Zillingtal (, ) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Burgenland im Westen des Bezirks Eisenstadt-Umgebung in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Völgyfalu. Im Ort gibt es zahlreiche Angehörige der burgenlandkroatischen Minderheit.
Geografie Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland an der niederösterreichischen Landesgrenze. Zillingtal ist der einzige Ort in der Gemeinde. Im Gemeindegebiet befindet sich die Wochenendhaussiedlung Pöttschinger See-Gebiet.
Nachbargemeinden:
Geschichte mini|links|Zillingtal (Mitte links) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Dass das Gebiet von Zillingtal schon früh besiedelt war, zeigen Funde aus der Jungsteinzeit. So wurde in der Ried Mitterwald ein Bruchstück einer tönernen Frauenfigur aus der Zeit um 5.000 vor Christus entdeckt. Aus der gleichen Fundstelle stammt der Schädel eines 35- bis 45-jährigen Mannes, der Spuren einer Kopfoperation aufweist. Der Patient hatte den Eingriff überlebt.
In der Nähe der Schimmelkapelle wurden Siedlungsreste aus der Hallstattzeit (750 bis 450 vor Christus) ausgegraben.
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Zillingtal dann in der Provinz Pannonia.
Ein Friedhof mit 797 Gräbern in der Ried „Herrschaftsbreiten“ stammt aus der Zeit der Awaren von 625 bis 800 nach Christus. Darin befanden sich bronzene Gürtelbestandteile mit Greifdarstellungen, die die Basis des Zillingtaler Wappens wurden.
Die erste urkundliche Erwähnung eines Orts „Pomog“ datiert auf das Jahr 1271. Es ist unklar, ob dies dem heutigen Ort Zillingtal oder einer Siedlung zwischen Steinbrunn und Zillingtal entspricht. Der deutsche Name Cylygenthal (Cäciliental) wird erstmals 1301 erwähnt. Der Name stammt entweder von einer Kirche, die der hl. Cäcilia geweiht war, oder einer Grundherrin.
1529 und 1683 wurde Zillingtal von den Türken zerstört. Danach siedelten sich Kroaten an.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Völgyfalu verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Zillingtal
Katholische Pfarrkirche Zillingtal Hll. Peter und Paul: Die 1659 errichtete Pfarrkirche ist ein Bauwerk des Barock mit einer Ausstattung aus dem Rokoko. Ein Strohpyramidenbau im Jahr 1999 (15.600 Strohballen wurden zu einer Pyramide mit 23 m mal 23 m Grundfläche und 14,6 m Höhe händisch aufgeschichtet) führte zu einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Politik mini|Gemeindeamt Zillingtal Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 7, ÖVP 5, FPÖ 1. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 8, ÖVP 5. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 6, ÖVP 6, FBL 1. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 8, ÖVP 6, LBL 1. (15) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 8, ÖVP 7. (15) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 10, ÖVP 4, GRÜNE 1. (15)
Bürgermeister
1992–2022 Johann Fellinger (SPÖ) seit 2022 Eva Karacson (SPÖ)
Wappen 150px Die Verleihung des Gemeindewappens fand am 27. Juni 1992 statt.Blasonierung: In Rot ein goldener Vogel Greif, an dessen Flug eine goldene Herzblume wächst. Der Greif ist einem Fund aus der Awarenzeit entnommen und weist auf die alte Geschichte des Ortes hin. Die Herzblume ist das alte Ortswappen von Zillingtal.
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Kruesz (1879–1960), Landwirt und Politiker Johann Wildt I. (1913–1983), Landwirt und Politiker Johann Wildt II. (1937–1987), Landwirt und Politiker Paul Gludovatz (1946–2021), österreichischer Fußballtrainer Stefan Kokoschitz (1952–2026), Komponist und Schriftsteller
Weblinks
Private Homepage über Zillingtal
Einzelnachweise
Kategorie:Gräberfeld in Österreich Kategorie:Kroatischsprachige Gemeinde im Burgenland Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Kategorie:Ersterwähnung 1271