mini|Lady Leshurr bei einem Auftritt (2017) Melesha Katrina O’Garro BEM (* 15. Dezember 1988Alle von uns geprüften Quellen geben 1988 als Geburtsjahr an. Einzig Melesha O’Garros Eintrag im britischen Handelsregister nennt 1987 als Geburtsjahr. in Solihull, West Midlands, England), bekannt als Lady Leshurr, ist eine britische Rapperin, Sängerin, Musikproduzentin, Radio-DJ und Schauspielerin aus Birmingham. Ihr Stil ist dem Hip-Hop-Subgenre Grime zuzuordnen, greift aber auch Elemente aus den Genres Garage, Reggae, House, Dancehall und Pop auf. Wiederholt wurde Leshurr in den Medien als „Queen of Grime“ und „Queen of British Rap“ bezeichnet.

Name Das Pseudonym Lady Leshurr sorgt immer wieder für Unklarheiten, da aufgrund der verzerrten Schreibweise auch englische Muttersprachler ihn oft falsch aussprechen. Korrekt ausgesprochen wird Leshurr wie die letzten beiden Silben von O’Garros Vornamen Melesha, also „Lee-sha“ oder, in deutscher Umschrift, „Lie-scha“. (). In den frühesten Anfängen ihrer Karriere, als sie noch in Jugendclubs rappte und ihr erstes Mixtape produzierte verwendete sie das Pseudonym Lady L. Ein Freund ihres älteren Bruders hatte sie immer so genannt. Als sie sechzehn war schrieb sie einen Song, den sie Lady Leshurr nannte und blieb dann bei diesem Namen. Lady L benutzt sie heute noch gelegentlich, beispielsweise wenn sie in Filmen mitwirkt.

Karriere Leshurr war in ihrer Kindheit ständig von Musik umgeben. Die ganze Familie war musikbegeistert. Ihre Geschwister musizierten und rappten ebenfalls. Leshurr begann bereits im Alter von 6 Jahren Texte zu schreiben, die sie ihrer Mutter auf die Mailbox rappte. Entscheidenden Anstoß gab ihr der Song Bam Bam der Reggae-Sängerin Sister Nancy und bis heute gehören Coverversionen von Bam Bam zu Leshurrs Live-Repertoire.

Musikalisch prägend war die Entdeckung der Hip-Hop Kultur, in die sie von ihrer älteren Schwester eingeführt wurde. Besonders die Musik Eminems beeindruckte sie und übte einen nachhaltigen Einfluss auf sie aus. Als sie diese im Alter von 12 kennenlernte, beschloss sie, dass sie Musikerin werden wollte.

Im Kingshurst Youth & Community Centre, einem örtlichen Jugendzentrum, erlernte sie die nötigen Techniken, um ihre eigenen Songs zu mixen und aufzunehmen. Außerdem lernte sie Schlagzeug spielen und übte sowohl das Rappen als auch zu Tanzen. In ihrer Zeit auf der Secondary School rappte sie regelmäßig auf Partys und war als DJ tätig und verfeinerte ihre Skills kontinuierlich.

Mit 14 Jahren produzierte und veröffentlichte Leshurr als Lady L ihr erstes Mixtape Needle In A Heystack. Sie promotete und vertrieb das Mixtape auch selbst. Im Handverkauf bot sie es auf Partys und Passanten in der Innenstadt Birminghams an. Die CD war auch in örtlichen Plattenläden erhältlich. Als der legendäre [Independent]-Plattenladen Tempest Records sich bereit erklärte Needle In A Heystack ins Programm zu nehmen, geriet Leshurr vor Freude derart aus dem Häuschen, das sie dem Laden die CDs umsonst überließ. Darüber hinaus verschenkte sie CDs an Fremde oder ließ sie einfach in Bussen und auf Parkbänken liegen, in der Hoffnung, das jemand sie dort finden und auf sie aufmerksam würde. Sie begann live aufzutreten, hielt dies jedoch vor ihren Eltern geheim.

In den folgenden Jahren trat Leshurr in ganz England auf, nahm an zahlreichen Rap-Batlles teil, spielte auf dem Sidewinder Festival, erste Stücke von ihr wurden von Sendern wie Kiss FM und BBC 1Xtra im Radio gespielt. Im Jahr 2009 veröffentlichte sie ihr erstes offizielles Mixtape The Last Second unter dem Namen Lady Leshurr. Schon die 25 Stücke des ersten Tape wiesen Leshurr als vielseitige Künstlerin aus, die verschiedene Stilarten in ihre Musik einfließen lässt. Noch im selben Jahr folgte mit Unleshurr ein weiteres Mixtape.

