Die Hamburgische Ehrendenkmünze ist eine Auszeichnung des Hamburger Senats für Bürger der Hansestadt. In Gold ist sie die höchste Auszeichnung nach dem Ehrenbürgerrecht. In Silber wird sie Personen verliehen, die sich besondere Verdienste um den Schutz von Leben und Eigentum erworben haben.Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 299.

Beschreibung Die Vorderseite der Medaille zeigt das rechte Profil der Hammonia, die einen Lorbeerkranz und eine Mauerkrone trägt. Auf der Rückseite ist ein großer Lorbeer- und Eichenkranz zu sehen, der von Bändern zusammengehalten wird. Außerdem zeigt sie das Hamburger Stadtwappen.

Der innere Bereich der Münze war vor der Verleihung frei. Bei der silbernen Ausführung erhielt er eine passende Widmung eingraviert. Die goldenen Medaillen bekamen eine mitgeprägte Widmung.

Geschichte Der Hamburger Rat beschloss am 21. Juli 1853, eine Ehrendenkmünze zu verleihen. Die Auszeichnung galt zunächst nur für Nichthamburger, die Personen aus Seenot gerettet hatten. Bei besonderen Anlässen konnten auch Hamburger Bürger, die sich außerhalb der Hansestadt Verdienste erworben und das Renommee der Stadt gemehrt hatten, die Münze bekommen.Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 299–300.

Der Entwurf der Auszeichnung stammte von dem Medailleur Heinrich Bubert, der von 1851 bis 1857 für den Berliner Medailleur Gottfried Bernhard Loos arbeitete. Die anfangs silberne Münze wurde ab 1855 auch in der goldenen Form verliehen. Bei Ende des Ersten Weltkriegs existierte auch eine Ausführung aus Eisen.Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 300.

Bekannte Preisträger Die erste silberne Münze bekam 1858 Herm. Célestine Isidore Nivert, der als zweiter Capitain auf der französischen Bark Maurice gedient hatte. Die erste goldene Ausführung bekam am 1. Oktober 1855 der Afrikaforscher Heinrich Barth. Das einzige dokumentierte Exemplar aus Eisen erhielt 1917 der General Max von Boehn. Ab 1938 wurde die Münze auch in Bronze verliehen.Auszeichnungen und Preise (Hamburger Adressbuch 1941, Seite 6), Digitalisat, abgerufen am 12. April 2026 Sie erhielt zum Beispiel 1939 der Verein für Hamburgische Geschichte.

Ehrendenkmünze in Gold Preisträger der goldenen Münze waren:Cipriano Francisco Gaedechens (Bearb.): Hamburgische Münzen und Medaillen. Abt. 3. Ergänzungen und Fortsetzung. J. A. Meißner, Hamburg 1876, S. 158f.

1855 (1. Oktober): Johann Heinrich Barth, nach Beendigung seiner Forschungsreise durch Westafrika 1858 (3. November): Kapitän Ernest Renaud, Retter von 67 Passagieren der „Austria“ 1858 (3. November): Kapitän C. A. Funnemark, Retter von 22 Passagieren der „Austria“ 1859 (4. Oktober): Chevalier Marcos Antonio de Araújo, Kaiserlich Brasilianischer Vertreter, bei seiner 25-jährigen Akkreditierung 1860 (Juni): Vincent Rumpff, für treue Dienste 1860 (Juni): Sir George Lloyd Hodges, Königlich Britischer Geschäftsträger, bei seinem Rücktritt ins Privatleben 1869 (26. Januar): Johann Heinrich Schröder, Kaufmann, anlässlich seiner Goldenen Hochzeit 1870 (Juni): John Ward, Königlich Britischer Ministerresident, bei seiner Abberufung 1873 (25. Juni): Carl Adolf Sterky, Königlich Schwedischer und Norwegischer Ministerresident, bei seinem Rücktritt ins Privatleben 1890: Der Vicomte de Paraguassú, brasilianischer Generalkonsul, zu seiner Versetzung in den RuhestandStaatsarchiv Hamburg, abgerufen am 4. Mai 2026 1895 (26. April): Generalpostmeister Heinrich von Stephan, zum 25-jährigen Amtsjubiläum 1897 (27. Mai): HAPAG, zum 50. Firmenjubiläum 1898 (1. April): Alfred Graf von Waldersee, anlässlich seiner Ernennung zum Generalinspekteur der III. Armeeinspektion und seines Scheidens als kommandierender General des IX. ArmeekorpsStaatsarchiv Hamburg, abgerufen am 4. Mai 2026 1903 (2. März): Georg von Neumayer, Direktor der Deutschen Seewarte 1903 (2. März): Richard Koch, zum 50. Dienstjubiläum 1906 (4. Dezember): Friedrich Jungnickel, Präsident der preußischen Eisenbahndirektion Altona 1907 (7. August): Alfred Pauli, bremischer Bürgermeister 1908: Richard Linde, Heimatforscher und Gymnasialprofessor 1911 (13. Mai): Edmund Siemers, Kaufmann 1913 (1. Oktober): Karl Peter Klügmann, Gesandter in Berlin, bei seinem Ausscheiden aus dem Amt 1927 (Juni): Martin Donandt, bremischer Bürgermeister 1929 (18. September): Baron Bruno von Schröder, Stifter 1929 (18. September): Hugo Eckener, Luftschiffbauer 1935 (6. Dezember): Hermann Göring (24. Preisträger) 1937 (12. März): Wilhelm Frick, als Reichsminister des Innern Mitunterzeichner des Groß-Hamburg-Gesetzes 1939 (1. April): Großadmiral Erich RaederGöring, Frick und Raeder im Hamburger Adressbuch 1940, dort wird die Ehrendenkmünze als „Ehrenmedaille in Gold“ bezeichnet; abgerufen am 12. April 2026

Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 2008 wurden acht goldene Münzen vergeben. Bis 2019 waren es insgesamt 38.

1956 (23. Juni): Phoenix-Werke, zum 100. Firmenjubiläum 1960 (5. April): Adolph Schönfelder, ehemaliger Präsident der Bürgerschaft 1967 (3. September): Max Brauer, ehemaliger Bürgermeister, anlässlich seines 80. Geburtstages 1976 (23. Februar): Herbert Weichmann, ehemaliger Bürgermeister 1984 (13. Juli): Alfred Toepfer, Kaufmann 1986 (24. Januar): Hiltgunt Zassenhaus, Ärztin 1990 (14. September): Rolf Liebermann, Komponist und Intendant 1994 (13. August): Werner Otto, Kaufmann 2000 (12. April): Chang Yung-fa, taiwanischer Geschäftsmann und Reeder, gründete und leitete die Evergreen Group 2009: Lucille Eichengreen, Historikerin 2017 (7. Juni): Klaus-Michael Kühne, Kaufmann 2019: Esther Bejarano, KZ-Überlebende 2019: Peggy Parnass, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin 2020: Hermann Rauhe, MusikwissenschaftlerEhrendenkmünze in Gold für Hermann Rauhe 2023: Jan Philipp Reemtsma, