Bardenitz ist ein OrtsteilAuflistung als Ortsteil von Treuenbrietzen im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 5. Mai 2026 der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geographische Lage und Gliederung mini|Naturschutzgebiet Zarth Bardenitz liegt südöstlich des Stadtzentrums und damit an der Verbindung der beiden großräumigen Landschaften des Glogau-Baruther Urstromtals sowie des Flämings. Im Norden befinden sich die Gemeinde Niebelhorst sowie das angrenzende Naturschutzgebiet Zarth. Es folgen im Uhrzeigersinn Felgentreu, ein Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, die Stadt Luckenwalde mit dem Naturschutzgebiet Forst Zinna–Jüterbog–Keilberg, der Ortsteil Malterhausen der Gemeinde Niedergörsdorf sowie der Treuenbrietzener Ortsteil Frohnsdorf. Die Gemarkung erstreckt sich im Wesentlichen entlang der Landstraße 812, die in Nord-Süd-Richtung durch den Ort verläuft. Sie ist auch gleichzeitig – von einigen Landwegen wie dem Bardenitzer Weg abgesehen – die einzige nennenswerte Verbindung zu den Nachbargemeinden.
Im westlichen Teil der Gemarkung durchläuft das namensgebende Bardenitzer Fließ, eine historische Bezeichnung für einen Wasserlauf. Es entwässert über den Pommerenkenteich und weitere Gräben in die Nieplitz, einem linker Nebenfluss der Nuthe. Zu Bardenitz gehören die südlich bzw. östlich gelegenen Gemeindeteile Klausdorf und Pechüle.
Geschichte Frühzeit bis 15. Jahrhundert mini|Dorfkirche Bardenitz Nördlich der Gemarkung liegen die Reste einer slawischen Niederungsburg mit einem Durchmesser von 70 bis 80 Metern, die von Archäologen auf das 8. bis 10. Jahrhundert datiert wurde. Ebenso im Norden liegt die wüste Feldmark Wendemark. Bardenitz selbst wurde im Jahr 1268 erstmals in seiner heute noch gebräuchlichen Schreibweise urkundlich erwähnt, als Richard von Zerbst es an das Kloster Zinna veräußerte.Informationstafel: Stadt Treuenbrietzen – Bardenitz/Pechüle, an der Dorfstraße, Mai 2017. Den Zisterziensermönchen ist es zu verdanken, dass in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts sowohl in Bardenitz wie auch in Pechüle zwei stattliche Feldsteinkirchen entstanden, die Dorfkirche Bardenitz und die Dorfkirche Pechüle. In dieser Zeit erschienen im Jahr 1321/1331 ein henningus de bardenytz in Jüterbog. Eine weitere urkundliche Erwähnung existiert aus dem Jahr 1329 quondam sculteti in bardenyz, mit dem ein Schultheiß gemeint war. Dieser wurde zwei Jahre später neben den Einwohnern von villanos de Bardenitz und einer Mühle erneut erwähnt. Im Landbuch Karls IV. war lediglich ein Kirchdorf ohne Angaben einer Hufenanzahl verzeichnet. Im Jahr 1413 wurden die 38 Einwohner, darunter ein Richter, ein Pfarrer, ein Küster, ein Krüger und der Müller von brandenburgischen Adeligen unter Führung der Quitzows beraubt. Sie nahmen 15 Pferde, 407 Rinder, 740 Schafe und 154 Schweine mit. Der Schaden betrug 494 Schock und 30 böhmische Groschen (gr). Sieben Jahre später wurde wiederum lediglich das Dorf (villa) erwähnt. Detaillierte Angaben liegen aus dem Jahr 1480 vor. In Bardenitz lebte der Schulze mit zwei Dorfhufen, die er zum Lehen besaß, weiterhin zwei Wendemarkhufen und 1 Morgen (Mg) Land zum Lehngut. Es gab weiterhin 17 Zweidorfhufner, von denen jeder wiederum zwei Wendemarkhufen besaß. Einer gab Zinsen von einem halben Kossätenhof, ein weiterer einen Groschen für einen Kossätenhof, der zum Hufnerhof gemacht wurde. Der Krüger besaß eine Dorfhufe und eine Wendemarkhufe; der Küsterhof gab der Kirche Einkünfte aus einer Wiesenfläche. Außerdem gab es 15 Kossäten. Einer besaß eine Dorf- und zwei Wendemarkhufen, einer zwei Wendemarkhufen sowie eine Wiese, dessen Erträge er der Kirche übergab. Vier weitere Kossäten gaben ihre Erträge aus den Wiesenflächen ebenfalls an die Kirche. Der Müller besaß eine erbliche Mühle. Bardenitz war mittlerweile 43 Hufen groß, davon lagen zwei beim Dorfschulzen und eine beim Pfarrer. Die verbleibenden 40 Hufen lagen auf der Wendemark, von denen jeder Hufner zwei Hufen besaß; der Pfarrer und der Krüger jeweils eine. Zwei weitere Hufen erbrachten einen Ertrag von zwei Groschen. Zur Gemeinde zählte ein Waldstück, das Lynewitz genannt wurde und zwischen Bardenitz und Klausdorf lag. Die Kirche konnte auf Einnahmen einer Wiese zurückgreifen, die als Waschbeke bezeichnet wurde, musste hierfür allerdings Abgaben an den Rat zu Treuenbrietzen leisten. Sie besaß allerdings noch drei weitere Wiesenflächen, von denen eine Affgeteikent genannt wurde und sich unterhalb der Klosterwiesen befand.
