John Serry senior (* 29. Januar 1915 als John Louis Serrapica in Brooklyn, New York City; † 14. September 2003 in Long Island, New York) war ein US-amerikanischer Akkordeonist, Arrangeur, Komponist, Organist und Pädagoge, der in Radio- und Fernsehsendungen der CBS Corporation auftrat. Als Konzertmusiker und Solist spielte er über vier Jahrzehnte während des frühen 20. Jahrhunderts Akkordeon in einer ganzen Reihe von professionellen Orchester-Ensembles. Darüber hinaus erweiterte er die Verwendung der Orgel während interreligiösen liturgischen Dienstleistungen für mehr als drei Jahrzehnten.Associated Musicians of Greater New York - Local 802 Allegro - Requiem - John Serry Sr. - Todesdatum auf local802afm.org (englisch) - Geburts- und Todesdatum für John Serry Sr. auf newspaperarchive.com (englisch)1940 U.S. Census John Serrapica in the 1940 census - Volkszählung der Vereinigten Staaten von 1940 - John Serrapica, Sohn von Pasquale und Anna Serrapica in Brooklyn, New York auf archive.com (englisch)John J. Serry, sr., collection, s. 3 (PDF; 0,5 MB), auf esm.rochester.edu (englisch, abgerufen am 26. Juli 2025).
Leben John Serrys Eltern waren die Italoamerikaner Pasquale Serrapica und Anna Balestrieri aus Castellammare di Stabia in Italien. Serry ging einer künstlerischen Karriere nach, die sieben Jahrzehnte anhielt. Als Interpret lateinamerikanischer Musik und als Freibass-Akkordeonspieler erwarb er sich Anerkennung bei seinen Auftritten in Live-Radio- und Fernsehsendungen für die CBS-Radio- und Fernsehsender, die in den Vereinigten Staaten ausgestrahlt wurden. Er erwarb sich zusätzliche Beachtung als Pianoakkordeon-Solist beim Radio-Musiksender Viva América, der während des Zweiten Weltkrieges von Voice of America im Auftrag des zum Außenministerium der Vereinigten Staaten gehörenden Office for Inter-American Affairs (OCIAA – Kulturelle Beziehungen und Radio-Abteilung – Völkerverständigung) live nach Südamerika ausgestrahlt wurde.The New York Times. 8. Januar 1941, S. 18.The New York Times. 1. Januar 1942, S. 27.The New York Times. 10. Mai 1942, S. SM10.The New York Times. 28. Februar 1943, S. X9.Time. 1. Juni 1942.Media Sound & Culture in Latin America & the Caribbean. Editor – Bronfman, Alejandra und Wood, Andrew Grant. University of Pittsburg Press, Pittsburg, PA, USA, 2012, S. 48/49 Viva America und CBS Pan American Orchestra und Good Neighbor Policy für kulturelle Diplomatieon (Völkerverständigung.) books.google.com, S. 48/49 (englisch)Anthony, Edwin D. Records of the Office of Inter-American Affairs. National Archives and Record Services – General Services Administration Washington D.C., 1937, S. 1–8 und S. 25/26 Library of Congress Catalog No. 73-600146 Aufzeichnungen des Amtes für Interamerikanische Angelegenheiten – Abteilung für Radio und kulturelle Beziehungen beim the U.S. National Archive. (PDF; 30 MB) archives.gov (englisch)
Als Mitglied des CBS Pan American Orchestra (1940–1949) unter der Leitung von Alfredo Antonini und des Columbia Concert Orchestra (1940–1949), war Serry erfolgreich als professioneller Konzert-Akkordeonspieler und Solist und half dadurch, Anerkennung für sein Instrument auf der Konzertbühne zu erreichen. Mehrere seiner Sendungen mit dem CBS Orchester (1949–1960) im CBS-Netzwerk stehen Forschern und der breiten Öffentlichkeit als Teil der ständigen Archivsammlung des Paley Center for Media in New York City zur Verfügung. Über die Jahrzehnte hinweg spielte er mit bekannten Orchester-Dirigenten aus dem Bereich der klassischen Musik, sowie mit herausragenden Bandleadern von Jazzbands zusammen. Unter ihnen waren: Shep Fields, Erno Rapee, Lester Lanin, Alfredo Antonini, Howard Barlow, Alexander Smallens, Archie Bleyer, André Kostelanetz, Percy Faith, Ben Selvin, Guy Lombardo, Mitch Miller,Pietro Deiro, Joe Biviano The Accordion Orchestra (Coral, CRL-57323). Siehe die Hinweise auf dem Cover des Plattenalbums. Audio-Aufnahme an Discogs.com (englisch) Mike Danzi,American Musician in Germany, 1924-1939 Memoirs of the Jazz, Entertainment and Movie World of Berlin During the Weimar Republic and the Nazi Era and in the United States" Danzi, Michael, Rainer, E. Lotz. Publisher: N. Ruecker. 1986, s. 169 Memoirs of Michael Danzi an Google Books (englisch) und Robert Irving. Seine Fachstudien wurden von dem Komponisten und Musikpädagogen Robert Strassburg (1915–2003)The New York Times. 18. November 1945, S. 50. (der bei Igor Stravinsky, Walter Piston und Paul Hindemith studiert hatte) sowie dem Theaterorganisten Arthur Guttow (der an der Tastatur der Mighty Wurlitzer in der Radio City Music Hall zu hören war) weitergeführt.
