Kukmirn (, ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Güssing des österreichischen Burgenlandes.
Geografie Die Gemeinde liegt im Südburgenland zwischen den Städten Fürstenfeld im Westen und Güssing im Osten, jeweils etwa zehn Kilometer entfernt. Die mittlere Seehöhe ist 240 Meter, die höchste Erhebung, der Hofweinriegel, ist 380 Meter hoch. Fast die Hälfte der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt, rund vierzig Prozent sind bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Eisenhüttl () mit Fedenberg Kukmirn () mit Buchberg, Hafnergraben, Schermanngraben, Ungerberg, Watzen, Weingartengraben und Zellenberg Limbach () mit Greutern, Gründelsberg, Haufenberg, Limbacher Berghäuser und Zellenberg Neusiedl () mit Fedenberg, Heutal, Kroboteck, Ledenberg und Schrötten
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eisenhüttl, Kukmirn, Limbach und Neusiedl bei Güssing. Deutscher OrtsnameUngarischer OrtsnameKroatischer OrtsnameOrtsname in RomaniEisenhüttlKisvaskútJezerjani-KukmirnKukmér-KukmeraLimbach im BurgenlandHárspatak--Neusiedl bei GüssingFelsőújlak--
Nachbargemeinden
Geschichte Kukmirn wird erstmals 1185 in einer Urkunde in einer Grenzbeschreibung über die Grenzen des Klostergutes Güssing gegen Medusbach (Dobersdorf) und Witin (Fedenberg – heute eine Riedbezeichnung) urkundlich erwähnt.Marktgemeinde Kukmirn: Geschichte (abgerufen am 25. Jänner 2018)
Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht bekannt. Die Deutungen reichen vom wildwachsenden Kürbis („Cucurbita“) über die Abstammung von einem ungarischen Adelsgeschlecht („blauer Herzog“) bis hin zu einem Hinweis auf die Kultur der Kelten.
Der Ort Eisenhüttl (Jezerjani) zählt zum Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten. Er wurde – wie viele andere burgenländische Ortschaften – im 16. Jahrhundert von kroatischen Kolonisten neu besiedelt. Die Ortsbevölkerung war noch in der Zwischenkriegszeit überwiegend kroatischsprachig; seit der Nachkriegszeit ist der Anteil der kroatischen Volksgruppe stark rückläufig und lag zuletzt nur mehr bei rund 11 % (2001).
Der Ort Kukmirn gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Kukmér verwendet werden.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Im Zuge des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes vom 1. September 1970 wurden per 1. Jänner 1971 die vordem selbständigen Gemeinden Eisenhüttl, Kukmirn, Limbach und Neusiedl bei Güssing zur Großgemeinde Kukmirn zusammengeschlossen.Land Burgenland: Landesgesetzblatt für das Burgenland, 17. Stück aus 1970, Gesetz Nr. 44 (PDF-Dokument; abgerufen am 24. Jänner 2018)
1982 erhielt die Gemeinde Kukmirn das Marktrecht verliehen.
Am 1. Juni 2011 wurde vom Gemeinderat das vollständige Übereinkommen über den Plan der Vermögensaufteilung beschlossen und damit die Trennung der Stammgemeinde „Marktgemeinde Kukmirn“ in die neu zu bildenden Gemeinden „Limbach“ und „Kukmirn“ sowie die Stellung des Antrages an die Landesregierung auf Erlassung einer Trennungsverordnung.kukmirn.at: , Pressemeldung vom 16. Juni 2011, Zugriff am 26. August 2011 Das Land lehnte die Trennung jedoch mit Verweis auf eine angeblich nicht gegebene nachhaltige Lebensfähigkeit der Einzelgemeinden Anfang 2012 ab.orf.at – Kukmirn und Limbach: Keine Trennung
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Evangelische Pfarrkirche Kukmirn Katholische Pfarrkirche Kukmirn
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei 2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Kukmirn 2017 (abgerufen am 25. Jänner 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Kukmirn 2012 (abgerufen am 25. Jänner 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Kukmirn 2007 (abgerufen am 25. Jänner 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Kukmirn 2002 (abgerufen am 25. Jänner 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP60844,069 621 44,93 10 727 48,08 10 968 67,04 15 891 59,48 13 855 60,51 13 BMK46033,337 452 32,71 7 416 27,51 6 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert SPÖ31222,615 309 22,36 4 349 23,08 5 414 28,67 6 491 32,78 7 392 27,74 6 FPÖnicht kandidiert nicht kandidiert 20 1,32 0 52 3,60 0 116 7,74 1 166 11,75 2 FBLnicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 10 0,69 0 nicht kandidiert nicht kandidiert Wahlberechtigte1879 1784 1826 1841 1797 1667 Wahlbeteiligung79,14 % 83,46 % 87,24 % 82,24 % 87,92 % 88,96 %
Gemeindevorstand
Neben Bürgermeister Werner Kemetter (ÖVP) und Vizebürgermeister Klaus Kroboth (BMK) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Franz Kropf (ÖVP), Ute Lagler (SPÖ), Julius Reichl (BMK), Siegfried Sinkovits (ÖVP) und Klaus Weber (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.Marktgemeinde Kukmirn: (abgerufen am 25. Jänner 2018)
Zum Gemeindekassierin wurde Ute Lagler (SPÖ) und zum Umweltgemeinderat wurde Klaus Weber (ÖVP) vom Gemeinderat gewählt.Marktgemeinde Kukmirn: (PDF-Dokument; abgerufen am 25. Jänner 2018)
Zu Ortsvorstehern wurden ernannt: Siegfried Sinkovits (ÖVP, für Eisenhüttl), Franz Kropf (ÖVP, für Kukmirn) und Klaus Weber (ÖVP, für Limbach). In Neusiedl wird die Funktion von Bürgermeister Werner Kemetter selbst wahrgenommen.
Bürgermeister
Bürgermeister ist Werner Kemetter (ÖVP). Er siegte bei der Stichwahl 2022 mit 62,62 Prozent der Stimmen.
Nachdem Franz Hoanzl (ÖVP), der seit 26. Februar 2007 der Gemeinde vorstand, bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 als Altersgründen nicht mehr antrat,vom 1. März 2007: (abgerufen am 25. Jänner 2018) bewarben sich mit Werner Kemetter, Klaus Kroboth (Bürgerliste der Marktgemeinde Kukmirn) und Ute Lagler (SPÖ) drei Kandidaten um seine Nachfolge. Kemetter wurde bereits im ersten Wahlgang von 54,77 % der Wähler das Vertrauen ausgesprochen, womit er die Nachfolge von Hoanzl antrat. Kroboth kam auf 30,64 % und Lagler musste sich mit 14,59 % zufriedengeben. Bürgermeister Kemetter wurde am 10. Oktober 2017 durch die Bezirkshauptfrau Nicole Wild angelobt.
In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 23. Oktober 2017 wurde Kroboth zum Vizebürgermeister gewählt.
Seit 1. April 2018 ist Manuela Tanczos Amtsleiterin.Marktgemeinde Kukmirn: (abgerufen am 25. Jänner 2018)
Chronik der Bürgermeister
1971–1986 Richard Zotter (ÖVP)Marktgemeinde Kukmirn: (abgerufen am 25. Jänner 2018) 1986–2007 Reinhold Fiedler (ÖVP) 2007–2017 Franz Hoanzl (ÖVP) seit 2017 Werner Kemetter (ÖVP)
Wappen 60px Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot ein Apfel in verwechselten Farben.“ Der Apfel symbolisiert den Obstanbau in der Region.
Literatur Walter Dujmovits (Red.): Marktgemeinde Kukmirn. Marktgemeinde Kukmirn, Kukmirn 1982. Martina Fischl: Familie im Südburgenland. Kukmirn und Neuberg von 1895 bis 1995. Dissertation, Universität Graz 2000. Stefan Geosits (Hrsg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5. Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008. ISBN 978-3-8370-4278-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Güssing