mini|Wappen des Adelsgeschlechts Lilienfeld Lilienfeld ist der Name eines baltischen Adelsgeschlechts, welches in Estland und auf der Insel Ösel beheimatet war. Das aus vier Häusern bestehende Geschlecht wurde 1650 unter dem Namen „Lilliefelt“ durch die schwedische Königin geadelt und später in die Adelsmatrikel der Ölselschen und Livländische Ritterschaft immatrikuliert. Aus ihren Reihen stammten bekannte Landespolitiker und hohe Offiziere, die in der kaiserlichen-russischen Armee ihren Dienst versahen. Seit 1883 führten sie gemäß dem russischen Ukas den Namen Lilienfeld-Toal, deren Angehörige noch heute in einigen europäischen und überseeischen Ländern leben.
Geschichte Stammvater der von Lilienfelds Lars Larson Moduler (auch Modulas) war Schwede, seine Eltern und sein Geburtsort sind unbekannt. Nach seinem Studium und einigen Reisen trat er am 29. März 1644 seinen Dienst als Assessor am Hofgericht zu Dorpat an und wurde am 1. April 1666 eben dort zum Assessor 1. Klasse ernannt. 1650 wurde er mit dem Namen „Lilliefelt“Ätte- och vapendatabas „Lilliefelt“, Riddarhuset (schwedisch) von der Königin Christine in den schwedischen Adelsstand erhoben und unter der Nummer 497 in Schweden eingeführt. Im Protokoll der estländischen Matrikel heißt es:
Dann wurde das Geschlecht am 12. Januar 1797 in die Livländische Ritterschaft unter der Registrierungsnummer 232 aufgenommen, es gehörte gleichzeitig zur Matrikel der Öselschen Ritterschaft. In den Ritterschaften stellten sie Ritterschaftshauptmänner. Zu ihren Grundbesitzen zählten in Estland: Wait,Wait (: Vaida) war eine Landstelle und ein Dorf bei Reval. In: Addinal, Pargenthal, Moisama, Oidenorm, Essemäggi und Alp. Weiterhin Saage, Eicklecht, Kechtel, Kappel, Allo, Rappel, Rocht, Kaltenborn, Uddewa, Toal, Orrenhof und Ridaka, die im Zuge der Enteignung durch die estnische Güter-Konfiskation 1919 verloren gingen.
Stammtafel
Weitere Angehörige Egmond von Lilienfeld (1845–1895), russischer Generalmajor
Wappen Mit der schwedischen Erhebung in den Adelsstand wurde 1650 gleichzeitig das Führen eines Wappens genehmigt. Das Wappenschild ist in zwei Hälften geteilt, oben im Roten Teil drei balkenweise angeordnete silberne Lilien, in der unteren blauen Schildhälfte auf grünem Rasen ein nach links schreitender Hirsch. Helmzier zeigt einen aus einer Silber-Rot-Blau Helmwulst wachsenden Hirsch, beidseitig begleitet von je 3 Fähnchen an Stangen mit Spitzen. Die Farben der Fähnchen von rechts nach links: Blau, Rot, Silber – Silber, Rot, Blau. Die Helmdecke ist Rot-Silber und Blau-Silber.
Literatur Gabriel Anrep: Svenska adelns ättar-taflor / Afdelning 2. Granfelt från Dal - Mörner af Tuna, S. 703. (schwedisch) Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor. Band IV, Stockholm 1928. (schwedisch) Genealogisches Handbuch des Adels. (GHdA), Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg/Lahn, : Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel), (B/nach 1400 nobilitiert), Band V, Band 26 der Gesamtreihe, Limburg/Lahn 1961, S. 173–195. Walter von Hueck, Erik Amburger et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B. 1981. Band XIV, Band 78 der Gesamtreihe, 1981, S. 374–391. Walter von Hueck et al.: GHdA, Adelslexikon, Band VII, Band 97 der Gesamtreihe, Limburg/Lahn 1989, S. 373. Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft 2, Görlitz 1930, S. 109–120, Nachträge S. 22 Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft, Görlitz 1929, S. 374–383 Genealogisches Handbuch der oeselschenischen Ritterschaft, Tartu 1935, S. 531–533 Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften (Neue Folge), Band 12, Hamburg 2024, S. 239–298 (Stammreihe); 425–439 (Ahnenreihe).
Weblinks
Lilliefelt. Eintrag auf Adelsvapen.com (schwedisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Baltisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schwedisches Adelsgeschlecht Kategorie:Russisches Adelsgeschlecht