Little Nightmares ist ein Rätsel-Jump-’n’-Run-Adventure und wurde von Tarsier Studios entwickelt. Bandai Namco Entertainment veröffentlichte das Spiel im April 2017 für Microsoft Windows, PlayStation 4 und Xbox One. Im Mai 2018 folgte eine Version für die Nintendo Switch, im Juni 2020 für Google Stadia und im Dezember 2023 für iOS und Android. Für die PlayStation 5, Xbox Series, Nintendo Switch 2 und PC kam im Oktober 2025 die sogenannte Enhanced Edition heraus. Im Februar 2021 wurde der Nachfolger Little Nightmares II veröffentlicht. Im Oktober 2025 folgte mit Little Nightmares III ein dritter Teil, der jedoch nicht mehr von Tarsier, sondern von Supermassive Games entwickelt wurde.
Im Spiel steuert der Spieler das in einen gelben Regenmantel mit Kapuze gehüllte Mädchen Six, um einer alptraumhaften, „Schlund“ genannten Meeresstation zu entkommen. Das Spiel erhielt nach der Veröffentlichung überwiegend positive Bewertungen. Besondere Beachtung fand die Atmosphäre, die Grafik, der Sound und das Storytelling. Das Speichern durch das Checkpointsystem, die langen Ladezeiten und die Kürze des Spiels wurden hingegen kritisiert.
Inhalt Haupthandlung Die Hauptfigur in Little Nightmares ist ein kleines Mädchen namens Six, welches im sogenannten „Schlund“ gefangen gehalten wird. Nachdem sie in einem unteren Bereich des Schlunds aufgewacht ist, versucht sie zu entkommen. Six wird dabei von ihrer geringen Größe beeinträchtigt und gewöhnliche Gegenstände wie Stühle oder Türen wirken größer und schwerer in Relation zu ihr. Zusätzlich bekommt sie unregelmäßig unersättlichen Hunger.
Während ihres Aufstieges begegnet Six dem Hausmeister des Schlunds, einem monströsen Humanoiden mit übernatürlich langen Armen. Dieser fängt immer wieder fliehende Kinder ein und verschickt sie mit einem Hakenförderband Richtung Küche. Nachdem sie mit Essen angelockt und vom Hausmeister gefangen wurde, bricht sie ein wenig später wieder aus. Der Hausmeister ist zwar blind, hat dafür aber Ohren wie ein Luchs, sodass Six keine lauten Geräusche verursachen darf. Durch eine stählerne Falltür kann sie die Arme des Hausmeisters abtrennen und ihm dadurch entkommen. Sie folgt einem Gurt aufwärts und gelangt in die Großküche, welche von den grotesken Zwillingsköchen geleitet wird. Die Köche bereiten ein großes Fest vor und versuchen zu jedem Zeitpunkt, Six zu fangen, sobald sie in ihren Sichtradius läuft. Nachdem sie es geschafft hat, aus der Küche zu fliehen, entdeckt Six, dass der Schlund wie ein Schiff auf einem riesigen Ozean dahintreibt.
Das Mädchen beobachtet anschließend ein Passagierschiff, welches gerade angelegt und große, fettleibige Gäste hergebracht hat. Diese werden in den opulent mit Speisen gefüllten Festsaal des Schlunds geleitet. Dabei werden die Gäste von einer schlanken Dame im Geisha-Outfit beobachtet und betreut, welche die Herrin des Schlunds ist. Nachdem Six mit Müh’ und Not den Festsaal durchquert hat, bekommt sie erneut extremen Hunger. Als einer der Gnome, die dauerhaften Bewohner des Schlunds, ihr eine Wurst anbietet, entschließt sich Six dazu, statt der Wurst den Gnom zu essen. Jedes Mal, wenn Six ein Lebewesen tötet und verspeist, erscheint ganz in der Nähe eine Art schattenhafter Doppelgänger von ihr, eventuell als Zeichen für die zunehmende Korruption ihres Herzens (oder ihrer Seele).
Six setzt ihren Weg nach oben fort und gelangt in das Privatgemach der Dame. Diese wohnt in einer vornehmen und mit vielen Schaufensterpuppen, Porzellanpüppchen und zerbrochenen Spiegeln ausstaffierten Residenz. Die Dame beginnt bald darauf, das Mädchen zu verfolgen und offenbart dabei magische Kräfte. Six findet schließlich den einzigen noch intakten Spiegel, den sie der Dame im Kampf vors Gesicht hält und so deren dämonischen Blick auf sie zurückwirft. Nachdem die Dame besiegt ist, beginnt Six, diese zu essen und erhält dadurch ihre übernatürlichen Kräfte.
