to deal with new threats. Oxford 2020, S. 37–55 (Digitalisat), hier S. 43.

Zur Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts werden vandalische Asdingen neben gotischen Terwingen als militärische Bündnispartner des greutungischen Königs Ostrogotha genannt.Vgl. Jordanes: Getica. 16, 91. - In: ; bei Astringis handelt es sich um einen Lesefehler in der Handschrift (vgl. ). Der spätantike oströmische Geschichtsschreiber Jordanes berichtet, dass sie Kriegerkontingente zu Ostrogotha sandten, um ihn in seinem Kampf gegen die Römer zu unterstützen.Vgl.

Auch für die Regierungszeit Konstantins des Großen im 4. Jahrhundert sind die Siedlungsgebiete der Asdingen in Pannonien bezeugt. Um 335 n. Chr. kämpften Visimars Asdingen höchstwahrscheinlich als Verbündete Konstantins gegen die Goten Geberichs, als diese an der Donaugrenze ins römische Reich durchbrachen. König Visimar verlor wohl in diesen kriegerischen Auseinandersetzungen sein Leben.

Visimar wird nur von Jordanes in den Getica genannt, der ihn als König (rex Vandalorum) aus dem Geschlecht der vandalischen Asdingen (Asdingorum stirpe) bezeichnet.Vgl. ; vgl. Visimar eorum rege qui Asdingorum stirpe (...) Richard Wünsch (Übers.): Johannes Lydos, De magistratibus populi Romani libri tres 3,55; In: Ioannis Lydi De magistratibus populi Romani libri tres. Leipzig 1903 (Digitalisat). – Nachdruck 1967; vgl. Johann Kaspar Zeuß: Die Deutschen und die Nachbarstämme. München 1837 (Digitalisat) 461 (vgl. S. 73–74).

Anmerkungen

Literatur . . Ludwig Schmidt: Geschichte der Wandalen. 2. Ausgabe. Leipzig 1901. S. 12 und S. 33. Christian Courtois: Les Vandales et l’Afrique. Paris 1955 (Digitalisat), Nachdruck Aalen 1964.

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