mini|Elena Bacaloglu, 1933 Elena A. Bacaloglu, auch Bakaloglu, Bacaloglu-Densusianu, Bacaloglu-Densușeanu, französisiert (geb. 19. Dezember 1878 in Bukarest, Rumänien; gest. 25. November 1947 in Bukarest), war eine rumänische Journalistin, Literaturkritikerin, Romanautorin und militante Faschistin. Ihre Schriftstellerkarriere brachte eine Einführung in die Arbeiten von Maurice Maeterlinck, mehrere kritische Essays und zwei Romane hervor. Sie war mit den Dichtern Radu D. Rosetti und Ovid Densuasianu verheiratet.
Bacaloglu lebte den größten Teil ihres späteren Lebens in Italien, wo sie sich literarischen und politischen Kreisen anschloss. Ihre daraus folgende Arbeit schloss Kampagnen für Panlatinismus und rumänischen Irredentismus ein. Diese zweite Karriere erlebte kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs ihren Höhepunkt, als Bacaloglu sich dem Italienischen Faschismus anschloss. Sie lernte Benito Mussolini und Benedetto Croce kennen und half den Faschismus von Italien nach Rumänien zu übertragen. Ihre Nationale Italo-rumänische kulturelle und wirtschaftliche Bewegung war eine kleine und heterodoxe politische Partei, aber sie verstand es, mit ihrer Zustimmung zu politischer Gewalt Aufmerksamkeit zu erregen.
Diese ältere rumänische faschistische Bewegung schloss sich der stärkeren Nationalrumänischen Fascia an. Diese stellte sich unter Bacalogus Führung neu auf. Die Partei überlebt die Unruhen von 1923, wurde aber per Regierungsverfügung 1925 aufgelöst und vollständig durch die Eiserne Garde ersetzt. Von Mussolini gemieden lebte Bacaloglu ihre letzten Jahrzehnte relativ vergessen; verstrickt in politische Intrigen. Ihre faschistischen Ideen wurden von einigen Personen aus ihrer Familie aufgenommen, darunter ihrem Bruder Sandi Bacaloglu und ihrem Sohn Ovid O. Densusianu.
Biografie Jugend und literarisches Debüt Die Familie Bacaloglu (von , deutsch Krämersohn) war sozial und politisch einflussreich. Sie stammte von dem bulgarisch-rumänischen Träger des Sankt-Stanislaus-Ordens Ion D. H. Bacaloglu ab. Elenas Vorfahren wurden erstmals 1826 in Bukarest erwähnt. Sie stammten aus dem Fürstentum Walachei und hatten mit Land spekuliert.
Elenas Vater war der Bukarester Zivilverwalter Alexandru Bacaloglu (1845–1915), verwandt mit dem Wissenschaftler Emanoil Bacaloglu. Ihre Mutter war Sofia G. Izvoreanu (1854–1942). Elenas Geschwister waren Constantin Bacaloglu (1871–1942), ein Arzt, der an der Universität Alexandru Ioan Cuza Iași studiert hatte, Victor Bacaloglu (1872–1945), ein Ingenieur, Schriftsteller und Journalist und George (Gheorghe) Bacaloglu, ein Artillerieoffizier und Literat. Ein anderer Bruder, der Rechtsanwalt Alexandru „Sandi“ Bacaloglu, war weniger bekannt, bis ihn 1923 ein Vorfall in die Öffentlichkeit warf.
Im Vergleich mit anderen rumänischen Frauen des Fin de Siècle und sogar verglichen mit etlichen Männern, war sie hochgebildet und mit Diplomen der Literaturfakultät der Universität Bukarest und des Collège de France ausgestattet. Bei ihren Studien interessierte sie sich für französische Kultur, Kunstgeschichte und Philosophie. In Paris, wo sie in Begleitung ihres Bruders Constantin Bacaloglu war, traf sie ihren zukünftigen Liebhaber Ovid Densusianu. Sie heiratete jedoch zunächst Radu D. Rosetti, der ein sehr erfolgreicher Rechtsanwalt war und ein weniger bedeutender neuromanischer Dichter wurde. Berichten zufolge war sie „verrückt vor Liebe“ und überzeugte ihre widerstrebenden Eltern, Rosetti anzuerkennen. Das Paar verlobte sich am 19. Dezember 1896 und wurde im folgenden Januar kirchlich getraut. Der Politiker Nicolae Filipescu war Trauzeuge. Elena und Radu hatten eine gemeinsame Tochter.
