Haselmühle (fränkisch: HohslmühlR. Schuh: Gunzenhausen, S. 122. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hōslmǖl“.) ist ein Wohnplatz der Gemeinde Mitteleschenbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Nach 1885 zählt sie zum Gemeindeteil Gersbach.
Geografie Die Einöde liegt am Altbach, der ein rechter Zufluss der Erlbach ist. Sie besteht aus dem Hauptgebäude (Haus Nr. 3) und aus mehreren Nebengebäuden. 0,75 km nordöstlich befindet sich das Waldgebiet Kummerstall, 0,25 km südlich liegt der Haselmühlweiher. Ein Anliegerweg führt nach Gersbach zur Kreisstraße AN 15 (0,1 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde als „Haselmůl“ im Eichstätter Salbuch, das um 1300 entstanden ist, erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist das mittelhochdeutsche Wort „hasel“. D. h., es wird auf eine Flur verwiesen, die von Haselsträuchern bewachsen war. Der Ort gehörte von Anfang an zum eichstättischen Amt Wernfels.Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 190I no 165 fol. 31’. Zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 122.
Der ursprüngliche Bau war eingeschossig. Über dem Hauseingang des jetzigen Wohnhauses und ehemaligen Mühlengebäudes ist das Datum 1609 eingemeißelt (unter Putz verdeckt). Ob dies das Baujahr des Gebäudes oder der Zeitpunkt des Aufstockens auf die jetzige Höhe war, ist nicht bekannt.Quelle: Karl Schwarz
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Haselmühle zur Realgemeinde Gersbach. Das Anwesen hatte das Kastenamt Spalt des Hochstifts Eichstätt als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Haselmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 3 des Ortes Gersbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 858. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Haselmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteleschenbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteleschenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.
Einwohnerentwicklung Jahr 1836 1840 1861 1871 1885 Einwohner 5 8 7 9 15 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1840 wurden diese als Häuser bezeichnet, 1836 und 1885 als Wohngebäude. 1 1 1 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt.
Literatur
Weblink
Fußnoten
Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Mitteleschenbach Kategorie:Ersterwähnung 1300