Der dritte Weltkrieg: Hauptschauplatz Deutschland (Originaltitel: The Third World War: August 1985) ist ein Roman des ehemaligen britischen Generals John Winthrop Hackett Junior aus dem Jahr 1978. In dem im Stil eines Geschichtsbuches geschriebenen Werk beschreibt Hackett eine fiktive militärische Auseinandersetzung zwischen den Streitkräften der NATO und des Warschauer Paktes, bei dem es auch zu einem begrenzten Einsatz von Atomwaffen kommt.
Inhalt Im Jahr 1985 hat die Sowjetunion mit zwei großen Problemen zu kämpfen: Zum einen steht das Land wirtschaftlich sehr schlecht da und zum anderen verlieren die Russen zunehmend die Kontrolle über ihre Paktstaaten. Daher beschließt das Politbüro der UdSSR, eine großangelegte Invasion auf Europa zu starten. Zunächst scheint die russische Offensive ein Erfolg zu werden, doch den Streitkräften der NATO ist der Warschauer Pakt auf die Dauer nicht gewachsen. Nach langen und verlustreichen Kämpfen gelingt es der NATO, den sowjetischen Vormarsch zu stoppen. Um der Welt zu beweisen, dass die UdSSR immer noch ein ernstzunehmender Gegner ist, zerstören die Russen die englische Stadt Birmingham durch eine Atomrakete. Im Gegenzug feuern ein amerikanisches und ein britisches U-Boot je zwei Atomraketen auf die sowjetische Stadt Minsk ab. Dies führt zu einem politischen Umbruch in der Sowjetunion und endet schließlich in deren Auflösung.
Vier Jahre später folgte das Buch The Third World War: The Untold Story, das einige aktuelle Entwicklungen der späten 1970er Jahre aufgreift und integriert.
Kapitel Morgendämmerung im August: die ersten Angriffe Die Welt im Jahr 1984 Konfliktherde: Mittlerer Osten und Afrika Der Westen wird aufmerksam Unruhe in Polen Kein Friede zu Weihnachten Gipfeltreffen und Nachwirkungen Heidelberg, 27. Juli 1985 Der Überfall auf Jugoslawien Sowjetische Planung Auf des Messers Schneide Die NATO-Streitkräfte Die Streitkräfte des Warschauer Paktes Das Spiel kann beginnen Die Mittelfront – Der Sturm bricht los Die Lage zur See Die Schlacht im Atlantik Der Krieg im erdnahen Weltraum Die Luftverteidigung Großbritanniens und über dem Ostatlantik Der Luftkrieg über dem Mittelabschnitt Die Mitte hält Daheim und der Krieg in einer Fernsehgesellschaft Lebenswichtige Randgebiete Europas: Der Mittlere Osten, Afrika und Asien Moskau entscheidet sich für Atomkrieg Die Zerstörung Birminghams Eine vernichtende Antwort Gedanken über einen Krieg Die Zukunft beginnt
Kapitel Morgendämmerung im August: die ersten Angriffe
Das erste KapitelJohn Hackett: Der dritte Weltkrieg. Hauptschauplatz Deutschland. (Titel der Originalausgabe: The Third World War. August 1985) Bertelsmann Verlag, 1989. S. 19ff. ISBN 978-3-570-01861-3. beschreibt die Situation einer Panzerabwehrkompanie des 11. Panzer-Kavallerie-Regiments, die den Kern der Deckungstruppen des V. US-Korps auf Höhe 402 bei Wildechvermutlich ist Wildeck in Hessen, Nähe der Zonengrenze gemeint bildet. Die Ereignisse beginnen in den frühen Morgenstunden des 4. August 1985. Die drei Züge der PzAbwKp beobachten aus getarnten Stellen an der Autobahn nach Bad Hersfeld, die Annäherung eines sowjetischen Panzerverbandes und erhalten unmittelbar danach den Feuerbefehl, den sie mit Shillelagh-Raketen, die von ihren Sheridan-Panzern aus bedient werden, ausführen. In das entstehende Feuergefecht greifen auch Cobra-Kampfhubschrauber des 11. ACR mit ein. Aufgrund der drückenden Übermacht muss sich die Panzerabwehrkompanie jedoch vom Feind lösen und sich auf die nächste Verzögerungslinie (VZL) zurückfallen lassen. Zeitgleich hat auch das 8th Royal Tank Regiment (8 RTR), den Deckungstruppen des I. BR-Korps unterstellt, nach Durchgabe des Codewortes BRAVO für den Bezug der scharfen GDPGeneral Defense Plan - NATO-Einsatzplan-Stellungen, Feindberührung mit T-72 Kampfpanzern. Des Weiteren wird ein Luftkampf zwischen F-15, Tornados und Mig-Jagdflugzeugen geschildert, der bei der zweiten Angriffswelle eines Kampfgeschwaders auf WAPA-Flugplätze entbrennt. Acht Maschinen starten im Tiefflug einen Angriff auf den NVA-Fliegerhorst Zerbst. Aufgrund des Fluges in niedriger Höhe und der hohen Geschwindigkeit, haben MiG-Jäger keine Möglichkeit, ihre Waffen zur Wirkung zu bringen. In einer anderen Szene sichert die 146. Luftabwehr-Batterie der Royal Artillery den Gefechtsstand des I. BR-Korps in der Nähe des Dorfes Nieder Einbeckenmöglicherweise ist die niedersächsische Kleinstadt Einbeck gemeint mit Rapier-Flugabwehrraketen. Auch eine Kampfgruppe der Irish Guards, eine Batterie schwerer M-107 175mm-Feldgeschütze und eine Panzerkompanie mit Leopard-2-KPz versuchen sich gegen die Invasion aus dem Osten zu stemmen. Von der kämpfenden Truppe wird der erste Kriegstag, vor allem aufgrund der ungewohnten Härte des neuen Kriegsalltags und der hohen Verluste, als Alptraum empfunden, und wegen der übermenschlichen Belastung in einem modernen Gefecht machen sich schnell Furcht und Panik breit.
Kapitel: Die Mittelfront – Der Sturm bricht los Den Kern des Buches bildet das zentrale Kapitel „Die Mittelfront – Der Sturm bricht los“. Hackett lässt die Bodenoffensive des WAPA (Warschauer Pakt) am Sonntag, den 4. August 1985 um 04:00 MEZJohn Hackett: Der dritte Weltkrieg. Hauptschauplatz Deutschland. (Titel der Originalausgabe: The Third World War. August 1985) Bertelsmann Verlag, 1989. S. 165ff. ISBN 978-3-570-01861-3. beginnen. Die Feindseligkeiten starten mit Angriffen auf US-amerikanische Kommunikationsverbindungen und Aufklärungssatelliten, die auf Seiten der NATO zu einem plötzlichen Ausfall der Überwachung führen. Elektronische und Radar-Störungen des WAPA hingegen sind wenig wirksam, da sich die ELOKA der NATO als technisch überlegen erweist. Flankiert werden diese Störmaßnahmen mit massiven Luftschlägen und Raketenangriffen mit HEHigh Explosive/Sprengbrand-Geschossen sowie C-Kampfstoffgranaten auf taktische Ziele wie Fliegerhorste, NATO-Befehlsstände, VersorgungsräumeHeeresnachschub, sowie auf HAWK- und NIKE-Flugabwehrraketenstellungen, um die gegnerische Luftverteidigung auszuschalten. C-Angriffe finden nur punktuell und an bestimmten Frontabschnitten statt. Der Gefechtsstreifen des US-Korps in Süddeutschland wird dabei bewusst ausgeklammert, da der WAPA von den Amerikanern eine mögliche Gegenreaktion, ebenfalls in Form von C-Kampfstoffen befürchtet. NORTHAG verfügt nicht über diese Möglichkeit, so dass in ihrem Abschnitt verstärkt, mit BM-21 Raketenwerfern, mit konventionellen Gefechtsköpfen bestückte FROG-Raketen, von Rohrartillerie verschossene oder durch Erdkampfflugzeuge mit Sprühtanks ausgebrachte, C-Kampfstoffe zur Anwendung kommen. Militärflugplätze werden dabei hauptsächlich mit Gelbkreuz, G-G für „Made in Germany“: Tabun (GA), Sarin (GB) und Soman (GD) und VVE – russisches VX und VX-Kampfstoffen bekämpft, wobei dadurch die Arbeiten des Bodenpersonals stark erschwert werden, da sämtliche Aktivitäten nur mit ABC-Vollschutz ausgeführt werden können. Auch die Leistungsfähigkeit der Infanterie nimmt unter diesen Bedingungen um bis zu 60 % ab. Während flüchtige C-Waffen nicht die gewünschte Wirkung zeigen, erweisen sich sesshafte Kampfstoffe als äußerst effektiv, da sie praktisch nicht entfernt werden können und lange Zeit in der kontaminierten Zone wirken.
Zeitgleich verüben im Hinterland Deutschlands subversive Einsatzgruppen (überwiegend von Spezialtruppen wie SpezNas-Kommandos) eine Reihe von Anschlägen auf militärische und zivile Einrichtungen, um die Infrastruktur des Landes zu schwächen. Die Sabotageangriffe erzielen jedoch nicht die gewünschte Wirkung, da sie zu 75 % vereitelt werden. Ein taktisch bedeutsamer Schlag auf das Hauptquartier der Northern Army Group (NORTHAG) scheitert.
