Heugraben (; , bis 1898 Sirovnicza) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Burgenland im Bezirk Güssing in Österreich.

Der Ort zählt zum Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten, wobei deren Anteil an der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig ist (1961: 69 %; 2001: 14,2 %).

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Heugraben ist der einzige Ort in der Gemeinde. Eingemeindung und Ausgemeindung Am 1. Jänner 1971 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Bocksdorf, Heugraben und Rohr im Burgenland gemäß Gemeindestrukturverbesserungsgesetz vom 1. September 1970 zur neuen Gemeinde Bocksdorf zusammengeschlossen.Land Burgenland: Landesgesetzblatt für das Burgenland, 17. Stück aus 1970, Gesetz Nr. 44 (PDF-Dokument; abgerufen am 24. Jänner 2018). Per Verordnung der Burgenländischen Landesregierung vom 27. November 1991 wurde die Gemeinde Bocksdorf mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1992 wieder in die drei Gemeinden Bocksdorf, Heugraben und Rohr im Burgenland getrennt.Land Burgenland: Landesgesetzblatt für das Burgenland, 52. Stück aus 1991, Verordnung Nr. 93 (PDF-Dokument; abgerufen am 24. Jänner 2018).

Nachbargemeinden

Geschichte Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szénásgödör verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Filialkirche Heugraben

Katholische Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit – Ein kleiner, blockhafter Bau mit halbrunder Apsis. Der gedrungene Südturm ist mit einem Spitzhelm ausgestattet. Dreijochiges Schiff, Platzlgewölbe zwischen Gurten auf breiten Pilastern. Dreiachsige Empore über Platzlgewölben und vorgebauchter Brüstung. Die Kirche wurde 1834 erbaut.Friedrich Berg, Clara Prickler-Wassitzky, Hannsjörg Ubl: Dehio Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs: Burgenland. Hrsg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes mit Unterstützung der Burgenländischen Landesregierung. Verlag Anton Schroll & Co. Wien;1980. ISBN 3-7031-0493-7, S. 130–131.

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen:

Wukitsevits Montagen Zickentaler Brauerei

Politik mini|Gemeindeamt und Feuerwehrhaus Gemeinderat

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 9 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei2022 2017.Land Burgenland: Wahlergebnis Heugraben 2017 (abgerufen am 23. Jänner 2018) 2012.Land Burgenland: Wahlergebnis Heugraben 2012 (abgerufen am 23. Jänner 2018) 2007.Land Burgenland: Wahlergebnis Heugraben 2007 (abgerufen am 23. Jänner 2018). 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Heugraben 2002 (abgerufen am 23. Jänner 2018). 1997Stimmen%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ14359,097 97 41,45 4 87 39,55 3 101 44,69 5 98 42,98 5 101 41,39 5 ÖVP9940,914 137 58,55 5 133 60,45 6 125 55,31 6 130 57,02 6 134 54,92 6 FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 9 3,69 0 Wahlberechtigte269 252 242 260 256 260 Wahlbeteiligung93,31 % 95,24 % 95,04 % 90,00 % 94,14 % 96,15 %

Bürgermeister Nach der Trennung der Gemeinde von Bocksdorf am 1. Jänner 1992, wurde Josef Bauer (ÖVP), der bereits neun Jahre im Bocksdorfer Gemeinderat war, zum Bürgermeister gewählt. Obwohl der gelernte Maurer und spätere Polier selbst auspendeln musste, gelang es ihm, wichtige Projekte in der Gemeinde umzusetzen. Die Errichtung eines neuen Gemeindeamts, des Feuerwehrhauses und des Bauhofes fiel ebenso in seine Amtszeit, wie die Schaffung von Wohnungen, die Neugestaltung des Ortsplatzes und des Kirchenplatzes sowie die Erneuerung der Infrastruktur (Kanal, Straßen, Gehwege und Straßenbeleuchtung). Parallel mit seiner Pensionierung legte er mit 5. Jänner 2017 auch seine Funktion als Bürgermeister zurück. Am 27. Jänner 2017 wurde sein Wunschnachfolger Mario Faustner (ÖVP), zuvor Mitglied im Gemeindevorstand, vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt.Kommunalnet.at vom 27. Februar 2017: (abgerufen am 23. Jänner 2018).

Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 wurde Faustner von 58,23 % der Wähler in seinem Amt bestätigt. Als Mitbewerber trat Walter Zloklikovits (SPÖ) an, der 41,77 % der Stimmen erhielt. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Zloklikovits zum Vizebürgermeister gewählt. Faustner und Zloklikovits bildeten mit dem geschäftsführenden Gemeinderat Patrick Krammer (ÖVP) auch den Gemeindevorstand.Gemeinde Heugraben: Gemeindevertreter (abgerufen am 23. Jänner 2018).

Bürgermeister Mario Faustner (ÖVP) trat am 1. April 2021 aus persönlichen Gründen zurück. Vizebürgermeister Walter Zloklikovits (SPÖ) übernahm interimistisch die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl des Gemeindechefs.ORF Burgenland Bürgermeister von Heugraben zurückgetreten (abgerufen am 1. April 2021). Bei der Wahl am 5. September 2021 setzte sich Zloklikovits mit 65,1 Prozent gegen Manfred Orsolits (ÖVP) durch, die SPÖ stellte damit erstmals nach 67 Jahren wieder den Bürgermeister.

Amtsleiterin ist Ute Gurdet.Gemeinde Heugraben: Gemeindeamt (abgerufen am 23. Jänner 2018).

Literatur Stefan Geosits (Hrsg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5. Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008, ISBN 978-3-8370-4278-8.

Weblinks

Einzelnachweise

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