Dupilumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als Medikament (Handelsname Dupixent; Herstellung und Vermarktung Sanofi-Aventis, entwickelt in Zusammenarbeit mit Regeneron PharmaceuticalsDupixent® (dupilumab) Approved by European Commission as First and Only Targeted Medicine for Children as Young as Six Months Old with Severe Atopic Dermatitis. Regeneron Pharmaceuticals, 21. März 2023.) zur Behandlung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis), zur Add-on-Erhaltungstherapie bei schwerem Asthma sowie bei bestimmten Patienten mit schwerer Entzündung der Nasenwege und Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) in Verbindung mit Nasenpolypen angewendet wird. Die Anwendung erfolgt durch subkutane Injektion.
Wirkungsmechanismus Dupilumab wirkt, indem es die α-Kette des Interleukin-4 Rezeptors (IL-4Ra, CD124) und damit zwei zentrale Zytokine der Th2-Immunantwort (IL-4, IL-13) blockiert. In zwei Phase-3-Studien hatte es 2016 vielversprechende Ergebnisse gezeigt.Atopische Dermatitis: Dupilumab glänzt in Phase 3-Studien. In: Deutsches Ärzteblatt, 4. Oktober 2016; abgerufen am 17. Juli 2017.
Zulassung EU: Im September 2017 wurde Dupilumab in der EU zur Behandlung des atopischen Ekzems (Neurodermitis) durch die Europäische Kommission zugelassen., PM EMA: Dupixent - dupilumab Authorisation details vom 27. September 2017, abgerufen am 26. Oktober 2017. Seit Mai 2019 besteht eine Zulassung für schweres Asthma (mit Eosinophilie und/oder FeNO-Erhöhung), seit Oktober 2019 ferner zur Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Polyposis nasi (chronic rhinosinusitis with nasal polyposis, CRSwNP), die anders nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Dupilumab ist auch bei Patienten mit unkontrollierter chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) als ergänzende Erhaltungstherapie angezeigt, wenn die Erkrankung durch erhöhte Eosinophile im Blut gekennzeichnet ist und mit einer Kombination aus einem inhalativen Glucocorticoid, einem langwirksamen Beta2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarinrezeptorantagonisten (LAMA) oder einer Kombination aus einem LABA und einem LAMA behandelt wird und wenn inhalative Glucocorticoide nicht geeignet sind. Im Juni 2024 erteilte die europäische Kommission die Zulassung dafür. USA: Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat Dupilumab im März 2017 zugelassen.FDA approves new eczema drug Dupixent. FDA, Pressemitteilung, 28. März 2017; abgerufen am 22. Juli 2017.
Die Zulassung beruht u. a. auf den Studien SOLO 1 und SOLO 2.
Frühe Nutzenbewertung In Deutschland müssen seit 2011 neu zugelassene Medikamente mit neuen Wirkstoffen gemäß SGB V einer „frühen Nutzenbewertung“ durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unterzogen werden, wenn der pharmazeutische Hersteller einen höheren Verkaufspreis als nur den Festbetrag erzielen möchte. Nur wenn ein Zusatznutzen besteht, kann der Arzneimittelhersteller mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen einen Preis aushandeln. Die Dossierbewertungen, auf deren Basis der G-BA seine Beschlüsse fasst, erstellt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
In der ersten frühen Nutzenbewertung ging es 2017 um die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bei Erwachsenen, für die eine systemische Therapie in Betracht kommt.A17-63 Dupilumab (atopische Dermatitis) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. iqwig.de; abgerufen am 20. April 2020. Gemäß G-BA-Beschluss gibt es einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Dupilumab (Atopische Dermatitis). g-ba.de; abgerufen am 20. April 2020. Nach einer Zulassungserweiterung wurde 2019 untersucht, ob Dupilumab auch als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren einen Zusatznutzen hat, deren schweres Asthma mit Typ-2-Inflammation durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder erhöhtes FeNO gekennzeichnet und trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide und einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist.A19-74 Dupilumab (Asthma) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. iqwig.de; abgerufen am 20. April 2020. Für sie ist laut G-BA-Beschluss ein Zusatznutzen gegenüber einer patientenindividuellen Therapieeskalation unter Berücksichtigung der Vortherapie nicht belegt.Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Dupilumab (neues Anwendungsgebiet: Asthma bronchiale, ≥ 12 Jahre). g-ba.de; abgerufen am 20. April 2020. In einem dritten Verfahren wurde Dupilumab zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bei Jugendlichen ab 12 bis < 18 Jahren bewertet, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen.A19-75 Dupilumab (atopische Dermatitis bei Jugendlichen) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. iqwig.de; abgerufen am 20. April 2020. Gemäß G-BA-Beschluss gibt es gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, einem patientenindividuell optimierten Therapieregime aus topischer und systemischer Therapie in Abhängigkeit von der Ausprägung der Erkrankung und unter Berücksichtigung der Vortherapie, einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Dupilumab (neues Anwendungsgebiet: Atopische Dermatitis, 12 bis < 18 Jahre). g-ba.de; abgerufen am 20. April 2020.
Therapiekosten Laut The New York Times liegen die Behandlungskosten in den USA bei 37.000 US-Dollar pro Jahr (Stand 2017).Severe Eczema Drug Is Approved by F.D.A.; Price Tag Is $37,000 a Year. In: The New York Times, 28. März 2017; abgerufen am 22. Juli 2017. In Deutschland kostet die Behandlung im Jahr bis zu 17.000 EUR (Stand 2026). Die Verkaufspreise sind zwischen 2024 und 2026 nicht weiter gesunken.
Handelsnamen Dupixent (USA)
Einzelnachweise
Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Antikörper Kategorie:Therapeutisches Verfahren in der Dermatologie