Whitchurch ist ein Ort im Verwaltungsbezirk Basingstoke and Deane in der Grafschaft Hampshire, England.
Whitchurch hat 5289 Einwohner.
Geografie Whitchurch ist am Test River Fluss gelegen, etwa 21 Kilometer südlich von Newbury, Berkshire und etwa 19 Kilometer nördlich von Winchester.
Geschichte
Früheste Ursprünge Der Name „Whitchurch“ bedeutet in altenglischer Sprache „Weiße Kirche“.
Im Oktober 1987 entdeckten Mitglieder des „Andover Metal Detecting Clubs“ einen Münzschatz, bestehend aus 142 Goldmünzen aus der späten Eisenzeit, den sogenannten „Whitchurch Hoard“
Weitere archäologische Funde belegen, dass der Ort bereits zur Römerzeit bewohnt war. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen finden sich in einer Urkunde aus dem Jahr 909, in der König Eduard der Ältere die Herrschaft von Whitchurch den Mönchen des Minsters von Winchester überträgt. Whitchurch wird ebenfalls im „Domesday Book“ im Jahr 1086 erwähnt. Dort wird der Ort als „Witcerce“ benannt und hatte eine Größe von etwa 25 km². verweis=https://en.wikipedia.org/wiki/File:All_Hallows,_Whitchurch_-_geograph.org.uk_-_135147.jpg|links|mini|All Hallows Kirche Der Name Whitchurch stammt von der ursprünglichen angelsächsischen Kirche, die aus Kalkstein oder Kreide gebaut war. Wenig ist über dieses ursprüngliche Kirchengebäude bekannt, da die Normannen nach ihrer Eroberung Englands im Jahr1066 am gleichen Ort einen imposanteren Bau errichteten, der die Basis der heutigen „All Hallows“ Kirche im Ortszentrum bildet. Ein angelsächsisches Überbleibsel ist der im 19. Jahrhundert entdeckte Grabstein einer Einwohnerin mit Namen „Frithburga“. Die Kirche und deren gesamter Besitz wurden 1132 von Henry de Blois dem St. Cross Hospital in Winchester vermacht, und diese Schenkung wurde 1189 von Richard I bestätigt. Die erste Bauphase der neuen Kirche wurde um 1190 abgeschlossen, als die drei westlichen Joche an der Südseite des Kirchenschiffs hinzugefügt wurden.
13. Jahrhundert mini|Ansicht entlang des Test-Flusses zur alten Seidenweberei Unter dem Namen „Witcherche“ wurde der Ort bis zum Jahr 1241 wohlhabend, und hielt an jedem Montag einen Markt ab, auf dem die umliegenden Dörfer und Höfe ihre Produkte anbieten konnten.
Im Jahr 1284 wurde Whitchurch zur Gemeinde (Borough) erhoben, und jedes Jahr im Oktober wurde im Rathaus der Bürgermeister gewählt.1285 erhielt Whitchurch eine Royal Charter. Der Wohlstand des Ortes wuchs weiter durch die Schafzucht, da Wolle zu dieser Zeit eine wertvolle Handelsware war.
Der Fluss Test erlaubte den Betrieb von zumindest vier Wassermühlen, die entlang des Flusses verteilt waren. Diese Mühlen mahlten Getreide, webten Wolle, Seide und produzierten Stoffe. Die meisten der Mühlen sind heute Wohnhäuser, doch die um 1800 erbaute „Whitchurch Silk Mill“ existiert noch heute. Sie kann besichtigt werden, und zeigt regelmäßig, wie die Seidenweberei in viktorianischer Zeit funktionierte.
16. Jahrhundert Während der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. im Jahr 1582 war Whitchurch so groß und wohlhabend geworden, dass es zwei Abgeordnete ins Parlament entsenden konnte. Doch bereits vor der Wahlrechtsreform im Jahr 1832 war die Zahl der Wahlberechtigten derart geschrumpft, dass Whitchurch als „Rotten Borough“ galt.
18. Jahrhundert mini|Das Rathaus von Whitchurch, erbaut 1791 1712 kam der französische Hugenottenflüchtling Henri de Portal nach Whitchurch, und richtete dort eine Papiermühle ein. Das dort produzierte Papier war hochwertig, widerstandsfähig und sehr fest. Die Qualität des Papiers erwies sich innerhalb von nur zwölf Jahren als derart außergewöhnlich, dass die Mühle begann damit die Bank of England zu beliefern. Diese Tradition wird bis zum heutigen Tag fortgesetzt, doch ist die Mühle in der Zwischenzeit ins benachbarte Overton umgezogen.
