Die Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2022 war die 85. Austragung des von der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF veranstalteten Wettbewerbs. Das Turnier der Top-Division fand vom 13. bis 29. Mai 2022 in Tampere und Helsinki in Finnland statt.iihf.com
Neben dem Turnier der Top-Division wurden Turniere der Divisionen I bis IV in weiteren Ländern ausgetragen. Mit 56 gemeldeten Nationen war eine neue Rekordzahl erreicht. Allerdings sagten fünf Nationen ihre Teilnahme ab, zwei wurden ausgeschlossen.
+ Übersicht Herren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division TampereHelsinki 13. Mai 2022 – 29. Mai 2022 16 356.955 64 5.577 Division I A Ljubljana 3. Mai 2022 – 8. Mai 2022 5 20.700 10 2.070 Division I B Tychy 26. April 2022 – 1. Mai 2022 5 7.817 10 781 Division II A Zagreb 25. April 2022 – 30. April 2022 5 134 10 13 Division II B Reykjavík 18. April 2022 – 23. April 2022 5 2.942 10 294 Division III A Kockelscheuer 3. April 2022 – 8. April 2022 5 3.376 10 337 Division III B Kapstadt 13. März 2022 – 18. März 2022 3 1.455 6 242 Division IV Bischkek 3. März 2022 – 8. März 2022 5 7.666 10 766
Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Nach der Absage der Divisionen I bis IV 2021 sowie der kompletten Absage der Weltmeisterschaft 2020 ergab sich die Aufteilung der Mannschaften auf die Divisionen aus den Platzierungen 2019. Aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine schloss die IIHF am 28. Februar 2022 den russischen und belarussischen Verband von allen Turnieren bis August 2022 aus. Am 18. März 2022 wurde entschieden, dass die Nationalmannschaften Frankreichs und Österreichs als Ersatz für die beiden des Turniers verwiesenen Nationen Russland und Belarus in die Top-Division aufrücken und die litauische Nationalmannschaft in der Division IA antreten sollte.
Top-Division: 13. bis 29. Mai 2022 in Tampere und Helsinki, Finnland Teilnehmer: , , , (Gastgeber), (Nachrücker), , , (Titelverteidiger), , , , (Nachrücker), , , , , , Division I Gruppe A: 3. bis 8. Mai 2022 in Ljubljana, Slowenien Teilnehmer: (Nachrücker), (Aufsteiger), , , Gruppe B: 26. April bis 1. Mai 2022 in Tychy, Polen Teilnehmer: , , , (Aufsteiger),
Division II Gruppe A: 25. bis 30. April 2022 in Zagreb, Kroatien Teilnehmer: , (Aufsteiger), , (Absteiger), erklärte am 22. Januar 2022, die Teilnahme am Turnier aufgrund der COVID-19-Pandemie zurückzuziehen. Gruppe B: 18. bis 23. April 2022 in Reykjavík, Island Teilnehmer: (Absteiger), (Aufsteiger), , , zog am 2. Februar 2022 die Teilnahme am Turnier aufgrund der COVID-19-Pandemie zurück.
Division III Gruppe A: 3. bis 8. April 2022 in Kockelscheuer, Luxemburg Teilnehmer: , , , , (Aufsteiger) sagte am 3. Februar 2022 aufgrund der COVID-19-Pandemie die Turnierteilnahme ab. Gruppe B: 13. bis 18. März 2022 in Kapstadt, Südafrika Teilnehmer: , (Absteiger), verkündete am 3. März 2022 aufgrund steigender COVID-19-Zahlen die Nichtteilnahme. Division IV: 3. bis 8. März 2022 in Bischkek, Kirgisistan Teilnehmer: (Neuling), (Absteiger), (Absteiger), (Neuling), Singapur (Neuling) Die sagten am 13. Dezember 2021 ihre erstmalige Teilnahme am Turnier ab, da die Spieler aufgrund der COVID-19-Pandemie kaum Trainingsmöglichkeiten hatten.
Top-Division WM 2022 der Herren Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger Austragungsort(e) Tampere & Helsinki, Finnland Eröffnung 13. Mai 2022 Endspiel 29. Mai 2022 Zuschauer 356.955 (5.577 pro Spiel) Tore 375 (5,85 pro Spiel) Bester Torhüter Juho Olkinuora Bester Verteidiger Mikko Lehtonen Bester Stürmer Roman Červenka Wertvollster Spieler Juho Olkinuora Topscorer Roman Červenka (17 Punkte) Die 85. Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren fand vom 13. bis 29. Mai 2022 in Tampere und Helsinki in Finnland statt. Das Turnier wurde auf dem jährlichen Kongress der IIHF vom 18. bis 20. Mai 2017 an Finnland vergeben. Finnland war dort knapp an der Bewerbung von Belarus und Lettland für die Weltmeisterschaft 2021 gescheitert. Nachdem keine weitere Nation Interesse an einer Bewerbung 2022 signalisierte, wurde das Turnier an Finnland vergeben. Finnland war bisher achtmal Gastgeber einer Eishockey-Weltmeisterschaft, zuletzt 2012 und 2013 jeweils gemeinsam mit Schweden. Die Spielorte waren die Nokia-areena in Tampere mit 13.500 Plätzen sowie die 8.200 Zuschauer fassende Helsingin Jäähalli in Helsinki. Insgesamt besuchten 356.955 Zuschauer die 64 Turnierspiele, was einem Schnitt von 5.577 pro Partie entspricht.
Teilnehmer mini|hochkant|Miracleo, das Maskottchen der Weltmeisterschaft mini|hochkant|Straßenbahn Škoda Artic in Tampere mit dem Motto der Weltmeisterschaft
Nach der Absage der Turniere unterhalb der Top-Division im Jahr 2021 sollten alle Teilnehmer ursprünglich in ihren jeweiligen Divisionen verbleiben. Durch die Disqualifikation Russlands und Belarus‘ aus dem Wettbewerb angesichts des Einmarsches in die Ukraine rückten Frankreich und Österreich von der Division IA auf und nahmen stattdessen in der Top-Division teil. Gastgeber Finnland hatte einen Startplatz sicher, qualifizierte sich aber auch sportlich.
1 aus Asien Kasachstan 13 aus Europa Dänemark Deutschland Finnland(Gastgeber) Frankreich(Nachrücker aus der Division IA) Großbritannien Italien Lettland Norwegen Österreich(Nachrücker aus der Division IA) Schweden Schweiz Slowakei Tschechien 2 aus Nordamerika Kanada(Titelverteidiger) USA
Gruppeneinteilung
Die Gruppeneinteilung wurde nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2021 festgelegt. Als Basis diente die IIHF-Weltrangliste 2021. Frankreich und Österreich ersetzten Russland und Belarus in den jeweiligen Gruppen. Gruppe A (Helsinki) Gruppe B (Tampere) Kanada (1) Finnland (2) Deutschland (5) USA (4) Schweiz (8) Tschechien (6) Slowakei (9) Schweden (7) Dänemark (12) Lettland (10) Kasachstan (13) Norwegen (11) Frankreich (15) Großbritannien (16) Italien (17) Österreich (18)In Klammern ist der jeweilige Weltranglistenplatz angegeben.
Austragungsorte Anfang März 2022 wurde die Helsinki Halli als Spielort der Weltmeisterschaft aufgrund der Sanktionen gegen die russischen Besitzer Gennadi Timtschenko und den Brüdern Arkadi und Boris Rotenberg im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine gestrichen. Als Ersatzspielstätte wurde die Helsingin Jäähalli ausgewählt.
Tampere Helsinki Nokia-areenaKapazität: 13.500 Helsingin JäähalliKapazität: 8.200 x200px|Nokia-areena x160px|Helsingin Jäähalli
Vorrunde Die Vorrunde der Weltmeisterschaft begann am 13. Mai und endete elf Tage später am 24. Mai.
Am 19. Mai kam es im Vorfeld des Spiels der Gruppe A zwischen der deutschen und dänischen Nationalmannschaft zu einem Brand in der Halle. Daraufhin wurden beide Spiele dieser Gruppe am selben Tag verspätet begonnen.
Gruppe A
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 6 1 0 0 34:15 20 2. 7 5 0 1 1 26:20 16 3. 7 5 0 0 2 34:18 15 4. 7 4 0 0 3 23:19 12 5. 7 4 0 0 3 18:18 12 6. 7 1 1 0 5 11:24 5 7. 7 1 0 0 6 19:31 3 8. 7 0 0 1 6 12:32 1 – – – – – – –:– – Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: , ,
Gruppe B
mini|Spielende der Begegnung zwischen Norwegen und Österreich (Endstand: 3:2) Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 6 0 1 0 25:5 19 2. 7 5 1 1 0 27:10 18 3. 7 4 0 1 2 19:13 13 4. 7 3 2 0 2 18:12 13 5. 7 2 1 0 4 14:20 8 6. 7 1 1 2 3 16:22 7 7. 7 1 1 0 5 15:29 5 8. 7 0 0 1 6 10:33 1 – – – – – – –:– – Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: , ,
Finalrunde Die Finalrunde begann nach Abschluss der Vorrunde am 26. Mai 2022, so dass alle Teams mindestens einen Ruhetag hatten. Zwei der Viertelfinalpartien wurden in der Helsingin Jäähalli in Helsinki, die anderen Partien der Finalrunde in der Nokia-areena in Tampere ausgetragen. Die Viertelfinalpartien fanden wie in den Vorjahren im Kreuzvergleich der beiden Vorrundengruppen statt. Im Halbfinale am 28. Mai spielten der Bestplatzierte der Vorrunde gegen die letztplatzierte verbliebene Mannschaft, die restlichen beiden Mannschaften spielten das andere Halbfinale. Das Finale sowie das Spiel um Bronze waren auf den 29. Mai terminiert.
