Ogródek () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Gmina Orzysz (Stadt- und Landgemeinde Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg) gehört.

Geographische Lage Ogródek liegt am Ostufer des Krackstein-Sees () und des Kallen-Sees (polnisch Jezioro Kaleńskie, auch Jezioro Druglin Mały) in der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis zur einstigen Kreisstadt Lyck (polnisch Ełk) sind es 17 Kilometer in östlicher Richtung und die heutige Kreismetropole Pisz () ist 27 Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt.

Geschichte Im Jahre 1551 wurde das Dorf Ogrodtken gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kalgendorf.

Von 1874 bis 1945 war der Ort in den Amtsbezirk Skomatzko () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Skomatzko/Dippelsee, der – 1938 in „Amtsbezirk Dippelsee“ umbenannt – zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Ogrodtken zählte im Jahr 1910 insgesamt 387 Einwohner, 1933 waren es 453. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Ogrodtken gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Ogrodtken stimmten 300 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 85

Am 3. Juni 1938 wurde Ogrodtken aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Kalgendorf“ umbenannt. Die Einwohnerzahl belief sich 1939 auf 444.

In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen und mit ihm Ogrodtken bzw. Kalgendorf an Polen überstellt. Das Dorf erhielt die polnische Namenform „Ogródek“ und ist heute Sitz eines SchulzenamtesGmina Orzysz (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft innerhalb der Stadt- und Landgemeinde Orzysz (Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religionen Bis 1945 war Orgodtken ein Ort im evangelischen Kirchspiel KlaussenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 493 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und auch in der römisch-katholischen Pfarrei St. Adalbert in LyckOgrodtken (Landkreis Lyck) bei GenWiki (Ełk) im Bistum Ermland.

Heute gehört Ogródek katholischerseits zur Pfarrei Klusy im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in der Kreisstadt Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei Pisz (Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Museum In Ogródek befindet sich seit 1968 das Michael-Kajka-Museum (), das das Leben und Wirken des berühmten masurischen Volksdichters und -künstlers dokumentiertWebseite des Michael-Kajka-Museums (polnisch).

Verkehr Ogródek liegt unweit der polnischen Landesstraße 16 (frühere deutsche Reichsstraße 127) an der Nebenstraße 1865N, die von Klusy (Klaussen) nach Skomack Wielki (Skomatzko, 1938 bis 1945 Dippelsee) führt.

Einzelnachweise

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