Großwendern ist ein Gemeindeteil der Stadt Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Großwendern hat eine Fläche von 6,867 km². Sie ist in 753 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9119,15 m² haben.

Geographie Das Kirchdorf liegt am Fuß des Großen Kornbergs. Durch den Ort fließt der Wenderner Bach, ein linker Zufluss der Eger, und am Kemmerer Bach, der innerorts als rechter Zufluss in den Wenderner Bach mündet. Die Staatsstraße 2179 führt nach Marktleuthen (2,4 km südwestlich) bzw. nach Spielberg (2,5 km nordwestlich). Die Kreisstraße WUN 1 führt nach Niederlamitz (3,4 km nordwestlich). Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leuthenforst (2,5 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1356 als „Zwendorn“ erstmals urkundlich erwähnt. Er war damals eine Zugehörung zur Burg Epprechtstein. 1363 erwarb die Burggrafschaft Nürnberg den Ort.J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 117. Die Herren von Hirschberg hatten hier zwischen 1398 und 1674 ein Rittergut; davon zeugt heute noch der sogenannte Burgstall Großwendern. 1499 bestand der Ort aus 2 Anderthalbhöfe, 9 Ganzhöfe, 6 Halbhöfe, 1 Viertelhof und 3 Herbergen. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Amt Kirchenlamitz aus. 1787 bestand Großwendern aus 24 Halbhöfen, 2 Dreiachtelhöfe, 13 Viertelhöfe, 1 Schmiede, 5 Herbergen, 6 Tropfhäusern und 1 Hirtenhaus. Das Rittergut war zuletzt in Besitz des Geheimen Rat Stein. Nach seinem Tod im Jahr 1739 wurde es heimfällig und seine Grundstücke in 32 Teile zerschlagen.Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 158.

Von 1797 bis 1810 unterstand Großwendern dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel. Mit dem Gemeindeedikt wurde Großwendern dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Niederlamitz zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Großwendern. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kirchenlamitz und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt). Ab 1862 gehörte Großwendern zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Kirchenlamitz (1879 in das Amtsgericht Kirchenlamitz umgewandelt). Ab 1959 war das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 6,873 km². Am 1. Januar 1978 wurde Großwendern im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktleuthen eingemeindet.

Baudenkmäler In Großwendern gibt es sechs Baudenkmäler: Haus Nr. 44, 84, 85: Wohnstallhäuser Kellerhügel und Kellerhohlweg Kreuzstein

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 21: Granit-Türrahmung

Bodendenkmäler In der Gemarkung Großwendern gibt es ein Bodendenkmal: Burgstall Großwendern

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 240 290 283 305 291 351 335 434 391 417 392 408 449 460 458 441 439 421 467 581 609 599 491 502 452HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 49 54 59 59 62 73 79 119Quelle

Religion Großwendern ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war bis 1957 nach St. Michael (Kirchenlamitz) gepfarrt.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 414. Seitdem ist Spielberg zuständig, das mit der 1957 erbauten Auferstehungskirche eine Pfarrei bildet. Die Katholiken sind nach St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

http://www.grosswendern.de/

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Geographie (Marktleuthen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) Kategorie:Ersterwähnung 1356 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge