Die Saison 2017/18 der Österreichischen Eishockeyliga begann am 8. September 2017. Titelverteidiger waren die Vienna Capitals. Neuer Meister wurde zum zweiten Mal in fünf Spielzeiten der italienische Club HC Bozen mit einem 4:3-Finalsieg gegen den EC Red Bull Salzburg. Die Salzburger erreichten als bester österreichischer Klub ihren achten österreichischen Meistertitel.

Im Vorfeld Teilnehmende Mannschaften

Wie in den Jahren zuvor gab es wieder sehr früh Berichte um eine mögliche Erweiterung der Liga. Im Jänner 2017 wurde bekannt, dass der kroatische Club KHL Medveščak Zagreb um Wiederaufnahme angesucht hatte.Zagreb plant Rückkehr in nächster EBEL-Saison, Bericht auf orf.at vom 16. Jänner 2017. Der Club war bereits zwischen 2009 und 2013 in der EBEL aktiv gewesen und hatte zwischenzeitlich vier Jahre lang in der KHL gespielt. Kurz vor den Play-offs der Vorsaison wurde dies auch bestätigtZagreb wieder in der EBEL, Bericht auf www.kleinezeitung.at vom 15. März 2017; die Kroaten ersetzten damit den letzten verbliebenen slowenischen Ligaclub HDD Olimpija Ljubljana, der nach zehn Jahren aus der Liga ausgeschieden war und wenig später in Insolvenz ging. Die Laibacher hatten zuvor über Jahre hinweg mit Zahlungsproblemen und einer kaum konkurrenzfähigen Mannschaft zu kämpfen gehabt. Durch den Wechsel blieb die Anzahl der Teams gleich.Olimpija Ljubljana verlässt die EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 25. April 2017.

Mannschaft Vorjahresplatzierung Heimarena Kapazität Vienna Capitals Meister Erste Bank Arena 7.022 EC KAC Vizemeister Eissportzentrum Klagenfurt 5.088 EC Red Bull Salzburg Halbfinal-Out Eisarena Salzburg 2.500 HC Bozen Halbfinal-Out Eiswelle 7.200 HC Innsbruck Viertelfinal-Out Tiroler Wasserkraft Arena 3.200 EC Graz 99ers Viertelfinal-Out Eisstadion Graz-Liebenau 4.050 Orli Znojmo Viertelfinal-Out Nevoga Arena 5.500 EHC Black Wings Linz Viertelfinal-Out Keine Sorgen EisArena 5.088 Dornbirn Bulldogs Rang 9 Messestadion Dornbirn 4.270 EC VSV Rang 10 Stadthalle Villach 4.500 Fehérvár AV19 Rang 12 Eishalle Székesfehérvár 3.500 KHL Medveščak Zagreb neu in der Liga Dom sportova 6.358

Trainer Der EHC Linz löste in beidseitigem Einvernehmen nach insgesamt sechs Spielzeiten und einem Meistertitel in der Saison 2011/12 seinen Vertrag mit Cheftrainer Rob Daum aufBlack Wings trennen sich von Coach Rob Daum, Bericht auf kurier.at vom 13. März 2017. und verpflichtete Troy Ward als Nachfolger. Vorjahresfinalist EC KAC verpflichtete Steve Walker, nachdem Mike Pellegrims nach nur einer Saison in die Deutsche Eishockey Liga zur Düsseldorfer EG gewechselt war. Beim HC Bozen trat Pat Curcio die Nachfolge von Tom Pokel anPat Curcio ist der neue Headcoach, Bericht auf der Homepage des Vereins vom 15. Juni 2017, wurde seinerseits jedoch bereits im November wieder durch den Finnen Kai Suikkanen ersetzt.

Mannschaft Trainer Vienna Capitals Serge Aubin EC KAC Steve Walker, Bericht auf der KAC-Homepage vom 24. Mai 2017. EC Red Bull Salzburg Greg Poss HC Bozen Pat CurcioPat Curcio ist der neue Coach des HC Bozen, Bericht auf der Homepage des HC Bozen vom 15. Juni 2017. Kai Suikkanen (seit Ende November 2017)Der Finne Kai Suikkanen ist der neue Headcoach der Foxes, Bericht auf der Homepage des Vereins vom 28. November 2017. HC Innsbruck Rob Pallin EC Graz 99ers Doug Mason Orli Znojmo Roman Šimíček Miroslav Fryčer / Rostislav Dočekal (ab Februar 2018)Frycer mit Docekal gemeinsam als die Headcoachs bis zum Ende der Saison, Bericht auf der Homepage des Clubs vom 14. Februar 2018. EHC Black Wings Linz Troy Ward, Bericht auf der Black Wings Linz-Homepage vom 19. April 2017. Dornbirn Bulldogs Dave MacQueen EC VSV Greg Holst Markus Peintner (seit Dezember 2017)VSV trennt sich nach Niederlage von Trainer Greg Holst, Bericht auf kleinezeitung.at vom 4. Dezember 2017. Fehérvár AV19 Benoit Laporte Hannu Järvenpää (seit Dezember 2017)Hannu Järvenpää ist wieder in der EBEL zurück, Bericht auf hockeyfans.at vom 1. Dezember 2017. KHL Medveščak Zagreb Connor Cameron, Bericht auf der Website von Medveščak Zagreb vom 7. April 2017. Douglas Bradley (seit Dezember 2017)Zagreb reagiert, neuer Trainer bei den Bären, Bericht auf hockeyfans.at vom 24. Dezember 2017.