19. Jahrhundert Im Rahmen der generellen Expansion der Bahnlinien während der viktorianischen Zeit wurde Whitchurch im Jahr 1854 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof von Whitchurch entstand als Teil des Baus der Verbindung zwischen Basingstoke und Salisbury durch die „London and South Western Railway“. Dadurch wurden die Verbindungen nach London und dem Süd-Westen Englands deutlich verbessert. Der Bahnanschluss vereinfachte den Warentransport, besonders von landwirtschaftlichen Produkten und dem Papier der Papiermühlen. mini|Gedenktafel in der Newbury Street, die an das in Whitchurch im Jahr 1890 errungene Demonstrationsrecht durch die Heilsarmee erinnert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Versammlungen der Heilsarmee im Freien ein Stein des Anstoßes; während die Teilnehmer auf ihr Recht zur Durchführung solcher Versammlungen pochten, sahen die Behörden darin eine Verkehrsbehinderung und Störung der öffentlichen Ordnung. Im Oktober 1889 versammelten sich etwa 1000 Angehörige der Heilsarmee im Zentrum von Whitchurch. Ihnen wurde öffentliche Aufruhr und Zusammenrottung vorgeworfen. Es kam zum Prozess, der schließlich Gesetze zum Recht der Öffentlichkeit auf friedliche Demonstrationen zur Folge hatte.
21. Jahrhundert Weite Teile der ursprüngliche Papiermühle von Henri de Portal, Bere Mill, fielen am 8. Februar 2018 einem Brand zum Opfer. Bere Mill ist heute ein Park, der Besuchern offen steht. An der Kreuzung der A34 mit der B3400 befindet sich „The Brooking“, ein Museum für Alltagsgegenstände der Architektur, das jedoch nur nach Voranmeldung zugänglich ist.
Transport und Infrastruktur
Heutige Situation Die „West of England“ Bahnlinie verbindet den Bahnhof von Whitchurch mit dem 95 Kilometer entfernten London, und zwei Hauptverbindungsstraßen passieren den Ort; die A34 in Nord-Süd Richtung, und die A303 von Westen nach Osten zwischen Basingstoke und Exeter. Die B3400 Straße führt mitten durch den Ort und weiter bis nach Andover. Durch die Lage an der Kreuzung mehrerer Hauptverbindungen bietet Whitchurch somit eine ausgezeichnete Anbindung in alle Richtungen.
Busverbindungen werden von Stagecoach angeboten. Es existieren Verbindungen von und nach Winchester, Andover und Basingstoke.
Ausbildung Die „Whitchurch Church of England Primary School“ sorgt für die jüngeren Schülers des Ortes und des Umlands. Sie wurde 2011 von Ofsted mit „Gut“ bewertet.
Die „Testbourne Community School“ ist eine weiterführende Schule, die im Jahr 2010 von Ofsted mit „hervorragend“ bewertet wurde. Die Schule hat etwa 1000 Schüler der Altersgruppen von 11–16 Jahren.
Die nächstgelegene Hochschule ist die Universität von Winchester, etwa 19 Kilometer südlich von Whitchurch.
Sport und Freizeit Whitchurch hat einen Non-League football Club, den Whitchurch United F.C., der in Longmeadow spielt. Ebenfalls in Longmeadow spielt der lokale Squash und Bowls Club. Whitchurch hat ebenfalls zwei Cricket-Teams, die auf der Parsonage Meadow spielen.
Neben der 1958 gegründeten Amateur-Theatergruppe „WADS“, veranstaltet der Longmeadow Sportverein jedes Jahr ein Bierfest, das vom North Hampshire Ortsverband der „Campaign for Real Ale“ organisiert wird. Da Whitchurch am südlichen Rand der North Wessex Downs sowie am Schnittpunkt mehrerer Flusstäler liegt, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zum Radfahren, sowohl für anspruchsvolle als auch für gemächliche Touren, auf der Straße und im Gelände. Beliebte Radrouten führen unter anderem flussabwärts durch das Tal des Flusses Test.
Im Südosten der Gemeinde gibt es einen BMX- und Skateboard Park.
Environment Whitchurch ist das Tor zur Nationallandschaft „North Wessex Downs“ – einem Mosaik aus sanft rollenden Hügeln, Wald- und Wiesenlandschaften. Die North Wessex Downs bilden die drittgrößte der britischen Nationallandschaften.
Whitchurch war eine der ersten ländlichen Gemeinden, die im Jahr 2011 mit Glasfaser-Technologie ausgestattet wurden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Hampshire Kategorie:Geographie (Basingstoke and Deane) Kategorie:Domesday Book