mini|Serge Raynaud de la Ferrière (1930) Serge Raynaud de la Ferrière (SRF) (* 16. Januar 1916 in Paris; † 27. Dezember 1962 in Nizza) war ein französischer Astrologe und Gründer einer neuen religiösen Bewegung, der Großen Universellen Bruderschaft.
Leben Serge Raynaud de la Ferrière wurde unter dem Namen Serge Justinien Raynaud geboren. Als Erwachsener fügte er seinem Namen „de la Ferrière“ als Pseudonym hinzu. Auf Webseiten seiner Organisation wird behauptet, er sei gräflicher Herkunft.Serge Raynaud de la Ferriere, detailed biography Universal Great Brotherhood, Norwegian Section, abgerufen am 12. Juli 2017 Er verlor seine Mutter sehr früh und wurde von Verwandten aufgezogen. Sein Vater, der Belgier Georges Luis Constantine Raynaud, war technischer Zeichner,Pamela Siegel: Serge Raynaud de la Ferrière. Aspectos Biográficos. Ed da Autora. Campinas, Brasil. 2014. S. 99. ISBN 978-85-912978-1-8 lulu.com der mehrmals verheiratet war. Daher hat er einen Halbbruder namens André Raynaud Hilaire (* 1937).Pamela Siegel: Serge Raynaud de la Ferrière. Aspectos Biográficos. Ed da Autora. Campinas, Brasil. 2014. S. 244. ISBN 978-85-912978-1-8 lulu.com Einige Tanten berichten, dass er in seiner Kindheit die St.-Luk-Schule in Brüssel besuchte. Er diente in der Armee vom 31. Juli 1935 bis zum 27. Dezember 1940.
Er interessierte sich für Esoterik und Yoga, speziell für die Prophezeiungen der Wiederkunft Christi und das neue Wassermannzeitalter. Im Jahr 1944 heiratete er Louise Baudin (1912–2013), und beide arbeiteten als Hersteller und Vertreiber von Seifen und Parfüms. Adrienne Victorine Louise Baudin war eine Tochter von Adolphe Eugene Beaudinin verschiedenen Dokumenten wurden beide Formen der Rechtschreibung gefunden: Baudin und Beaudin und Louise Augustin André.
Nach einigen Begegnungen mit einer Persönlichkeit namens Soun-Woun-Koun in Paris im Jahr 1946 und nach Vergleich seines Geburtsdatums mit dem von Jesus, kam er zum Schluss, dass er der erwartete Messias sei und dass er die Ankunft des Neuen Zeitalters in Südamerika bekanntgeben sollte. Er begann das Buch „Die großen Beiträge“ zu schreiben mit seinen schriftlich niedergelegten Lehren, dem noch 97 weitere Bücher folgen sollten.
Nachdem er einen Film über Machu Picchu gesehen hatte, segelte er mit seiner Frau im November 1947 nach Amerika. Sie machten einen Zwischenstopp in Guatemala, um Verwandte von Louise zu besuchen, und kamen am 17. Januar 1948 in Caracas an.
Die Große Universelle Bruderschaft In Venezuela gründete Serge Raynaud die Große Universelle Bruderschaft (GUB), eine humanitäre Organisation, die zwei Achsen hat. Die erste umfasst den Orden mit den religiösen Aspekten. Dazu gehören ein eigener Kalender, eine Hierarchie mit ordinierten Priestern und Initiations-Graden, ein Tempel, Ashrams, Yogastudios und eine Übertragung der Lehren durch eine Meister-Schüler-Unterwerfung.
Die zweite Achse der Bruderschaft ist die Mission, eine Art Sozialhilfe für die Bevölkerung. Serge Raynaud gilt als Pionier für die Einführung von Yoga in Südamerika.Pamela Siegel e Filice de Barros, N. Yoga: Tradição e Prática Integrativa de Saúde. Fortaleza: EdUECE, 2016. 306pp. P. 137. ISBN 978-85-7826-334-8. saraiva.com.br Seine ersten Anhänger waren José Manuel Estrada, Juan Víctor Mejías, Alfonso Gil Colmenares und David Ferriz Olivares.
Reisen New York Im Jahr 1949 entschloss sich Serge Raynaud, in Begleitung von einigen Anhängern nach New York zu reisen. Ziel der Reise war die Teilnahme an einer spirituellen Konferenz. Da er kein Visum zur Rückkehr nach Venezuela erhielt, entschied sich seine Frau, ihn in New York zu besuchen. Sie reiste ohne seine Zustimmung von Caracas nach New York, wo sie ihren Mann mit einer Geliebten überraschte, was zur gerichtlichen Trennung führte. Zeitungen wie Daily News und New York World-Telegram and Sun berichteten über den Fall.Louise B. de Raynaud, Los Falsos Maestros. Mi vida con Serge Raynaud de la Ferriére, Caracas, Editores Individuales, 1991, 353 p. ISBN 978-980-07-0352-6, p. 169–177.
Nach Europa und in den Fernen Osten Im Februar 1950 verließ Serge Raynaud seine Frau und reiste mit einem seiner Anhänger nach Europa.Louise B. de Raynaud, Los Falsos Maestros. Mi vida con Serge Raynaud de la Ferriére, Caracas, Editores Individuales, 1991. ISBN 978-980-07-0352-6, S. 67, 73, 74 Er besuchte Amsterdam, Brüssel und Paris und reiste weiter nach Osten. Eine Weile lebte er in Indien, Ceylon und Tibet. In Burma behauptete er, dass er die Anerkennung als BodhisattvaSerge Raynaud de la Ferrière, Sus Circulares, Lima, Gran Fraternidad Universal, 1974. Bd. 1. S. 17. von einem „Orakel-Mann“ und Delegierten des Dalai Lama erhalten habe.
Australien und Indien, Rückkehr nach Nizza Während seiner Reisen schrieb er mehrere Bücher. Er malte Bilder in verschiedenen Techniken. Im Oktober 1950 reiste er nach Australien,Arturo Bravo Álvarez, El Maestre – Cronobiografía, Mexique, Impresores Profesionales, 1988. S. 179 wo er versuchte, einen Zweig seiner Bewegung einzurichten. Nach seiner Rückkehr reiste er nach Norwegen, Belgien und England. 1952 unternahm er Reisen nach Ozeanien und Japan,Serge Raynaud de la Ferrière, Propositos Psicológicos, Mexique, Editorial Diana, 1978. ISBN 968-13-0901-4, Tome I, Disertaciones filosoficas. Simbologia, S. 32. sergeraynauddelaferriere.net über die es keine genauen Informationen gibt. Am 5. März 1953 besuchte er nochmals Indien, wo er für neun Monate blieb und eine Kunstausstellung eröffnete.Olivares, D.F. El Retiro del Maestre Dr. Serge Raynaud de la Ferrière. México: Diana, 1985. S. 336. ISBN 968-13-1548-0 Die Rückkehr nach Nizza fand im Jahr 1955 statt. Er starb im Jahr 1962 im Alter von 46 Jahren.landrucimetieres.fr
Akademische Grade und esoterische Diplome In seinen Werken, Briefen und in verschiedenen Zeitungsinterviews präsentierte Serge Raynaud einen Lebenslauf. Angefangen von einem belgischen Prix Ernest Rousille, mit dem er im Alter von 12 Jahren als bester europäischer Schüler angeblich ausgezeichnet wurde, und für dessen Existenz es keinerlei Indizien gibt, sind auch die übrigen Titel und Auszeichnungen, die er seiner Autobiografie auflistet, durchweg erfunden.Pamela Siegel: Research on Serge Raynaud de la Ferrière’s academic titles. Los Angeles 2010 (PDF) abgerufen am 8. Juli 2017.Serge Raynaud de la Ferrière, Sus Circulares, Lima, Gran Fraternidad Universal, 1974. p. Tome II, Carta Circular n° 37, p. 212. sergeraynauddelaferriere.net Das Gleiche gilt für seine Liste von esoterischen Titeln.Serge Raynaud de la Ferriere, detailed biography Universal Great Brotherhood, Norwegian Section, abgerufen am 12. Juli 2017 Er behauptete, er habe die folgende Titel erworben: Biologielehrer, Doktor der Naturwissenschaften, Doktor der Sozialwissenschaften, Doktor in Psychologie, Doktor der Philosophie, Doktor in Theologie. Außerdem listete er Ehrenmitgliedschaften von mehr als 20 Organisationen auf. Einer seiner Adepten schreibt ihm folgende esoterische Titel zu,Arturo Bravo Álvarez, El Maestre – Cronobiografía, Mexique, Impresores Profesionales, 1988. S. 6 die ihm angeblich erteilt wurden: Sat-Guru, Bodhisattva, Illuminator des New Age, Sehr berühmter und ehrwürdiger Großmeister, Sovereign General-Großinspektor des 33. Grade, Erhabener gekrönter Coptic und hoher Khediva-Priester; Mahatma Chandra Bala Guruji, Sri Arhat, Kalki-Avatar, Tdashi Gis Sgan Carya Rinpoche, Eminent Papst der geistigen Richtung der Welt, Hoher Würdenträger der Weißen Bruderschaft, Most Illustrious Patron von Maha Kumbha Shanga, Paramahansa, Missionar des Wassermannzeitalters, der Imam-Mahdi, Maitreya Buddha.
