Theodor Georg Ludwig Levin (* 2. November 1836 in Königsberg; † 21. November 1922 in Düsseldorf) war ein deutscher Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller. Bis Anfang der 1890er Jahre arbeitete er als Kurator bzw. Bibliothekar der Kunst- und Literatursammlung sowie Professor für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf.
Leben Über Levins Leben ist wenig bekannt. 1854 absolvierte er das Altstädtische Gymnasium seiner Vaterstadt mit dem Ziel, Jura zu studieren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften praktizierte er an einem Gericht, wo er 1859 als „Tribunals-Auskultator“ zum „Tribunals-Referendarius“ ernannt wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er auf eigenes Ersuchen aus dem Justizdienst entlassen.Amtsblatt der Königl. Preuß. Regierung zu Königsberg, Nr. 38 vom 21. September 1859, S. 222; Nr. 43 vom 26. Oktober 1859, S. 243 (Google Books) 1862 trat er in die Handelsgesellschaft von Moritz Levin als Mitgesellschafter ein.Sammlung der deutschen Handels-Register. Band 1: 1862. Köln 1862, Blatt 4, S. 10 (Google Books) 1864 wurde über sein Privatvermögen der Konkurs eröffnet.Konkurseröffnungen. In: National-Zeitung. Beiblatt Nr. 95 vom 26. Februar 1864 (Google Books) Bis in die 1880er Jahre etablierte er sich als Schriftsteller.Heinrich Babucke: Zur Erinnerung an die Übersiedelung des Altstädtischen Gymnasiums zu Königsberg, Pr. in das neue Schulgebäude am 9. April 1889. Festschrift, Königsberg 1889, S. 23 (Google Books) Als Nachfolger von Karl Woermann wurde Levin Kurator der Kunst- und Literatursammlung und Lehrer für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf.Düsseldorf 12: Bibliothek der Kunstakademie. In: Severin Corsten (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Band 3: Nordrhein-Westfalen A–I, Georg Olms Verlag, Hildesheim 2006, ISBN 3-487-09577-7, S. 299 (Google Books) Zunächst kommissarisch übernahm er im Herbst 1882 Woermanns kunstgeschichtliche Vorlesungen. Auf Empfehlung von Max Jordan setzte er dabei einen Projektionsapparat für Glasfotografien in einem verdunkelten Raum ein, um Bilder von kunsthistorischen Betrachtungsobjekten, die Bruno Meyer über einen Katalog vertrieb, andauernd vorführen zu können.Offizieller Bericht über die Verhandlungen des Kunsthistorischen Kongresses zu Köln 1.–3. Oktober 1894. Nürnberg , S. 91 (Google Books) 1893 wurde er von Friedrich Schaarschmidt abgelöst.Personal- und Atelier-Nachrichten. In: Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur. Heft 20 (1902), S. 475Richard Klapheck: Die Sammlung dekorativer Entwürfe der Kunst-Akademie zu Düsseldorf. In: Paul Zucker (Hrsg.): Archiv für Geschichte und Aesthetik der Architektur. Beiblatt in Wasmuths Monatshefte für Baukunst, IV, 7/8, S. 51 (Fußnote), 53 Besondere kunstgeschichtliche Bedeutung haben sein Repertorium über die Sammlungen der Kunstakademie Düsseldorf (1883), seine Biografie über den Maler Eduard Bendemann (1885) sowie seine Beiträge zur Geschichte der Kunstbestrebungen in dem Hause Pfalz-Neuburg (1904–1910), die die Ergebnisse seiner ausgedehnten Provenienzforschung über Kunstgegenstände der ehemaligen Gemäldegalerie Düsseldorf und der Kunstsammlung der Düsseldorfer Akademie enthalten.
1894 wohnte Levin in Düsseldorf-Pempelfort an der Scheibenstraße 2.Adreßbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1895, L. Voß & Cie., Düsseldorf 1895, S. 525 (Digitalisat) Sein Vetter war der Königsberger Maler und Berliner Hochschullehrer Otto Brausewetter.Die Toten des Jahres 1904. In: Wilhelm Schäfer (Hrsg.): Jahrbuch der bildenden Kunst. Fischer & Franke, Düsseldorf, 4. Jahrgang (1905), S. 108 (Google Books)
Schriften Repertorium der bei der Königl. Kunst-Akademie zu Düsseldorf aufbewahrten Sammlungen. A. Bagel, Düsseldorf 1883 (Digitalisat)Repertorium der bei der Königl. Kunst-Akademie zu Düsseldorf aufbewahrten Sammlungen, verfasst von Theodor Levin., Datenblatt im Portal catalog.hathitrust.org, abgerufen am 13. Mai 2017Bibliothek der Kunstakademie, Webseite im Portal fabian.sub.uni-goettingen.de, abgerufen am 13. Mai 2017 Bendemann, Eduard Julius Friedrich. In: Julius Meyer et al. (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexikon. Band 3, Leipzig 1885, S. 504–511 Verzeichniss der in der Kunsthalle zu Düsseldorf ausgestellten Bilder von älteren Meistern. A. Bagel, Düsseldorf 1886 (Digitalisat) Das Grabdenkmal des Herzogs Wilhelm von Jülich-Cleve-Berg in der Sct. Lambertuskirche zu Düsseldorf. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, Band 1 (1886), S. 175 (Digitalisat) Eine gefälschte Gemäldesammlung. In: Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, 22. Jahrgang (1886/1887), Nr. 42, S. 673–680 (Digitalisat) Zur Frage der Bilderfälschung. A. Bagel, Düsseldorf 1887 Noch ein Wort in Sachen des Städelschen Instituts. In: Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe. 23. Jahrgang (1887/1888), Sp. 252–258, 281–290 Noch ein Wort zur Erinnerung an Eduard Bendemann. In: Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe. Neue Folge, Heft 1 (1889/1890), Sp. 333–338 (Digitalisat) Ein Heiratsprojekt im pfalzneuburgischen Hause. In: Düsseldorfer Jahrbuch. Jahrgang 15 (1900), S. 366–373 Beiträge zur Geschichte der Kunstbestrebungen in dem Hause Pfalz-Neuburg. In: Düsseldorfer Jahrbuch. Jahrgang 19 (1904), S. 97–213; Jahrgang 20 (1905), S. 123–249 (Digitalisat); Jahrgang 23 (1910), S. 1–185
Einzelnachweise
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