Die eigentlichen Landoperationen am Tag 1 (D1) finden zunächst schwerpunktmäßig im Mittelabschnitt der NATO-Verteidigungslinie statt. Der geplante Überraschungsangriff des WAPA kommt nicht zum Tragen, da sämtliche NATO-Streitkräfte in ihren vorgeschobenen Stellungen bereits rechtzeitig alarmiert worden sind. Die Stellungen ihrer Heereseinheiten sind aufgelockert und weit auseinandergezogen, so dass sie kein lohnendes Atomziel bieten. Eine Stunde nach Angriffsbeginn erzielen vier starke WAPA-Panzerkeilegemeint sind vermutlich OMGs – Operative Manövergruppen des WAPA die ersten Einbrüche. Die Einbrüche werden durch schnell geöffnete Lücken in der Grenzverteidigung von Vorausgruppen in Regimentsstärke und einer nachfolgenden Panzerdivision geführt. Die 1. Staffel der Hauptstöße besteht aus T-72 Panzerregimentern auf einer, je nach Geländebeschaffenheit, Breite von zwei bis acht Kilometern. Hinter den Kampfpanzern folgen BMP-Schützenpanzer mit dem Auftrag, schwerpunktmäßig die NATO-Panzerabwehr niederzuhalten und auszuschalten. In der dritten Gefechtsordnung folgt dann Motorisierte Infanterie (meist ein Panzer- und drei Mot-Schützenregimenter), um in Masse den erzielten Durchbruchsabschnitt zu verbreitern.
SHAPE hat im Vorfeld, zu Beginn der Feindseligkeiten, mit einem starken Druck auf den gesamten Verteidigungsabschnitt gerechnet. Und erst im zweiten Schritt mit einer Schwerpunktbildung an definierten Durchbruchsabschnitten, sowie mit Scheinangriffen und aufklärenden Vorstößen, um Möglichkeiten für ein tiefes Durchdringen der NATO-Verteidigung aufzuspüren. Die Wucht des Angriffs an mehreren Durchbruchsstellen überrascht die NATO-Kommandostellen. Das Hauptaugenmerk liegt jetzt darin, möglichst frühzeitig zu erkennen, wo der WAPA seine Hauptangriffsachsen, beispielsweise der 3. Stoßarmee oder der 8. Gardearmee, herausbildet, um dort rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Die taktische Luftwaffe und die Luftverteidigung der NATO reagiert schnell auf den Vormarsch des WAPA und der COMAAFCE (Comander Allied Air Forces Central Europe – Befehlshaber Alliierte Luftstreitkräfte Europa-Mitte) befiehlt Counter-AirOffensive/Defensive Counter-Air (OCA/DCA): Maßnahmen, um den Gegner die Luftüberlegenheit zu nehmen Einsätze von F-15 Kampfflugzeugen, zumindest zeitweise, die Luftüberlegenheit zu erringen. Die entstehenden Gefechte sind von hoher Intensität. Um hartnäckigen Widerstand niederzukämpfen, setzt der WAPA bei der Luftnahunterstützung seiner Bodentruppen auch Napalm ein. Während Kampfpanzer das betroffene Gebiet meist zügig durchfahren können, kommt es bei NATO-Radfahrzeugen zu hohen Ausfällen. Dabei erleidet der WAPA ebenfalls eine hohe Ausfallquote an Jagdbombern, die einen weiteren verlustreichen Einsatz nicht mehr rechtfertigen. Auf Seiten der NATO stehen F-111 Aadvark, Buccaneers und Tornados bereit, die vom Einsatzkontingent der konventionellen Luftkriegsführung zurückgehalten werden, um gegebenenfalls taktische Atomwaffen einsetzen zu können.
Sowjetischen Luftlandetruppen gelingt es am Nachmittag des D1 einen Luftlandekopf bei Bremen zu gewinnen und eine US-Brigade am Flughafen Bremen zu zerschlagen. Weiter südlich durchbrechen drei Divisionen der 2. Gardepanzerarmee die schwache Verteidigungslinie des I. NL-Korps und stoßen weiter vor, um Verbindung mit dem Luftlandekopf Bremen aufzunehmen. Eine weitere Division der 2. Gardepanzerarmee, sowie zwei polnische Divisionen drehen in nördliche Richtung, nach Schleswig-Holstein, mit Ziel auf Kiel, ein. Diesem Verband sind für besondere Aufgaben die 6. Polnische Luftlandedivision sowie Spezial- und Marinetruppen aus Neuruppin und dem Luftsturmregiment 40 „Willy Sänger“ eingegliedert. Truppen des WAPA gelingt es, das Hamburg und Schleswig-Holstein verteidigende Korps LANDJUT, durch einen Vorstoß südlich der Elbe zu isolieren. Der Hamburger Senat bittet SHAPE, Hamburg zur „offenen Stadt“Stadt, die von Kriegshandlungen beider Seiten ausgenommen ist zu erklären, was nach Druck der Bundesregierung stattgegeben wird. Wenig später dringen NVA und die polnische Armee erfolgreich in Dänemark ein.