Graßahof ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Deining im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Geographie Die Einöde liegt im Oberpfälzer Jura auf circa nordwestlich des Gemeindesitzes auf einem Vorsprung der Albhochfläche, die hier steil gegen das Vorland im Westen abbricht.
Geschichte In den Aufzeichnungen des Schultheißenamts Neumarkt des Jahres 1617 wird der Graßahof erstmals mit "ein zipflein holltz in Graßa" urkundlich erwähnt. Die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hat für den Einödhof auch eine Namenserklärung erarbeitet. Danach ist das frühneuhochdeutsche Wort "grassach" mit der Bedeutung "belaubtes Astwerk von Nadelbäumen" namensgebend. Somit handelt es sich wohl um den "Hof, auf dem das aufgeschichtete Astholz gelagert wird".
Dass sich der Name des Ortes von den Groß von Altenburg ableiten soll, die in Deining saßen, bevor sie sich in Nürnberg niederließenJohann Nepomuk v. Löwenthal, Geschichte des Schultheißenamts und der Stadt Neumarkt, München 1805, S. 13 ist demnach nicht mehr haltbar.
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte der Hof der Unteren Hofmark Deining; auf ihm saß die Familie Götz. Hochgerichtlich unterstand der Hof dem kurfürstlichen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 262
Im 19., teilweise noch im 20. Jahrhundert hieß die Einöde wechselnd „Großahof“, „Grashof“.Heinloth, S. 262, Fußnote 58; Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 708
Im Königreich Bayern (1806) wurde Graßahof dem Steuerdistrikt Oberbuchfeld zugeordnet. Bei der Gemeindebildung um 1810/20 kam die Einöde zur Ruralgemeinde Leutenbach, bei der sie bis zu deren Eingemeindung nach Deining am 1. Mai 1978 verblieb.Heinloth, S. 325; Großgemeinde Deining, S. 22
Einwohnerentwicklung 1861: 12 (3 Gebäude)Joseph Heyberger, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 708 1900: 20 (2 Wohngebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 866 1937: 10 (Protestanten)Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, S. 153 2003: 9Großgemeinde Deining, S. 20 2017: 10 2026: 11
Verkehrsanbindung Graßahof ist über eine Anliegerweg zu erreichen, die von der nach Neumarkt führenden Staatsstraße 2660 abzweigt.
Literatur 1978 – 2003 Großgemeinde Deining, Daßwang 2003.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Deining Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz