Margaret Dorothea Landon geborene Mortenson (* 7. September 1903 in Somers, Wisconsin; † 4. Dezember 1993 in Alexandria, Virginia) war eine US-amerikanische Sprachlehrerin, Missionarin und Schriftstellerin, die vor allem durch ihren 1944 erschienenen Roman Anna und der König von Siam über das Leben von Anna Leonowens berühmt wurde, der über eine Million Mal verkauft und mehrfach verfilmt wurde.Marcie McCauley: Margaret Landon, author of Anna and the King of Siam, Website literaryladiesguide.com (9. September 2021, ergänzt am 7. Februar 2026, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026)
Leben und Wirken Margaret Mortensen war die älteste von drei Töchtern einer Familie praktizierender Methodisten. Der Vater war ein kaufmännisch Angestellter namens Annenus Duabus Mortenson, der als Sohn von norwegischen und dänischen Einwanderer in Racine, Wisconsin, geboren wurde. Die Mutter hieß Adelle Johanne Estberg († 1925), die als Kind dänischer Eltern in Franksville, Wisconsin, zur Welt kam. Das Paar heiratete 1902, und nach Margaret kamen Evangeline († 1941) und Elizabeth auf die Welt.
Als der Vater bei Saturday Evening Post zu arbeiten begann, zog die Familie nach Evanston, Illinois, wo Margaret die Evanston Township High School besuchte. Der Englischlehrer ermutigte sie, aus ihrer Sprachbegabung etwas zu machen. 1925 machte sie ihren Abschluss auf dem Wheaton College in Wheaton, Illinois. Sie unterrichtete ein Jahr lang Englische and Lateinische Sprache im Dorf Bear Lake, Wisconsin, was ihr jedoch nicht entsprach. Danach heiratete sie 1926 Kenneth Perry Landon, den sie in Wheaton kennengelernt hatte.
1927 gingen beide als presbyterianische Missionare nach Thailand. Das erste Jahr verbrachten sie vorwiegend in Bangkok, um die Thailändische Sprache zu lernen, dann zogen sie nach Nakhon Si Thammarat weiter. Margaret Landon hatte in Thailand drei Kinder, Margaret Dorothea, William Bradley II und Carol Elizabeth, später in Amerika kam 1943 Kenneth Perry Junior zur Welt. Ab ungefähr 1930 leitete sie eine Missionarsschule in Trang, im Süden Thailands.Teresa Boze: Margaret Landon, Website ebsco.com (2023, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026) Daneben las sie viel über das Land und informierte sich über die angeblich Walisische Witwe Anna Leonowens, die ab 1862 als Hauslehrerin am Hof des thailändischen Herrschers gewesen war. Ihre beiden Bücher The English Governess at the Siamese Court (1870) und The Romance of the Harem (1872) gaben ihr einen vertieften Einblick in das fremde Leben, die Verhaltensweisen und die Umgangsformen am thailändischen Hof.
Als die Familie 1937 nach Amerika zurückkehrte, besuchte sie die Abendschule für Journalistik an der Northwestern University’s Medill School in Evanston und begann dann intensiv zu schreiben. Anna and the King of Siam entstand 1939 in Richmond, Indiana, wo die Familie bis 1942 lebte. 1942 zogen sie nach Washington, D.C., als ihr Mann sich entschlossen hatte, dem Staatsministerium als Südostasien-Berater beizutreten. Muriel Fuller, eine Freundin aus der Studienzeit in Wheaton, die in der Buchproduktion arbeitete, ermutigte sie zur Überarbeitung und Kürzung, so dass sie das Werk im Juli 1943 abschließen konnte. Ihr Roman über Leonowens wurde nach seiner Veröffentlichung 1944 sofort ein Bestseller.
1946 hinderte sie ein rheumatisches Fieber am Schreiben. Eine spätere Arbeit über ihre eigenen Erfahrungen, Never Dies the Dream von 1949, hatte jedoch nicht annähernd so viel Erfolg. Pageant of Malayan History, ihr letztes literarisches Werk, blieb unvollendet.
Sie starb an einem Schlaganfall am 4. Dezember 1993 im Alter von 90 Jahren in Alexandria. Sie und ihr Mann, der ein Jahr früher gestorben warMarcie McCauley: Margaret Landon, author of Anna and the King of Siam, Website literaryladiesguide.com (9. September 2021, ergänzt am 7. Februar 2026, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026), wurden auf dem Wheaton Cemetery in Wheaton bestattet. (15. Mai 2007, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026)
Nachleben und Wirkung Das Originalmanuskript und das dazugehörige Material von Anna and the King of Siam wird in einer Abteilung des Library of Congress aufbewahrt. Alle weiteren Manuskripte, Korrespondenz und Schriftstücke von ihr und ihrem Mann, der auch Bücher geschrieben hatte, werden in der Spezialsammlung des Wheaton College aufbewahrt.Marcie McCauley: Margaret Landon, author of Anna and the King of Siam, Website literaryladiesguide.com (9. September 2021, ergänzt am 7. Februar 2026, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026)
Das Buch wurde erstmals 1946 von Irene Dunne and Rex Harrison verfilmt.Margaret Landon, ‘Siam’ Author, L. A. Times Archives, 6. Dezember 1993, Website latimes.com (amerikanisches Englisch, abgerufen am 7. Juni 2026) Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II schrieben 1951 ein Musical zu Anna und der König von Siam mit dem Titel The King and I, das 1956 zusätzlich verfilmt wurde.Teresa Boze: Margaret Landon, Website ebsco.com (2023, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026) Die bekannteste Filmversion ist der Spielfilm mit Yul Brynner in der Rolle als König von SiamCarsten Jaehner: Ein Klassiker der modernen Literatur, Website histo-couch.de (Juni 2022, abgerufen am 7. Juni 2026), der damit einen Oscar gewann.Margaret Landon, ‘Siam’ Author, L. A. Times Archives, 6. Dezember 1993, Website latimes.com (amerikanisches Englisch, abgerufen am 7. Juni 2026)
Schriften (Auswahl) Anna and the King of Siam, 1943/1944; Harper Perennial, 1999, ISBN 0-060-95488-4. Anna und der König von Siam, Hallwag, Bern/Stuttgart 1950. Der König und ich, übersetzt von Walter Jelen-Jelinek, Droemer Knaur, 2000; Unionsverlag, 2012, ISBN 978-3-293-20593-2. Never Dies the Dream, 1949.
Weblinks Margaret Landon: Wheaton Archives.
Teresa Boze: Margaret Landon, Website ebsco.com (2023, englisch). (15. Mai 2007, englisch, abgerufen am 6. Juni 2026). Marcie McCauley: Margaret Landon, author of Anna and the King of Siam, Website literaryladiesguide.com (9. September 2021, ergänzt am 7. Februar 2026, englisch).
Einzelnachweise
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