Viertelfinale
Halbfinale
Spiel um Platz 3
Finale
Statistik Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Team Sp T V Pkt +/− SM Roman Červenka Tschechien 10 5 12 17 +4 10 Drake Batherson Kanada 10 3 11 14 +8 6 Dylan Cozens Kanada 10 7 6 13 +12 2 Pierre-Luc Dubois Kanada 10 7 6 13 +11 12 Denis Malgin Schweiz 8 5 7 12 +5 4 David Krejčí Tschechien 10 3 9 12 +6 4 Mikael Granlund Finnland 10 2 10 12 +7 2 Mikko Lehtonen Finnland 9 5 6 11 +2 2 David Pastrňák Tschechien 7 7 3 10 +3 2 Sakari Manninen Finnland 10 6 4 10 +2 2
Beste Torhüter Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), SaT = Schüsse aufs Tor, GT = Gegentore, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt, SO = Shutouts; Fett: TurnierbestwertErfasst werden nur Torhüter, die mindestens 40 % der Gesamtspielzeit eines Teams absolviert haben. Sortiert nach Fangquote (Sv%). Spieler Team Sp Min GT SO Sv% GTS Artūrs Šilovs Lettland 4 196:21 4 0 95,24 1,22 Juho Olkinuora Finnland 8 486:42 9 4 94,83 1,11 Magnus Hellberg Schweden 4 245:00 6 1 93,18 1,47 Henri-Corentin Buysse Frankreich 4 237:58 7 0 93,14 1,76 Chris Driedger Kanada 6 341:48 10 0 91,45 1,76
Abschlussplatzierungen Die Platzierungen ergaben sich nach folgenden Kriterien: Plätze 1 bis 4: Ergebnisse im Finale sowie im Spiel um Platz 3 Plätze 5 bis 8 (Verlierer der Viertelfinalpartien): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde Plätze 9 bis 16 (Vorrunde): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde
Pl. Team 1 Finnland 2 Kanada 3 Tschechien 4 USA 5 Schweiz 6 Schweden 7 Deutschland 8 Slowakei 9 Dänemark 10 Lettland 11 Österreich 12 Frankreich 13 Norwegen 14 Kasachstan 15 Italien 16 Großbritannien
Titel, Auf- und Abstieg WeltmeisterFinnland Marko Anttila, Joel Armia, Hannes Björninen, Valtteri Filppula, Niklas Friman, Mikael Granlund, Teemu Hartikainen, Miro Heiskanen, Juuso Hietanen, Jere Innala, Juho Lammikko, Mikko Lehtonen, Esa Lindell, Sakari Manninen, Saku Mäenalanen, Atte Ohtamaa, Juho Olkinuora, Harri Pesonen, Ville Pokka, Toni Rajala, Jere Sallinen, Harri Säteri, Mikael Seppälä, Frans Tuohimaa, Sami VatanenCheftrainer: Jukka Jalonen Assistenztrainer: Kari Lehtonen, Mikko Manner, Ari-Pekka Selin
SilberKanada Josh Anderson, Mathew Barzal, Drake Batherson, Thomas Chabot, Max Comtois, Dylan Cozens, Chris Driedger, Pierre-Luc Dubois, Morgan Geekie, Ryan Graves, Noah Gregor, Nick Holden, Kent Johnson, Adam Lowry, Dysin Mayo, Dawson Mercer, Eric O’Dell, Nicolas Roy, Travis Sanheim, Damon Severson, Cole Sillinger, Logan Thompson, Matt Tomkins, Zach WhitecloudCheftrainer: Claude Julien Assistenztrainer: D. J. Smith, André Tourigny
BronzeTschechien Matěj Blümel, Jiří Černoch, Roman Červenka, Lukáš Dostál, Jakub Flek, Tomáš Hertl, Filip Hronek, David Jiříček, Michal Jordán, David Kämpf, Michal Kempný, David Krejčí, Tomáš Kundrátek, Marek Langhamer, David Pastrňák, Jan Ščotka, Radim Šimek, Dominik Simon, David Sklenička, Jiří Smejkal, Michael Špaček, Matěj Stránský, Karel Vejmelka, Jakub Vrána, Hynek ZohornaCheftrainer: Kari Jalonen Assistenztrainer: Martin Erat, Libor Zábranský
Absteiger in die Division IA: Großbritannien, Italien Aufsteiger in die Top-Division: Slowenien, Ungarn
Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Wertvollster Spieler Juho Olkinuora Finnland Bester Torhüter Juho Olkinuora Finnland Bester Verteidiger Mikko Lehtonen Finnland Bester Stürmer Roman Červenka Tschechien
All-Star-Team