Modus Der Modus blieb gegenüber den Vorsaisonen unverändert. Es wurde zunächst ein Grunddurchgang mit 44 Spielen bestritten. Im Anschluss wurde das Teilnehmerfeld aufgeteilt; die sechs besten Teams waren automatisch für die Playoffs qualifiziert und bestritten eine Platzierungsrunde mit zehn Spielen um das Wahlrecht des Gegners für das Viertelfinale. Die übrigen sechs Teams spielten in der Qualifikationsrunde in zehn Spielen um die verbliebenen beiden Playoff-Plätze. In beiden Gruppen werden der Platzierung im Grunddurchgang folgend Bonuspunkte vergeben.

Die Playoffs wurden anschließend mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale jeweils im Modus Best of Seven gespielt.Homepage der EBEL, Modus

Berichte um einen möglichen Bestechungsversuch Im August 2017 wurden Berichte um einen möglichen Bestechungsversuch in der Vorsaison öffentlich. Der Laibacher Torhüter Jeff Frazee berichtete davon, sein Trainer sei vor dem letzten Spiel der Qualifikationsrunde von einem Funktionär des Konkurrenzclubs Orli Znojmo kontaktiert worden, welcher zu diesem Zeitpunkt noch Chancen auf eine Playoff-Teilnahme gehabt hatte, und um seinen »Preis« für eine Einflussnahme zugunsten der Tschechen gefragt worden. Die EBEL leitete nach Bekanntwerden der Angelegenheit entsprechende Schritte ein,, Bericht auf ring-hockey.at vom 9. August 2017. die jedoch in weiterer Folge (Stand: Dezember 2018) zu keinen (der Öffentlichkeit bekannt gegebenen) Ergebnissen führten.

Saisonvorbereitung Wie in den vorangegangenen Saisonen bildete auch in diesem Jahr die Champions Hockey League das wichtigste Turnier zur Saisonvorbereitung. Aus der EBEL waren hierfür der amtierende Meister Vienna Capitals, Vizemeister EC KAC sowie – als Zweiter der Platzierungsrunde – der EC Red Bull Salzburg qualifiziert. Darüber hinaus bestritten die Mannschaften eine Reihe von Clubturnieren.

Anmerkung: EBEL-Mannschaften sind fett dargestellt. + Übersicht über alle Vorbereitungsturniere Turnier Teilnehmer Ergebnisse Rudi-Hiti-Cup17. bis 18. August 2017vienna-capitals.at, Bericht auf der Homepage der Vienna Capitals. Vienna CapitalsEC KACEC Graz 99ersRapaces de Gap (Ligue Magnus)Lyon Hockey Club (Ligue Magnus)Stavanger Oilers (GET-ligaen)EC KAC – Lyon Hockey Club: 3:4EC Graz 99ers – Stavanger Oilers: 3:4Vienna Capitals – Lyon Hockey Club: 5:0Vienna Capitals – Stavanger Oilers: 2:3 n. P.EC Graz 99ers – Rapaces de Gap: 5:3EC Graz 99ers – Lyon Hockey Club: 3:2EC KAC – Stavanger Oilers: 3:2 n. V. Visegrad Cup22. bis 29. AugustPlayoffs: Oktober 2017 bis Jänner 2018Turnierseite auf der Homepage des Slowakischen EishockeyverbandesFehérvár AV19DVTK Jegesmedvék (MOL Liga)MAC Budapest (MOL Liga)Újpesti TE (MOL Liga)HK Nitra (Tipsport Extraliga)HC Nové Zámky (Tipsport Extraliga)HK Poprad (Tipsport Extraliga)MsHK Žilina (Tipsport Extraliga) Turniersieger: HK NitraSemifinal-Out: Sapa Fehérvár AV19Playoff-Baum auf der Homepage des Cups, abgerufen am 22. April 2018. Vinschgau-Cup, Südtirol28. August bis 3. September EHC LinzERC Ingolstadt (DEL)Färjestad BK (Svenska Hockeyligan) ERC Ingolstadt – EHC Linz: 2:3EHC Linz – Färjestad BK: 1:7Färjestad BK – ERC Ingolstadt: 3:1 Energie Steiermark Trophy1. bis 2. September 2017Hockey Europe zu Gast in Graz, Bericht auf der Homepage der Graz 99ers EC Graz 99ersEisbären Berlin (DEL)HK Nitra (Tipsport Extraliga)Pelicans (SM-liiga) HK Nitra – Pelicans: 1:3 Graz 99ers – Eisbären Berlin: 6:7 n. P. Graz 99ers – HK Nitra: 4:2 (Spiel um Platz 3) Eisbären Berlin – Pelicans: 3:5 (Finale)

Grunddurchgang Hauptrunde Die Vienna Capitals setzten den Erfolgslauf aus der Vorsaison nahtlos fort und begannen die Spielzeit mit zwölf Siegen in regulärer Spielzeit in Folge, was einen neuen EBEL-Rekord darstellte. Erst dem EC VSV gelang im dreizehnten Spiel der erste Sieg gegen den amtierenden Meister in Overtime. Trotz einiger kurzen Schwächephasen hielten die Wiener jedoch den ersten Tabellenrang bis zum letzten Spieltag. Auf dem zweiten Rang landete der EC Red Bull Salzburg, der einen schwachen Saisonstart zu verbuchen hatte und erst in der zweiten Hälfte der Hauptrunde zu gewohnter Form fand.