Ebenfalls 2009 spielte Leshurr – wiederum unter dem Pseudonym Lady L – die Rolle der Shakia in dem Spielfilm 1 Day der Regisseurin Penny Woolcock. Der Film, dessen Handlung im Gang-Milieu Birminghams angesiedelt ist, wurde in der Stadt von verschiedenen Kinos nicht ins Programm genommen, da die Behörden Ausschreitungen befürchteten.In einem Interview mit dem Guardian berichtet Leshurr, bei einer Aufführung des Films sei es zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gangs und zu Messerstechereien gekommen. Dabei handelt es sich offensichtlich um ein Gerücht, da sich in anderen Presseberichten zur Nichtaufführung von 1 Day nichts Entsprechendes finden lässt. Vergl. beispielsweise Artikel in der Birmingham Mail, im Daily Express oder im Independent 1 Day erhielt gemischte Kritiken und war kein kommerzieller Erfolg. Für Leshurr, die in dem Musical auch rappte, sollte sich der Film aber als entscheidend erweisen. Die Künstler und Produzenten in London, dem Zentrum der britischen Hip-Hop-Scene, wurden durch den Film auf Leshurr aufmerksam. Dies öffnete ihr wichtige Türen und kann als ein erster Durchbruch der Künstlerin angesehen werden.

Leshurr, die bereits in ihrer Jugend Schauspielunterricht genommen hatte, wirkte auch in den folgenden Jahren an Filmen mit, so 2010 in Fifty von Regisseur Ryan Vernava oder 2015 in Lapse of Honour von Rayna Campbell.

2010 veröffentlichte Leshurr das Mixtape 01:21 AM01 21 ist die Telefonvorwahl von Leshurrs Heimatstadt Birmingham. sowie die EP Every Little Counts, eine Zusammenstellung von Kollaborationen mit anderen Grime-Musikern wie Dot Rotten, P. Money und Mz. Bratt. Im September gründete Leshurr ihr eigenes Label Gutter Strut Limited um ihre Musik und die von ihr selbst entworfenen Merchandising-Produkte zu vertreiben. Im Oktober 2015 löste sie die Firma wieder auf.

Ihren nationalen Durchbruch erreichte Leshurr 2011, als das Video zu ihrer Coverversion von Chris Browns Look at Me Now auf Worldstarhiphop.com an nur einem Tag über 80.000 mal aufgerufen wurde. Die ersten englischen Tageszeitungen fingen daraufhin an, über sie zu berichten, und sie wurde als „Best Female Artist“ mit einem Official Mixtape Award ausgezeichnet. Sie veröffentlichte im selben Jahr auch die EP Off the Lesh sowie die beiden Mixtapes L Day und Friggin L, auf dem Look At Me Now enthalten ist. Friggin L nennt Leshurr auch eine Modelinie, die sie 2011 ins Leben rief. Die Produkte von Friggin L, die Leshurr selbst gestaltet und vertreibt, sind äußerst beliebt. Sie drehte 2011 fünf Videoclips und im November erschien ihre erste Single, das von Wizzy Wow produzierte Lego. Das dazugehörige Video wurde vorab am 30. Oktober 2011 von Hottesttracks.com veröffentlicht. Lego erschien auch, zusammen mit einigen Remixen, als EP.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Leshurr das 2000 and L Mixtape. Wieder erhielt sie einen Official Mixtape Award als „Best Female Artist“ sowie einen Urban Music Award in derselben Kategorie. Leshurr spielt Konzerte mit der Reggae-Band The Rasites. Neben den klassischen Roots-Reggae-Stücken der Rasites, spielten die Band und Leshurr auch Reggaeversionen einiger Stücke aus Leshurrs Repertoire, so beispielsweise Lego und Look At Me Now. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bass Culture - The Influence Of Reggae On British Music gab sie mit der Band ihr am 17. März 2012 in Austin ihr erstes Konzert in den Vereinigten Staaten. Ebenfalls im Rahmen von Bass Culture tourten Leshurr und die Rasites Anfang 2013 durch ganz England. Leshurr nahm an den Veranstaltungen nicht nur als Life-Performerin teil, sie beteiligte sich auch als Referentin an Podiumsdiskussionen.

Die Mona Leshurr EP und das L Yeah! Mixtape erschienen 2013. Der Song Blazin’, den Leshurr mit dem Electro/Dubstep-Musiker Torqux aufgenommen hatte, belegte Platz 1 der MTV Base Charts und verdrängte Justin Timberlake von dieser Position. Am 10. August des Jahres trat Leshurr beim BBC Classic Urban Prom zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra in der Royal Albert Hall auf. Lady Leshurr spielte die Stücke Blazin’, Look At Me Now und Let The Dogs Run Wild. Die BBC übertrug das Konzert landesweit.

Anfang 2014 erschien Lil Bit Of Lesh, sowie Videos zu drei Songs (Chase The Dream, Been A Long Time, The Worst) von dem Mixtape.

Nach der Veröffentlichung von neun Mixtapes und vier EPs, zahlreichen Kooperationen mit anderen Künstlern, jahrelangem, unermüdlichem Touren und dem Gewinn mehrerer Auszeichnungen, war Leshurrs Karriere, trotz erster Charterfolge und weitgehender Akzeptanz und Anerkennung, sowohl in der Hip-Hop-Community als auch in Mainstream-Medien, ins Stocken geraten. Obwohl sie Angebote von verschiedenen Plattenfirmen bekommen hatte – unter anderem von Atlantic Records, Kanye Wests GOOD Music und Lil Waynes Label Young Money – war kein Vertrag zustande gekommen. Leshurr, die stets Wert auf ihre Unabhängigkeit gelegt hatte, hatte letztlich doch einen Vertrag mit einem Management unterschrieben, die Zusammenarbeit funktionierte jedoch nicht. Leshurr hatte viel erreicht, wirklicher kommerzieller Erfolg blieb allerdings aus. Trotz ihrer Bekanntheit war sie noch immer arm. Dann kam es zu einem Ereignis, dass sie tief erschütterte und in eine Depression stürzte. Eine ihr nahestehende Person hatte sich Zugang zu ihren Social-Media-Konten verschafft und diese vollständig gelöscht.

In der Folge zog Leshurr sich für ein Jahr mehr oder weniger aus der Musikszene zurück. Natürlich war sie auch in dieser Zeit nicht völlig untätig. Als Gastmusikerin war sie an der Produktion von mindestens 10 Songs anderer Künstler beteiligt. Sie managte ihre Kollegin und Freundin Paigey Cakey. Mit ihrem Lady Leshurr’s Rap College – eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen sie Jugendlichen Tipps und Tricks über das Musikmachen vermittelt – zog sie durch ganz England. Leshurr bekam eine eigene Sendung auf Reprezent Radio. Die Mona Leshurr Show feierte am 3. Mai 2014 Premiere. Leshurr moderierte die Sendung vierzehntäglich bis mindestens Ende Juli. Ende 2014 veröffentlichte Leshurr den Song Shurraq auf YouTube.

Anfang 2015 meldete Leshurr sich endgültig zurück und veröffentlichte am 1. Februar Queen’s Speech #1, den ersten Teil einer Serie von Freestyles, die sich als bahnbrechend für ihre Karriere erweisen sollten. Am 25. Juni 2015 erreichte das erste Mal ein Video Leshurrs (Queen’s Speech #3) 1.000.000 Aufrufe. Dieses Ereignis veranlasste sie zu dem Song One Million Views, der später auf der Queen’s Speech EP veröffentlicht wurde. Am 30. Juli desselben Jahres geht ihre erste offizielle Webseite LYeah! online.

Internationale Bekanntheit erlangte Leshurr als Queen’s Speech #4 virale Verbreitung im Internet fand, nachdem Samsung den Song in einem Werbespot für das Smartphone Galaxy S6 Edge+ und die dazugehörige, kabellose Aufladestation verwendete. Innerhalb von nur drei Tagen erzielte Queen’s Speech #4 18 Millionen Klicks auf Facebook.

Auch ihre Aktivitäten als Live-Performerin nahm Leshurr 2015 wieder auf. Im Frühjahr schloss Leshurr einen Vertrag mit einer neuen Booking-Agentur. Am 18. März verkünden MN2S, dass Leshurr bei ihnen unterschrieben hat. MN2S organisierten Leshurrs erste Tournee als Headliner. Die Mad Ting Tour war ausverkauft. Leshurr wurde bei den Urban Music Awards in gleich drei Kategorien (Best Female Act, Best Hip Hop Act und Best Music Video) nominiert und gewann auch alle drei Preise.

Im Rahmen einer landesweiten Kampagne zur Förderung der kreativ Tätigen des Landes, bemalten die Graffiti-Künstler Chu, Gent 48 und Title 2015 eine Außenwand der sechsstöckigen Custard Factory, einem unabhängigen Kultur- und Gewerbezentrum in Birmingham. Lady Leshurr war eine der vier auf dem Bild in überdimensionalen Porträts dargestellten, aus der Stadt stammenden, Künstler. In der Custard Factory hatte Leshurr in ihrer Jugend an Musikworkshops und Tanzkursen teilgenommen.