Stegersbach ist eine Marktgemeinde im Bezirk Güssing, im österreichischen Burgenland. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Szentelek, der kroatische Santalek und der Romani-Ortsname Schtega.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Stremtal. Stegersbach ist die einzige Ortschaft in der Gemeinde. Diese gliedert sich weiter in die Rotten Fabitsgraben, Hinterfrauenberg, Kanischaberg, Pflegerhäuser (Weiler), Stegersbacher Berghäuser (zerstreute Häuser) und Steinbach (Dorf).
Nachbargemeinden
Geschichte Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szentelek verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Marktgemeinde ist Stegersbach seit 1583 (durch Rudolf II. 1391, 1583 erneut verliehen).
Wie in vielen anderen Orten des Burgenlandes wurden auch in Stegersbach im 16. Jahrhundert kroatische Kolonisten angesiedelt (Kroatisch-Stegersbach), wobei sich die Anteile der Deutschen und der Kroaten – ähnlich wie in den Orten Antau (Otava), Kittsee (Gijeca) und Sigleß (Cikleš) – in der Vergangenheit stets in der Waage hielten. Seit Ende des 19. Jahrhunderts nimmt der Anteil der Kroaten allerdings stetig ab, sodass heute nur mehr – wenn überhaupt – ganz wenige Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten gezählt werden können (Anteil der Kroaten an der Gesamtbevölkerung – 1880: 37 %, 1910: 30,2 %, 1934: 11 %, 1971: 1,7 %, 2001: 0,8 %). Stegersbach hatte bis zu den Deportationen im Zweiten Weltkrieg auch einen Roma-Bevölkerungsanteil von rund 15 %.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wirtschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde Stegersbach ist die Therme miniatur|Ehem. Kastell Batthyány mini|Alte Pfarrkirche Stegersbach mini|hochkant=0.7|Neue Pfarrkirche Stegersbach
Alte Pfarrkirche Stegersbach Neue Pfarrkirche Stegersbach: der treppenförmige Bau wurde in den frühen 1970er Jahren erbaut Kastell Stegersbach: erbaut von den Grafen Batthyány im Jahr 1636 im Stil der Renaissance, Vertrag mit dem Architekten Giovanni Battista Orsolino.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Stegersbach wird von der Güssinger Straße (B57), die von Kemeten über Güssing nach Feldbach führt, durchzogen. In der Ortsmitte zweigt Richtung Westen die Stegersbacher Straße (B57a) ab, die nach Rudersdorf führt. Ebenfalls in der Ortsmitte zweigt Richtung Osten die L386 nach Unterwart ab.
Bildung Marktgemeinde Stegersbach: Schulen in Stegersbach (abgerufen am 6. Februar 2018) Kindergarten Volksschule Mittelschule Polytechnische Schule Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Sonderpädagogisches Zentrum Musikschule Popmusikschule
Sport und Freizeit Sportstadion: erbaut 2006, Heimatstadion des Fußballvereins SV Stegersbach und des Inlineskater-Hockeyvereins „Tigers“ Stegersbach Allegria Familientherme Stegersbach: 1998 gestaltet von Gottfried Kumpf (Kumpftherme), 2004 umgebaut, 2008 an den Tiroler Hotelier Karl Reiter verkauft, neuer Name „Allegria Familientherme Stegersbach by Reiters“. Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass das Burgenland die Therme Stegersbach und das dazugehörige Resort kaufen will.orf.at Reiters Golfschaukel Stegersbach-Lafnitztal: mit 50-Loch-Golfanlage, größte Golfschaukel Österreichs Während der Fußball-Europameisterschaft 2008 war in Stegersbach die Österreichische Fußballnationalmannschaft untergebracht. Austragungsort der Inlineskater-Hockey-Europameisterschaft im Oktober 2008 und im September 2011
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 23 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei 2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Stegersbach 2017 (abgerufen am 6. Februar 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Stegersbach 2012 (abgerufen am 6. Februar 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Stegersbach 2007 (abgerufen am 6. Februar 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Stegersbach 2002 (abgerufen am 6. Februar 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ106066,2116 966 58,65 14 994 59,13 14 967 62,11 14 972 61,71 14 780 53,61 11 ÖVP48530,297 549 33,33 8 645 38,37 9 590 37,89 9 536 34,03 8 469 32,23 7 FPÖ563,500 81 4,92 1 42 2,50 0 nicht kandidiert 67 4,25 1 206 14,16 3 Grünenicht kandidiert 51 3,10 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert Wahlberechtigte2386 2207 2204 2086 2024 1881 Wahlbeteiligung71,84 % 78,79 % 82,08 % 81,83 % 85,28 % 87,35 %
Gemeindevorstand Neben Bürgermeister Jürgen Dolesch (SPÖ) und den beiden Vizebürgermeistern Andreas Schabhietl (SPÖ) und Florian Lang (ÖVP) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Ernst Friedl (SPÖ), Gudrun Tanczos (SPÖ), Karl Krammer (SPÖ), und Andreas Sagmeister (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.Marktgemeinde Stegersbach: Ansprechpersonen Gemeindevertretung (abgerufen am 6. Februar 2018)
Bürgermeister Bürgermeister ist Jürgen Dolesch (SPÖ).
In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Andreas Schabhietl (SPÖ) zum ersten Vizebürgermeister und Florian Lang (ÖVP) zum zweiten Vizebürgermeister gewählt.
Leiter des Gemeindeamts ist Alexander Friedl.
Chronik der Bürgermeister
1937 bis 1938 Johann Wagner jun. 1945 bis 1946 Felix Wagner 1946 bis 1947 Franz Siderits 1947 bis 1957 und 1962 bis 1963 Johann Kapesky 1957 bis 1958 Johann Murlasits 1958 bis 1962 Hubert Wukovits 1963 bis 1983 Alexander Pratl 1983 bis 1997 Walter Fabics (SPÖ) 1997 bis 2021 Heinz Peter Krammer (SPÖ) seit 2021 Jürgen Dolesch (SPÖ)
Gemeindepartnerschaften Northampton (Pennsylvania)
Persönlichkeiten Franz Krammer (1890–1975), Oberamtmann und Politiker (SPÖ) Johann Wagner (1897–1979), Politiker (ÖVP), Landeshauptmann des Burgenlands Eduard Gager (1896–?), Politiker (NSDAP) Karl Krammer (1909–1967), Kaufmann, Mitglied des Bundesrates und Abgeordneter zum Nationalrat Karl Popofsich (1910–?), Politiker (NSDAP) Wilhelm Holper (1929–1983), Kammeramtsdirektor und Politiker (SPÖ); er besuchte die Hauptschule in Stegersbach Eduard Sauerzopf (1930–2011), Zeichner Johann Wolf (1931–2006; † in Stegersbach), Politiker (ÖVP) Walter Fabics (1931–2017), Politiker, lebte ab 1932 in Stegersbach Helmut Siderits (1939–2023), Schauspieler, Theaterregisseur und -leiter Rudolf Jusits (1948–2005), Schauspieler und Regisseur Edit Schlaffer (* 1950), Sozialwissenschaftlerin, ist hier geboren und verbrachte die ersten Jugendjahre hier Kurt René Plisnier, Musiker (Keyboard), Mitglied der Rockband „Opus“ (Welthit: Live is life)
Literatur Stefan Geosits (Hg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5. Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008. ISBN 978-3-8370-4278-8.
Weblinks
Marktgemeinde Stegersbach: Offizieller Internetauftritt der Marktgemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Thermalbad in Österreich Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Güssing