16. Jahrhundert Im Jahr 1534 betrugen die Abgaben 50 Rheinische Gulden (fl) 7 gr und 2 Pfennig (d) zum 50. Pfenning. Nach der Reformation übernahm im Jahr 1553 das Amt Zinna das Dorf „mit allem Recht und Patronat“. Bardenitz bestand im Jahr 1562 aus 36 Hauswirten (Familien). Der Pfarrer besaß eine Hufe sowie eine wüst liegende Hufe auf der Wendemark, die ums 9. Jahr besät wurde. Er erhielt weiterhin die 30. Mandel Kornzehnten, des Fleischzehnten und erwirtschaftete 1 Mg Wiesenwachs. Die Kirche besaß mehrere Wiesen, darunter eine Bauerwiese, eine Mittelwiese, die Gottesgehre sowie eine Fläche, die die Bezeichnung abgezeichnet trug und im vorherigen Jahrhundert noch als Affgeteikent geführt wurde. Hinzu kamen Mg Land. Der Küster erhielt 36 Scheffel 10 Metzen Roggen von den Bauern, 52 Brote sowie zwei Eier von jeder Person, die zum Gottesdienst erschien. Weitere Angaben liegen aus dem Jahr 1568 vor. Demzufolge besaß der Schulze zwei Dorfhufen zum Lehen, zwei Wendemarkhufen und 1 Mg Land zum Lehngut. Es gab 18 Zweidorfhufner, die jeder je zwei Wendemarkhufen besaßen, während der Krüger und der Pfarrhof über je eine Dorfhufe und je eine Wendemarkhufe verfügten. Der Küsterhof war mit einem Mann namens Peter Crüger besetzt. Es gab 15 Kossäten, von denen einer zwei Wendemarkhufen besaß. Vier weitere Kossäten gaben jeder der Kirche von ihrer Wiese. Die Mühle war nach wie vor im erblichen Besitz. Im Jahr 1584 lebten im Dorf nach wie vor 36 Hauswirte sowie der Pfarrer. Sie zahlten 26 Taler, die Mühle 2 Taler zum 70. Pfenning (1586).
17. Jahrhundert Um 1600 lebten im Dorf nach wie vor 36 Hauswirte; 1609 waren es der Dorfschulze, 20 Hufner und 15 Kossäten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Hälfte des Dorfes zerstört („wüst und abgebrannt“). Zuvor lebten dort 35 besessene Mann: Der Lehnmann sowie 18 Hufner, ein Halbhufner und 15 Kossäten. Der Schulze besaß vier Gerichtslehnhufen sowie zwölf einzelne Stücke im Zarth auf Brietzischer Jurisdiktion und zinste von 3 Mg Wiese. Von den 17 Viererbhufnern besaß einer drei Stücke in Zarth, zwei hatten je sechs Endgen Land im Zarth. Der Krüger besaß zwei Erbhufen, zwölf Stücke im Zarth und einem Garten „hinterm Haus“, während die 14 Gärtner je einen Garten besaßen; ein weiterer noch eine Sandhufe, einer sechs Stücke Acker im Zarth. Bardenitz war mittlerweile 80 Hufen groß, darunter vier Lehnhufen und zwei Pfarrhufen. Die 40 Hufen auf der Wendemark wurden offenbar nicht mehr bewirtschaftet; sie „taugen nichts und sind lauter Sand“. Der Pfarrer erhielt die 30. Mandel und zwölf Rauchhühner; außerdem besaß er einen Weinberg. Der Küster bekam 37 Scheffel Roggen, 32 Brote und erneut von jeder Person, die den Gottesdienst besuchte, zwei Eier. Im Zuge der Reformation schwand der Einfluss der Mönche, bis schließlich 1680 der letzte Verwalter des Bistums Magdeburg verstarb. Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ die Gemarkung besetzen und verleibte sie Preußen ein. Im Jahr 1684 gab es in Bardenitz 35 Güter, in denen der Lehnschulze, 18 Ganzhufner, ein Halbhufner und 15 Kossäten wohnten. Allerdings waren von diesen 15 Höfen nur 13 besetzt. Eine detaillierte Statistik aus dem Jahr 1686 zeigt auf, dass mittlerweile 20 Hufner im Bardenitz lebten. Hinzu kamen die bereits erwähnten 13 Kossäten. Der Dorfschulze besaß zwei Hufen zu 30 Scheffel Aussaat, 7 Fuder Heu, eine Wohnung, einen Garten und das Recht, Schafe zu halten und Viehzucht zu betreiben. Von den 14 Zweihufnern hatte jeder 30 Scheffel Aussaat, 7 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht. Vier weitere Zweihufner kamen auf 30 Scheffel Aussaat, 6 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht. Der Halbhufner war gleichzeitig auch der Braukrüger. Er hatte eine Hufe zu 13 Scheffel Aussaat und leistete Abgaben aus dem Brauen und der Herstellung von Branntwein. Er kam auf 6 Fuder Heu, besaß eine Wohnung, Garten Hütung und Viehzucht. Drei Kossäten hatten jeder 1 Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Hütung und Viehzucht, ein Kossät kam auf 1 Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Garten und Hütung, leistete aber Abgaben aus einem Handwerk. Ein weiterer Kossät war auch als Schneider tätig. Er hatte 1 Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht, ein anderer 3 Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht. Zwei andere Kossäten waren Tischler, gaben von ihrem Handwerk und hatten Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Hütung und Viehzucht. Zwei andere Kossäten kamen ebenfalls auf je Scheffel Aussaat, 2 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht; einer leistete noch Abgaben aus einem Gewerbe. Ein anderer Kossät hatte Scheffel Aussaat, 3 Fuder Heu, Wohnung, Garten, Hütung und Viehzucht. Der Pfarrer bewirtschaftete einen Kossätenhof.
18. Jahrhundert mini|Hermannsmühle Im Jahr 1727 lebten im Dorf der Lehnschulze, 18 Hufner, ein Halbhufner und 14 Kossäten. Es gab mittlerweile eine eigene Schmiede. Ein Jahr später brachten es die 20 Bauern auf 39 Hufen zu 26 Wispel 12 Scheffel Aussaat, die 16 Kossäten auf 1 Wispel 8 Metzen Aussaat. Zehn Jahre später berichtete eine Statistik von 19 Vierhufnern, darunter der Lehnschulze, einem Zweihufner sowie 15 Kossäten. Der Müller war verstorben; seine Witwe lebte in Bardenitz. Im Jahr 1745 muss die Mühle wieder besetzt gewesen sein; sie wird mit zwei Gängen beschrieben. Es gab weiterhin 19 Hufner, einen Halbhufner und 15 Kossäten. Zusätzlich war eine Papiermühle entstanden, die Hermannsmühle. Es gab einen Pfarrer und einen Heideläufer. Bis 1747 hatte sich die Struktur mit 20 erblichen Bauern und 14 erblichen Kossäten nur unwesentlich verändert. 1748 kamen neun Pfälzer in die Region und belebten den Nachbarort Klausdorf neu. Dies führte zu einer Auseinandersetzung mit Pechüler Bauern, die das Land für die Viehzucht bislang genutzt hatten. Der Streit konnte erst durch den Einsatz von zwanzig Grenadieren aus Treuenbrietzen beigelegt werden. Ein Jahr später lebten im Dorf 20 Vollspänner, 15 Kossäten und sechs Häusler auf 39 Hufen. Eine Statistik aus den Jahren 1749/1755 wies für das Dorf 19 Hufner, darunter den Lehnschulzen, einen Zweihufner (den Krüger) sowie 15 Kossäten, einen Papiermüller sowie vier Büdner aus (darunter drei Musketiere). Nähere Angaben liegen aus dem Jahr 1772 vor. Demzufolge gab es 20 Hufner (darunter den Schulzen), 15 Kossäten, vier Büdner, einen Pastor, den Schulmeister, einen Papiermüller, einen Wassermüller, einen Kuhhirten und einen Schäfer. Es gab 40 Männer und 45 Frauen sowie neun alte Männer und 13 alte Frauen. 18 Söhne waren über, 23 unter zehn Jahre. 33 Töchter waren über 10 Jahre alt, 21 unter 10 Jahre. Es gab weiterhin 38 Knechte, 16 Mägde und mehrere Einlieger: vier Männer, sechs Frauen, vier Söhne und drei Töchter. Eine Statistik aus dem Jahr 1791 führte 18 Bauern, einen Halbspänner, 15 Kossäten, vier Büdner, zwölf Hausleute oder Einlieger, einen Prediger, einen Müller und eine Schmiede auf. Im Dorf wurden 47 Feuerstellen (=Haushalte) betrieben.
19. Jahrhundert