Anschließend begibt sich Six in den Speisesaal, während dessen wird sie von seltsamen, schwarzen Partikeln umschwärmt. Als die Gäste sie bemerken, versuchen sie, das Kind zu essen. Sie brechen jedoch zusammen und sterben, während Six gemächlich durch den Saal wandelt und die Gäste der Reihe nach ihrer Seele beraubt. Six erreicht eine große, mit einem Auge verschlossene Tür, welche in die Außenwelt führt. Während sie die Ausgangstreppe hinaufsteigt, nähern sich einige Gnome der Tür.
Nach dem Abspann sieht der Spieler Six im Eingangsbereich des Schlunds sitzen, vermutlich auf Rettung wartend, während im Hintergrund das Nebelhorn eines weiteren Passagierschiffs zu hören ist.
Nebenhandlung Die drei Spieleepisoden The Depths („Die Tiefen“), The Hideaway („Das Versteck“) und The Residence („Die Residenz“) erzählen wichtige Rahmenhandlungen, die sich chronologisch parallel zur Hauptstory ereignen. In allen drei Episoden übernimmt der Spieler die Rolle eines Jungen, der ebenfalls aus dem Schlund fliehen will. Wenn der Knabe erfolgreich verschiedene Quartiere und Maschinenräume passiert hat, gelangt er selbst in die private Residenz der Dame. Nachdem er verschiedenste Puzzles gelöst hat, überrascht er die Dame dabei, wie diese vor einem intakten Spiegel steht und ihr wahres Antlitz bedauert (sie ist alt und unattraktiv). Erbost stellt die Dame dem Jungen nach, fängt ihn ein und verwandelt ihn in einen Gnom. Dergestalt irrt der Junge durch den Speisesaal und gelangt schlussendlich in jenen Raum, in dem eine Wurst auf dem Boden liegt. Nun wird offenbar, dass der Junge jener Gnom geworden ist, der später von Six verspeist wird.
Charaktere Six
Six ist der eigentliche Protagonist. Die Entwickler haben bislang nicht bekanntgegeben, welches Geschlecht Six hat. Normalerweise wird Six als Mädchen betitelt. Sie ist 9 Jahre alt, trägt einen quittengelben Regenmantel mit großer Kapuze und läuft stets barfuß umher. Da ihr Gesicht größtenteils von der Kapuze verdeckt wird, ist eine genauere Beschreibung ihres Aussehens schwierig. Es ist weder bekannt, woher sie kommt, warum sie im Schlund aufgewacht ist noch welchem Zweck ihr Aufenthalt dient. Weil sie aus dem Schlund zu fliehen versucht, darf angenommen werden, dass sie nicht aus freien Stücken dort ist. Vielmehr lassen sich im Spielverlauf Hinweise finden, wonach Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, von Kinderfängern zum Schlund verschleppt werden. Auch Six wird immer wieder von rasenden Hungerattacken heimgesucht. Diese scheinen sich auch auf ihre Psyche und ihre Seele auszuwirken, denn mit jeder Heißhungerattacke verliert sie mehr und mehr an Moral und Gewissen: erst isst sie ein hingeworfenes Stück Brot, dann Fleisch, anschließend eine noch lebende Ratte, schließlich den ahnungslosen Gnom, der ihr eine Wurst anbieten wollte, und zu guter Letzt verzehrt sie die Dame. Was genau Six zu solchen Taten treibt, wird nicht näher erläutert.
Der Ausreißer
Ein ebenfalls neunjähriges Kind, das bislang namenlos geblieben ist und unter Spielern schlicht „der Ausreißer“ oder „das Ausreißerkind“ genannt wird. Fans nennen ihn in Anlehnung an Six’ Namen gerne „Seven“. Er ist ein Knabe mit blauer Jacke und Hose, einer Fußfessel am rechten Bein und wie Six ebenfalls stets barfuß. Wie bei Six ist auch sein Gesicht nicht zu sehen, wobei es hier an seinen langen schwarzen Haaren liegt, die wie im Topfschnitt geschnitten sind. Er dürfte in etwa so alt wie Six sein. Auch er wacht im Schlund auf und versucht zu fliehen. Und auch über den Jungen ist fast nichts bekannt. Wenn die Kinderfängertheorie um Six zutreffen sollte, dann mag den Jungen dasselbe Schicksal ereilt haben. Sein erschütterndes Ende ist eng mit Six’ Erlebnissen verknüpft.
