Sankt Martin an der Raab (; ) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Jennersdorf im Burgenland in Österreich.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland im Bezirk Jennersdorf am Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien. Westlich grenzt die Südoststeiermark an. Zuständiger Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Güssing.

Das Gemeindegebiet umfasst die rechtsufrig (südlich) der Raab gelegenen Orte, für den ganzen burgenländischen Abschnitt dieses Flusses, flussaufwärts gegenüber von Jennersdorf und westlich von St. Gotthard (Szentgotthárd). Dazu gehören auch die südlich anschließenden Riedel des Neuhauser Hügellands, und kleine Augebiete nördlich der Raab (alter Flusslauf; ein kleiner unbesiedelter Teil rechts der Raab gehört zu Weichselbaum).

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung Die Gemeinde umfasst sechs Katastralgemeinden und sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Raab flussabwärts West–Ost: Welten (ungar. Velike; ) samt Deutscheck, Gamperlberg, Jagerberg, Schwabengraben und Weltenberg Gritsch (ungar. Gercse; ) samt Gritsch-Bergen Doiber (ungar. Döbör; ) samt Doiberberg und Jagerberg Sankt Martin an der Raab (ungar. Rábaszentmárton; ; KG St. Martin an der Raab) samt Drosen, Mittereck, Mühlanger, Schaffereck und Wehappeck Neumarkt an der Raab (ungar. Farkasdifalva; ) samt Eisenberg und Kirchengreut Südlich im Bergland (Tal des Drosenbachs): Eisenberg an der Raab (Ortschaft ; gehört zur KG Neumarkt) Oberdrosen (ungar. Rábaőr; ) samt Kölbereck und Oberdrosen-Bergen

Geschichte mini|Markterhebung 1980 Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zum Königreich Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Rábaszentmárton verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Marktgemeinde ist Sankt Martin an der Raab seit 1979 (durch VO 47).

2016 wurde bei Welten ein Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg ergraben.Massengrab bei Welten gefunden. ORF.at, 12. April 2016 (abgerufen am 17. August 2019).

Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten nur 1937 Menschen in Sankt Martin an der Raab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Sankt Martin

Römermuseum: 1998 eröffnet römische Hügelgräber: unter strengem Denkmalschutz Rasenkreuz in Eisenberg Lehmspeicher und denkmalgeschützter Glockenturm in Eisenberg Pfarrkirche St. Martin an der Raab: 1746 im barocken Stil erbaut, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, Wiederaufbau 1947–1973 Schloss Neumarkt an der Raab Wegkapelle Neumarkt an der Raab Künstlerdorf Neumarkt an der Raab: Sommerakademiekurse von bildender Kunst bis Musik, in Neumarkt (siehe Weblink) Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien

Freizeit und Sport ASV St. Martin/Raab Tennisverein Eisschützenverein Bogenschießen Abenteuerland Welten (siehe Weblink)

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen: Tischlereibetriebe, Schlosserei, Keramikatelier Wahlhütter, Baustoffhandel Niederer

Bildung Kindergarten Naturparkschule VS St. Martin / Raab (vormals Josef-Reichl-Volksschule) Privatschule Kolibri

mini|Pfarrkirche St. Martin mit Friedhof (aus Richtung Nordosten gesehen)

Politik Gemeinderat Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist nach der Wahl 2022: SPÖ 12 ÖVP 8 MFG 1

Bürgermeister Bürgermeister ist Franz Josef Kern (SPÖ).

Gemeindepartnerschaft Ludesch in Vorarlberg, Österreich, seit 1980

Galerie

Persönlichkeiten Söhne und Töchter Joseph Sucher (1843–1908), österreichischer Komponist, Kapellmeister und Dirigent Feri Zotter (1923–1987), österreichischer Maler und Bildhauer, gründete das „Atelierhaus“ in Neumarkt an der Raab Susanne Gstöttner (* 1928), österreichische Malerin Christian Bakanic (* 1980), österreichischer Jazzmusiker, Akkordeonist und Komponist

Personen mit Beziehung zum Ort Josef Reichl (1860–1924), österreichischer Heimatdichter, in Sankt Martin an der Raab aufgewachsen Johannes Wanke (1923–2005), österreichischer Maler, lebte seit 1981 in Neumarkt an der Raab und ebenda verstorben Walter Pichler (1936–2012), österreichischer Architekt und Künstler, seit 1972 Atelier und Lebensmittelpunkt in St. Martin an der Raab

Weblinks

Website der Gemeinde (sankt-martin-raab.at)

Einzelnachweise

Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Jennersdorf