Die Ehe hielt nicht: 1897 verließ Rosetti Frau und Tochter, die zurück in das Haus ihres Vaters Alexandru Bacaloglu zogen. Im Juni 1898 unternahm Elena Bacaloglu einen Selbsttötungsversuch, indem sie sich in die Brust schoss. Sie wurde durch eine Notoperation ihrer rechten Lunge gerettet. Die Scheidung Rosetti–Bacaloglu wurde 1899 beurkundet. Am 7. August 1902 heiratete Elena Ovid Densusianu, der bald darauf der Theoretiker des Rumänischen Symbolismus wurde. Der Historiker Lucian Nastasă beschreibt ihre Verbindung als ungleich. Elena war „wunderschön“; Ovid, weniger gebildet als seine Frau, war „klein und humpelte“. Sie hatten einen Sohn, Ovid Jr. (Ovid O. Densusianu), der im März oder April 1904 geboren wurde.
Bacaloglus literarisches Debüt erfolgte 1903, als Editura Socec ihre Monografie Despre simbolizm și Maeterlinck (deutsch „Über Symbolismus und Maeterlinck“) herausgab. Zusammen mit den Essays von Alexandru Bibescu (1893) und Izabela Sadoveanu-Evan (1908), war das ein früher rumänischer Versuch, die Grenzen von Symbolismus, Dekadenz und Moderne festzulegen. In Bacaloglus Interpretation waren Symbolismus und Dekadentismus zwei Seiten einer Medaille: während die Dekadentisten der „Degeneration“ der „lateinischen Rasse“ Ende des 19. Jahrhunderts eine Stimme gaben, versinnbildlichten die Symbolisten die Wiederbelebung der Lateiner, einen Triumph von Mysterien und Metaphysik. Diese beiden Gebiete wurden von Maurice Maeterlincks „Serres chaudes“ überspannt, die Bacaloglu als Erste aus rumänischer Perspektive diskutierte. mini|Elena Bacaloglu 1914 mit Autogramm und Widmung 1906 veröffentlichte Bacaloglu ihren psychologischen Roman În luptă (deutsch „Im Kampf“), der 1908 von dem Roman Două torțe (deutsch „Zwei Fackeln“) gefolgt wurde. Ihre Schriften wurden von dem Literaturkritiker der rumänischen Literaturzeitschrift Viața Românească als schlecht bewertet, der schrieb, dass man În luptă nicht bis zu Ende lesen könne. Das Buch wurde der Rumänischen Akademie für den jährlichen Literaturpreis vorgeschlagen, jedoch abgelehnt. Als Begründung wurde der gequälte Schreibstil und ihre geringe Verwurzelung im literarischen Rumänien genannt. Andere Magazine, wie „Noua Revistă Română“ und Convorbiri Critice veröffentlichte Beispiele ihrer literarischen Arbeit.
Übersiedlung nach Italien Unterdessen hatte sich Bacaloglu von Ovid Densusianu getrennt. Die Scheidung erfolgte 1904. Nachdem sie den Großteil Westeuropas bereist hatte, verbrachte sie die meiste Zeit in Italien, schrieb Artikel für die Zeitung „Il Giornale d’Italia“, die Zeitschrift „Madame“ und das politische Magazin „L’Idea Nazionale“. 1908 hatte sie einige Monate lang eine Affäre mit dem Dichter und Stückschreiber Salvatore Di Giacomo, dessen „Assunta Spina“ sie im August 1909 für die Zeitschrift Convorbiri Critice übersetzte. Sie heiratete später ein drittes Mal, diesmal einen Italiener.
Anfang der 1910er Jahre lebte Bacaloglu in Rom, wo sie im September 1912 eine Monografie über die Liebesaffäre zwischen dem rumänischen Dichter Gheorghe Asachi und seiner italienischen Muse Bianca Milesi herausgab. Als Empfängerin der durch den rumänischen König Karl I. verliehenen Medaille Bene Merenti, übersetzte sie die Werke von dessen Gemahlin Elisabeth zu Wied ins Französische. Außerdem vertrat sie Rumänien bei der Nationalausstellung in der Engelsburg und hielt als „Hélène Bacaloglu“ französischsprachige Tagungen über den italienischen Dichter, Dramatiker und Essayisten Salvatore Di Giacomo ab. In dieser Zeit geriet sie mit dem rumänischen Antiquar Alexandru Tzigara-Samurcaș in Konflikt. Auf Anweisung der rumänischen Regierung ersetzte Tzigara Bacaloglu im rumänischen Komitee der Nationalausstellung. Er beschrieb Bacaloglu als eine unrechtmäßige, selbsternannte Vertreterin und gab an, dass die italienische Presse ihren Fähigkeiten ebenfalls misstraute. Bacaloglu präsentierte ihre eigene Ansicht der Ereignisse in einem Protest an die Kuratoren, der später als Broschüre herausgegeben wurde.