Die Dame Sie ist die Hauptantagonistin des Spiels. Die Dame ist die Eigentümerin und zugleich Hauptverwalterin des Schlunds. Auch sie hat keinen Eigennamen, daher wird sie im Spiel selbst und unter Spielern schlicht „die Dame“ oder „die Geisha“ genannt. Letzteres geht dabei auf ihr Erscheinungsbild zurück: die Dame ist in einen anthrazitfarbenen Kimono gekleidet, ihr Haar ist nach japanischer Tradition zu einem großen Dutt zusammengebunden und ihr Gesicht ist unter einer schneeweißen Maske verborgen. In der Spieleepisode The Residence wird enthüllt, dass ihr wahres Gesicht vom Alter gezeichnet und unattraktiv zu sein scheint. Möglicherweise beraubt sie Kinder ihrer Seelen und/oder verwandelt sie in Gnome, um mit Hilfe der gestohlenen Lebensenergie ihre eigene Schönheit und Jugend zu bewahren. Alternativ dazu wurde sie vielleicht verflucht, als sie ihre magischen Kräfte erwarb und nun zeigt ihr jeder Spiegel ein entstelltes Gesicht. Wenn die Dame ein Kind in einen Gnom verwandelt hat, lässt sie es im Schlund schwere Arbeiten und/oder Dienstbotengänge verrichten. Mit ihrem hypnotischen Zauber hält sie die Gäste in ihrem Bann, drängt sie haufenweise Fleisch zu essen und hält den Mechanismus aufrecht. Six einzufangen ist für sie von hohem Interesse, denn das Gerücht um ein entflohenes Kind könnte die Ordnung, die es nur im Schlund gibt, stören. Die meiste Zeit verbringt sie jedoch damit, in ihren Gemächern vor (meist zerbrochenen) Spiegeln zu stehen, ihr Haar zu kämmen und ihr Antlitz zu bedauern. Dabei summt sie fast unablässig eine unheimliche Melodie vor sich hin. Die Dame verfügt über schwarzmagische Kräfte: sie kann Kinder zu Gnomen machen, sich und Kinder levitieren, sich teleportieren und sich in schwarzen Rauch/Nebel auflösen. Ihre einzige Schwäche scheint ein bestimmter Spiegel zu sein, der ihren dämonischen Blick zurückwirft. Als der Spiegel zerbricht, wird ihre Maske zerstört.
Die Zwillingsköche
Sie sind ebenfalls Antagonisten und als Zwillinge fast immer zusammen. Es sind fettleibige, aufgedunsen wirkende Humanoide, die tatsächlich wachsartige Masken tragen. Was sich darunter verbirgt, ist unbekannt, auch bleibt rätselhaft, warum sie überhaupt maskiert sind. Die Zwillinge sind die Köche des Schlunds und nonstop damit beschäftigt, in der Küche Mahlzeiten zuzubereiten und/oder Geschirr abzuwaschen. Dabei gehen sie auffällig orientierungslos vor. In Six sehen sie offenbar eine lebende Speisezutat: Sobald sie das Mädchen zu fassen kriegen, wird es bei lebendigem Leib mitgekocht oder in einen Braten gestopft.
Der Hausmeister
Ein weiterer Antagonist im Spiel. Der Hausmeister ist ein grotesk deformierter Humanoider mit auffällig kurzen Beinen und übernatürlich langen, dürren Armen. Er trägt einen schmuddeligen Mantel und einen viel zu klein wirkenden Schlapphut. Zudem hat er eine Augenbinde. Der Hausmeister ist blind, hat dafür aber Ohren wie ein Luchs. Seine Aufgabe besteht darin, umherstreunende Kinder einzufangen und per Hakenförderband an die Küche zu schicken. Ansonsten ist er damit beschäftigt, Kinderspielzeuge zu reparieren und zu sammeln (was unsinnig erscheint, da ja gar keine Kinder bei ihm leben und er jedes Kind an die Küche ausliefert). Er scheint eine Faszination für Löffel zu haben. Des Hausmeisters empfindliches Gehör kann zum Vorteil des Spielers genutzt werden: um ihn abzulenken, braucht man nur ein Gerät in der Nähe zu aktivieren, das lauten Krach macht. Während der Hausmeister die Lärmquelle ausfindig macht und beseitigt, bekommt der Spieler die Gelegenheit, Objekte (vornehmlich Schlüssel) zu entwenden und/oder zu fliehen.
Die Großmutter Sie lebt in den überfluteten Kellerräumen des Schlunds. Sie scheint eine Art Nixe zu sein. Sie kann sehr gut schwimmen und tauchen und bleibt auch die meiste Zeit unter der Wasseroberfläche. Der Spieler muss durch die Räume schwimmen und sich immer wieder auf im Wasser treibende Gegenstände (z. B. Koffer und Bretter) ziehen, um nicht gefasst zu werden. In einer Ecke des letzten Raumes befindet sich eine große, hölzerne Plattform mit einem alten Röhrenfernseher darauf. Als die Großmutter versucht, die Plattform durch Wegreißen der Tragpfeiler zu zerstören, schubst der Junge den Fernseher ins Wasser, woraufhin ein gewaltiger Stromschlag durch das Wasser fährt und die Großmutter tötet.
Blutegel