mini|Carnegie Hall, New York CityCarnegie-hall-isaac-stern Durch seine Konzertengagements über einen Zeitraum von vierzig Jahren spielte Serry in einem breiten Spektrum von Orchester-Ensembles, darunter: Big Bands (siehe Kapitel: Die 1930er Jahre), klassische Orchester (siehe Kapitel: Die 1940er Jahre und Die 1960er Jahre), Radio- und Fernsehorchester (siehe Kapitel: Die 1940er Jahre und Die 1950er Jahre) und Broadway-Orchester (siehe Kapitel: Die 1950er Jahre und Die 1960er Jahre). Dabei stellte er die Flexibilität des Akkordeons als Orchesterinstrument unter Beweis an Konzertorten wie dem Rainbow Room im Rockefeller Center (1935), dem Starlight Roof im Waldorf Astoria Hotel (1936–1937),Accordion News. November 1937.Biography. In: Accordion World. Band 11, Nr. 11, Bedford Hills, New York, März 1946, S. 3. der Radio City Music Hall (1935),The New York Times. 27. Juni 1935, S. 16. dem Palmer House in Chicago (1938),The Los Angeles Examiner. 9. Oktober 1938, S. 1. dem Biltmore Hotel in Los Angeles (1938), der Carnegie Hall mit Alfredo Antonini als Dirigent (1946),The New York Times. 12. Mai 1946, S. 42. dem Plaza Hotel (1940er Jahre), The Town Hall (1941–1942),The Nation. 7. März 1942, Band 154, Nr. 10.The New York Times. 1. März 1942, S. 36.The New York Times 28. Mai 1941, S. 32. dem Ed Sullivan Theater (1959) für das CBS Fernsehen, dem Empire Theater (New York) (1953),New York Journal-American. 25. Mai 1953, S. 15. dem 54th Street Theatre (1965), dem Majestic Theatre (1968), dem Broadway Theatre (1968), dem Imperial Theater (1968), dem New York State Theater im Lincoln Center (1968)The New York Times. 22. November 1968, S. 39.The New York Times. 17. November 1968.The New York Times. 12. Januar 1969. und solchen New Yorker Nachtlokalen wie El Morocco, El Chico und The Riviera in den 1930er Jahren.
Serry betätigte sich später im Leben neben dem Akkordeonspiel auch als Organist. Für 35 Jahre arbeitete er als freischaffender Organist an der Interfaith Chapel der Long Island University C. W. Post Campus in Brookville, im US-Bundesstaat New York, wo er sich sowohl als Interpret als auch als Komponist von interreligiöser liturgischer Musik (kirchenmusik), und klassischer Musik spezialisierte (siehe Kapitel: Die 1970er Jahre – 2002).
Frühe musikalische Einflüsse John war das vierte Kind in einer Familie von dreizehn Kindern, die von Pasquale und Anna Serrapica in Brooklyn, New York, aufgezogen wurden. Seine erste Befassung mit klassischer Musik hatte er durch seinen Vater, der seine Kinder mit Mandolin- und Klavierspiel unterhielt. John zeigte im Alter von fünf Jahren ein natürliches Talent für das Klavierspiel. Er wurde daher von seinem Vater ermutigt, ihn beim Klavierspiel zu begleiten und phonographische Aufnahmen klassischer Musik von so führenden europäischen Komponisten wie Verdi, Puccini, Rossini, Beethoven, von Suppè und Mozart auf dem Klavier nachzuspielen.
Das musikalische Talent seines Sohnes berücksichtigend, ermutigte Pasquale Serrapica seinen Sohn, mit dem Akkordeonspiel zu beginnen, nachdem er durch eine fast tödliche Krankheit sein Klavierspiel aufgegeben hatte. Zu dieser Zeit studierte Serry an der Brooklyn Technical High School, um sich auf einen Beruf im Bereich Architektur vorzubereiten. Sein Vater ermutigte ihn ebenfalls, seinen musikalischen Unterricht von 1926 bis 1929 bei dem Akkordeonisten Joseph Rossi an der Pietro Deiro Schule in New York fortzusetzen. Im Alter von 14 Jahren folgten bereits Live-Auftritte beim italienischen Radiosender WCDA. In den Jahren 1929 bis 1932 studierte er Klavier und Harmonik bei Albert Rizzi sowie in den Jahren 1933 bis 1934 Harmonik und Kontrapunkt bei Gene Von Hallberg (dem Gründer der American Accordionists Association).American Accordionists’ Association, abgerufen am 13. Mai 2017. Eine lebenslange Freundschaft mit der Akkordeonspielerin Louise Del Monte entwickelte sich während dieser Studien. Del Monte weckte Serrys Interesse an lateinamerikanischer Musik. Mit Unterstützung von Del Monte folgten Auftritte mit dem Ralph Gomez Tango-Orchester im Rainbow Room des Comcast Building im Rockefeller Center und damit begann Serrys berufliche Laufbahn.Accordion News. März 1935.
Nach den ersten beruflichen Erfolgen heiratete Serry in den 1940er Jahren seine Frau Julia und zog nach Nassau County, New York auf Long Island, um mit ihr eine Familie mit vier Kindern zu gründen. Eines seiner Kinder ist der Jazzkomponist/-pianist und zeitgenössische klassische Komponist/Schlagzeuger John Serry junior.johnserry.com, abgerufen am 13. Mai 2017. Gleichzeitig nahm er Privatstunden bei Joscha Zade am Klavier (1945–1946), bei Arthur Guttow an der Orgel (1946), bei Robert Strassburg in Orchestrierung und Harmonik (1948–1950) und spezialisierte sich auf die Kompositionen von Gershwin, Debussy und Ravel.Who Is Who In Music International Chicago, Il. 1958 Biographical File # B11719.
Die 1930er Jahre: Die Ära der Big Bands mini|links|Rainbow Room im Rockefeller Center – New York City Serrys musikalische Karriere nahm in den 1930er Jahren Gestalt an, als er mit einer Vielzahl von Dirigenten und Arrangeuren zusammenarbeitete. Während der Big-Band-Ära gehörten in New York City zu diesen Dirigenten und Arrangeuren: Erno Rapee, Dirigent des Radio City Music Hall Orchestra, mit Serry als erstem Akkordeon-Solisten (1933) Ralph Gomez, ein kubanischer Orchesterleiter in einem verlängerten Engagement im Rainbow Room des Rockefeller Centers (1935); das Hugo Mariani Tango Orchester im Waldorf Astoria Hotel (1930er Jahre);The New York Times. 12. August 1936, S. 15.The New York Times. 16. September 1936, S. 28. Alfred Brito, ein kubanischer Orchesterleiter in New York City (1936) und Misha Borr, ein ehemaliger Dirigent des Waldorf-Astoria Orchestra in den frühen 1930er Jahren. Er trat während dieser Zeit auch mit dem Lester Lanin Orchester als Solist bei gesellschaftlichen Ereignissen in den exklusiven Waldorf Towers des Waldorf Astoria Hotels und seinem Starlight Roof auf. Darüber hinaus trat er regelmäßig in exklusiven Clubs wie dem El Morocco, dem Rainbow Room, dem El Chico und dem Riviera in New York City auf.