Ihre Konferenzen zu Di Giacomo wurden mit mehr Sympathie aufgenommen. Alberto Cappelletti schrieb eine wohlwollende Kritik in der Zeitung „Il Giorno“ und E. Console gab sie als Zeitungsbuch heraus. Aber all solche Zusammenarbeit endete abrupt, als ihre Mitstreiter unzufrieden mit ihrem Charakter und der Qualität ihrer Schreibarbeit wurden. Bacaloglu wurde jedoch von ihren rumänischen Freunden weiter wertgeschätzt und 1912 in deren Rumänische Autorengesellschaft () gewählt.
Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wandte sich Elena Bacaloglu dem politischen Aktivismus und Interventionismus zu. Sie setzte sich dafür ein, dass das immer noch neutrale Rumänien sich der Entente anschloss. Außerdem unterstützte sie die Annexion des rumänisch besiedelten Transsylvaniens. Für dieses Ziel veröffentlichte sie in Bukarest das italienischsprachige Essay „Per la Grande Rumania“ (deutsch „Für ein Großrumänien“) und das französischsprachige „Preuves d'amour. Conférences patriotiques“ (deutsch „Beweise der Liebe. Patriotische Konferenzen“). In Bacaloglus Aktivitäten wurde Irredentismus mit dem Ziel des Panlatinismus verbunden. Sie schloss sich der panlatinistischen Vereinigung „Latina Gens“ an, die Mitglieder aller „lateinischen“ Nationen willkommen hieß und eine „Lateinische Föderation“ von Staaten anstrebte. Als sie für diese Organisation arbeitete, kam sie dem italienischen General Luigi Cadorna, der von rumänischen Offiziellen als ihr „Beschützer“ beschrieben wurde, und dem italienischen Außenminister Sidney Sonnino näher. mini|Elena Bacaloglu (letzte Reihe, mit einer 5 markiert) und die Latina Gens, die sich im Juli 1916 um Sebastião de Magalhães Lima (1) und Jules Destrée (2) gruppieren. Elena Bacaloglus Bemühungen, die rumänischen Ziele bei den Truppen populär zu machen, die an der Norditalienischen Front kämpften, wurden im Oktober 1917 durch die Zwölfte Insozoschlacht unterbrochen, die Italien verlor, was Bacaloglus zwang, nach Genua zu flüchten. Sie spielte dann eine Rolle bei der Schaffung der „Rumänischen Legion in Italien“. In der Legion kämpften Rumänen aus Transsylvanien und italienische Sympathisanten in Italien gegen die Mittelmächte. Trotz ihres Engagements wurden Elena Bacalogi und die Latina Gens nicht zur Gründungszeremonie der Legion im Juni 1918 in Cittaducale eingeladen.
Laut des transsylvanischen Arztes und Publizisten Victor Babeș war Elena Bacaloglu „die große Propagandistin der Rumänienverherrlichung im Ausland und insbesondere in Italien“. Das Ziel eines „Großrumäniens“ faszinierte zwei der drei Brüder Elena Bacaloglus: Victor, Autor patriotischer Stücke, schuf die erste allrumänische Zeitung in Bessarabien; George kämpfte heldenhaft während Krieges von 1916, erfüllte mehrere diplomatische Missionen und wurde später Präfekt des Kreises Bihor in Transsylvanien. Elena, Constantin und Victor waren alle Korrespondenten für George Bacaloglus Kulturzeitschrift Cele Trei Crișuri, und das bis in die 1930er Jahre.
Faschismusexperiment Nach dem Krieg blieb Elena als Korrespondentin der Bukarester Tageszeitung Universul in Italien. Als eine der ersten Rumänen, die mit der modernen ultrarechten Bewegung in Europe bekannt wurden, erwog sie, getrieben von „enormen Ambitionen“, den italienischen Faschismus in die Idee eines Großrumäniens zu integrieren. Dieses Projekt beherrschte sie seit dem „Biennio rosso“ von 1919 bis 1920, als sie dem italienischen Nationalisten Gabriele d’Annunzio einen präfaschistischen Ansatz präsentierte und Artikel für Mussolinis Tageszeitung Il Popolo d’Italia schrieb. Benito Mussolini, der die Paramilitärs Fasci Italiani anführte, erhielt Bacologlus Briefe auch, war aber zunächst äußerst skeptisch. Sie wandte sich auch an die italienischen Journalisten Giuseppe Bottai und Piero Bolzon, die einwilligten, Bacaloglus Rumänischem faschistischen Steuerungskomitee beizutreten. Zu der Zeit war Bacaloglu auch mit dem Philosophen und Faschisten-Bewunderer Benedetto Croce befreundet und korrespondierte regelmäßig mit ihm.