Der Städtebau (ab 1925 nur: Städtebau) war die erste deutschsprachige Zeitschrift, die sich ausschließlich dem Thema Städtebau widmete. Sie wurde 1904 von Camillo Sitte und Theodor Goecke gegründet.
Geschichte Gründung Die Initiative zur Gründung der ersten deutschsprachigen Städtebau-Zeitschrift ging auf Camillo Sitte zurück, der aus strategischen Gründen Theodor Goecke als Mit-Herausgeber gewann, welcher ebenso wie er selbst Architekt und Städtebauer, aber auch preußischer Baubeamter und Hochschullehrer war. Aus gleicher Motivation, um eine weite Verbreitung im deutschsprachigen Raum zu erzielen, wählte Sitte als Österreicher bewusst Berlin als Verlagsort.Detlef Jessen-Klingenberg: Camillo Sitte als „leidenschaftlicher Verehrer des Barock“. Zur Rezeption im Umfeld Werner Hegemanns. In: Formationen der Stadt. Camillo Sitte weitergelesen. Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin 2006 (Bauwelt-Fundamente 132), S. 97. Sitte starb kurz vor Erscheinen des ersten Heftes, hatte jedoch noch wesentlich das Programm der Zeitschrift festgelegt.Theodor Goecke: Nachruf! In: Der Städtebau, 1904, Heft 1, S. 5. Digitalisat
Entsprechend dem Untertitel „Monatsschrift für die künstlerische Ausgestaltung der Städte nach ihren wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Grundsätzen“ sollte ein umfassend ganzheitliches Verständnis des Städtebaus vertreten werden. Erklärtes Ziel war, „eine Sammelstätte für die Einzelarbeiten aller mitbeteiligten Fachmänner zu schaffen und zugleich ein Organ zur Belehrung und Anregung aller Mitbeteiligten.“Theodor Goecke, Camillo Sitte: An unsere Leser. In: Der Städtebau, Heft 1, 1904, S. 4. Digitalisat Genannt wurden in diesem Sinne „Techniker, Künstler, Nationalökonomen, Hygieniker, Sozialpolitiker, Verwaltungsbeamte und Mitglieder gesetzgebender Körperschaften […] alle Bewohner unserer Städte.“Theodor Goecke, Camillo Sitte: An unsere Leser. In: Der Städtebau, Heft 1, 1904, S. 1. Digitalisat
Beilagen Mit dem Jahrgang 1929 wurde die Zeitschrift Baupolitik, von dem österreichischen Architekten und Städtebauer Karl Heinrich Brunner gegründet, zur Beilage des Städtebau.
Bereits ein Jahr später wurde Der Städtebau seinerseits zur Beilage der Zeitschrift Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau bzw. seit 1932 der Monatshefte für Baukunst und Städtebau und erschien in dieser Form bis 1939.
Persönlichkeiten Herausgeber Camillo Sitte, 1903, Begründer Theodor Goecke, 1904–1919 Heinrich de Fries, 1919–1923 Werner Hegemann, 1925–1933 Friedrich Paulsen, 1933–1939 Weitere Mitarbeiter Karl Heinrich Brunner, 1929– , Herausgeber der Beilage Baupolitik
Bände Jahrgang 1, 1904 Archive Jahrgang 2, 1905 Archive
Literatur
Weblinks Der Städtebau (1.1904–34.1939) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtplanungszeitschrift (Deutschland) Kategorie:Antiquarische Zeitschrift (Berlin) Kategorie:Deutschsprachige Zeitschrift Kategorie:Architekturkritik Kategorie:Ersterscheinen 1904 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1939