Der EHC Linz bildete über einen Großteil der Saison den ersten Verfolger der Capitals und wechselte sich in dieser Rolle mit dem EC KAC ab. Bei letzterem enttäuschten vor allem die Leistungen der vor der Saison neu hinzugekommenen Legionäre Jon Rheault und Julian Talbot, sodass während der Saison Andrew Kozek und Nick St. Pierre als Verstärkung geholt werden mussten.

Der HC Innsbruck und Rückkehrer Medveščak Zagreb etablierten sich im Tabellenmittelfeld, wobei letztere sich rasch von Torhüter Gašper Krošelj trennten. Wenig später wurde auch Trainer Connor Cameron durch den EBEL-erfahrenen Douglas BradleyDoug Bradley takes over the EBEL team, Bericht auf der Homepage des Vereins vom 24. Dezember 2017. ersetzt, was die Leistungen aber in Verbindung mit dem nur durchschnittlichen Torhüter Kevin Carr nur mäßig verbesserte.

Die Dornbirn Bulldogs hatte von Beginn der Saison an mit Problemen in der Defensive zu kämpfen, worauf der Verein mit der Vertragsauflösung des französischen Torhüters Ronan Quemener reagierte. Sein Nachfolger Rasmus Rinne erwies sich als deutliche Verbesserung, sodass die Bulldogs zwischenzeitlich in den Top sechs standen, diesen guten Tabellenrang aber nicht bis zum Ende halten konnten.Goalie-Tausch – Ein Rinne für die Bulldogs, Bericht auf hockey-news.info vom 20. November 2017.

Die Graz 99ers konnten nach einem passablen Start das Niveau nicht halten und fielen in der Tabelle zurück. Reagiert wurde zum Ende der Hauptrunde mit der Entlassung von Torhüter Hannu Toivonen, der nicht hatte überzeugen können. Er wurde durch Andrew Engelage ersetzt,Graz99ers holen Top-Torhüter Engelage, Bericht auf laola1.at vom 8. Februar 2018. was in weiterer Folge aber keine wesentliche Verbesserung brachte.

Der HC Bozen startete wenig erfolgreich in die Saison und landete zwischenzeitlich auf dem letzten Tabellenplatz. Die Vereinsleitung reagierte damit, Trainer Pat Curcio durch den Finnen Kai SuikkanenDer Finne Kai Suikkanen ist der neue Coach der Foxes – Phil Barski bleibt Assistant Coach, Bericht auf der Homepage des HCB vom 28. November 2017. zu ersetzen, der die Mannschaft neu strukturierte. Auch Torhüter Marcel Melicherčík wurde durch Pekka Tuokkola ersetzt, der zuvor schon bei den Vienna Capitals ausgeholfen hatte. Zwar gelang ein Erreichen der Top sechs nicht mehr, aber die Leistungen der Mannschaft stabilisierten sich zum Ende des Grunddurchgangs.

Der ungarische Club SAPA Fehérvár AV19 konnte die ganze Saison über nicht überzeugen, was sich erst durch die Verpflichtung von Mac Carruth im Tor etwas verbesserte. Da die Spielzeit allerdings schon schwach begonnen hatte (von den ersten 15 Begegnungen konnte die Mannschaft nur vier gewinnen und 10 Punkte einfahren), blieb ein Playoff-Fixplatz auch nach dem Austausch von Trainer Benoît Laporte durch Hannu JärvenpääHannu Järvenpää wieder in der EBEL, Bericht auf hockey-news.info vom 1. Dezember 2017. außer Reichweite.

Der EC VSV fand über den gesamten Grunddurchgang nicht zur Form, was letztendlich in der Entlassung von Trainer Greg Holst gipfelte.Holst ist nicht mehr Trainer, Markus Peintner übernimmt, Bericht auf hockeyfans.at vom 3. Dezember 2017. Dessen Nachfolger Markus Peintner konnte jedoch ebenso keine neuen Akzente setzen, sodass der Club den Grunddurchgang auf dem vorletzten Platz beendete. Das Schlusslicht bildete schließlich der HC Orli Znojmo, der sich die erste Hälfte des Grunddurchgangs über noch in der oberen Tabellenhälfte hatte behaupten können. Mehrere zum Teil lange Niederlagenserien ließen die Mannschaft aber immer weiter abfallen.

Kreuztabelle der Hauptrunden-Ergebnisse Stand: 4. Februar 2018