Schüler und Dissidenten Serge Raynaud hatte vier Hauptschüler: José Manuel Estrada, David Ferriz Olivares, Gil Colmenares und Juan Victor Mejías. Der Erste und Zweite haben Dissidentenbewegungen geschaffen, während der Dritte und Vierte in der ursprünglichen Institution geblieben sind. Derzeit haben sich diese Dissidentenbewegungen ebenfalls aufgespalten, aber alle Anhänger nennen sich treue Unterstützer der Lehren von Serge Raynaud.
Luis Gonzalez ReimannReligionswissenschaftler und Indologe, University of California, Berkeley. Er war ein Mitglied der GUB in den 1970er Jahren in Mexiko und arbeitete auf die Veröffentlichung des Buches „Die Kunst des New Age“ und anderen Texten von SRF, in Zusammenarbeit mit David Ferriz Olivares. Er war Vorsitzender des Vorstandes in Mexiko. führte im Jahr 2013 eine Untersuchung des Stammbaumes der Dissidentenbewegungen durch.Gonzalez-Reimann, L. La Gran Fraternidad Universal y Organizaciones Derivadas de Ella. El Árbol Genealógico de la GFU. IN: Pamela Siegel, Serge Raynaud de la Ferrière. Aspectos Biográficos., Campinas, Brasil, Pamela Siegel, 2014. ISBN 978-85-912978-1-8, S. 346–350 lulu.com José Manuel Estrada gründete 1967 in Mexiko die GFU Linha Solar, die etwa acht neue Dissidenten-Linien, vor allem in Mexiko, hervorbrachten. David Ferriz Olivares trat aus der GUB aus und gründete die Magna Fraternitas Universalis (Lima, 1990). Aus dieser Linie entstanden sieben Hauptzweige in Peru, Venezuela und Mexiko.
Heutzutage gibt es ein gewisses Maß an Aktivität des GUB und seiner dissidenten Gruppierungen in den folgenden Ländern: Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Spanien, USA, Honduras, Italien, Mexiko, Nicaragua, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Puerto Rico und Venezuela.
Werke Seine 98 Werke wurden ins Spanische übersetzt und veröffentlicht. Als wichtigstes Werk des Autors gilt: „Yug, Yoga, Yoghismo. Una Matesis de Psicologia“,sergeraynauddelaferriere.net das die gesamte Bandbreite des Yoga als psychophysikalische Synthese zum Ausdruck bringt. In einem weiteren Buch – „El Arte de la Nueva Era“sergeraynauddelaferriere.net – kommentiert der Autor Kunstwerke und zeigt einige seiner eigenen Gemälde.
Kommentare und Kritik In Bezug auf die angebliche Anerkennung in Burma, die er durch einen Vertreter des Dalai Lama erhalten haben will erklärte das Büro des Dalai Lama, dass dieser 1950 keinen Vertreter in Burma hatte.Pamela Siegel, Serge Raynaud de la Ferrière. Aspectos Biográficos, Campinas, Brasil, Pamela Siegel, 2014. ISBN 978-85-912978-1-8, p. 254, 257.https://www.lulu.com/shop/pamela-siegel/serge-raynaud-de-la-ferri%C3%A8re-aspectos-biogr%C3%A1ficos/ebook/product-21624904.html In einem seiner Briefe schreibt Serge Raynaud,Serge Raynaud de la Ferrière, Epistolario, Nice. Carta de 22/04/1962. sergeraynauddelaferriere.net dass über die spirituelle Anerkennung in den Zeitungen berichtet worden sei. Nach umfangreichen Forschungen hat eine kleine Gruppe von Forschern der Biographie und der Werke von Serge Raynaud festgestellt, dass in Wirklichkeit der erwähnte „Orakel-Mann“ ein buddhistischer Mönch namens K.A.M.Tennissons und von estländischer Herkunft war.Pamela Siegel, Serge Raynaud de la Ferrière. Aspectos Biográficos., Campinas, Brasil, Pamela Siegel, 2014. ISBN 978-85-912978-1-8, S. 368 lulu.com