mini|hochkant|Wappen derer von Harten Harten ist der Name eines deutsch-baltischen Adelsgeschlechts, dessen Ursprung in Oldenburg zu finden sein soll. In Oldenburg gibt es sogar die Sage, dass die Familie von Harten von einem oldenburgischen Grafen bzw. dessen uneheliche Sohn abstamme.Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg, S. 638 Stammvater ist Magnus Georg Harten (1713–1786), der sich auf der estnischen Insel Ösel ansiedelte. Eduard Moritz von Harten (1829–1894) und sein Bruder Hermann Rudolf von Harten (1842–1917) wurden 1866 und 1909 in die Adelsmatrikel der Öselschen Ritterschaft eingetragen.Carl Arvid Klingspor: Baltisches Wappenbuch, Stockholm 1882, S. 62.

Geschichte Magnus Georg Harten wanderte, wohl aus Oldenburg stammend, zuerst nach Riga ein und wurde ab 1757 Archivar des schwedischen General-Gouvernements-ArchivsPage 1 263 „…vom Generalgouverneur Browne auferlegt. Auf Befehl…“. In: Archiv Riga-digitalis.eu, S. 263, . Sein Sohn Georg Friedrich Harten, 1758 in Riga geboren wurde Pastor zu Mustel und später Konsistorialassistent. Dessen Sohn Hermann Johann Friedrich Harten (1794–1841) war Pastor zu Karmel und später Superintendent, er wurde 1840 mit dem russischen Stanislausorden ausgezeichnet und in den russischen Dienstadel aufgenommen. Das von ihm entworfene Wappen, das im geteilten Schild oben in Blau drei Silbersterne zeigte (1:2 gestellt), wurde späterhin von der Familie nicht geführt,Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3, 11. Abt., T. 1, Bd. 1: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 1: Die Ritterschaft, Bd. 1: Fürsten, Grafen, Barone und Edelleute (Adamowicz - Heringen), Nürnberg 1898, S. 313; Tafel 107. wohl aber in die drei Silberkugeln (1:2 gestellt) auf blauem Grund transferiert.

Dessen Söhne Eduard Moritz von Harten (1829–1894) und Hermann Rudolph von Harten (1842–1917) waren Ärzte. Die Anerkennung des russischen Erbadels erfolgte 1864 für Eduard Moritz von Harten, der 1866 in die Adelsmatrikel der Öselschen Ritterschaft aufgenommen wurde. Hermann Rudolph von Harten wurde 1909 ebenfalls in die Öselsche Ritterschaft immatrikuliert.

Besitzungen mini|Herrenhaus von Sikassaare Zu ihren Besitzgütern zählten das Gut Mullat, es gehörte anfangs zum Schultzenhof, 1560 besaß ihn Conrad Buhrmeister, 1615 kaufte Jakob Becke den Schultzenhof mit Mullut. Hieraus entstand das Rittergut Mullut. Besitzer waren die Familien von Nolcken, Buxhoeveden und bis 1919 zur Enteignung Oskar von HartenHans Feldmann, Heinz von zur Mühlen, Gertrud Westermann (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon: Estland (einschliesslich Nordlivland), Verlag Böhlau Verlag Köln Weimar, 1985, ISBN 3412071838, S. 367.. Eine gewisse Zeit waren sie auch Besitzer der Landstelle Siksar, welches Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem Gut umgestaltet wurde.

Angehörige Eduard von Harten (* 1860; † nach 1918), russischer Generalmajor Julius von Harten (1827–1893), russischer Generalmajor Eduard von Harten (1833–1904), russischer Generalmajor

Wappen Auf dem Wappenschild in Blau drei Silberkugeln (1:2 gestellt). Die Helmdecke ist blau und silbern, die Helmzier besteht aus einer Krone mit drei Straußenfedern (blau, silbern, blau).Nicolai von Essen: Genealogisches Handbuch der Oeselschen Ritterschaft, Tartu 1935, S. 146.

Carl Arvid Klingspor wollte das Wappen 1882 im Baltischen Wappenbuch noch in einer weiteren Supplementtafel veröffentlichen, jedoch kam es dazu nicht.Baltisches Wappenbuch, S. 65, S. 77 Lediglich eine Supplementtafel wurde umgesetzt.Supplement Tafel I.

Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) Adelslexikon Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, 1978, S. 454, Adlige Häuser B, Band VII, Band 36 der Gesamtreihe, 1965. S. 127–133

Weblinks Nicolai von Essen: Genealogisches Handbuch der Öselschen Ritterschaft, Tartu 1935, S. 146–150.

Einzelnachweise

Kategorie:Baltisches Adelsgeschlecht Kategorie:Russisches Adelsgeschlecht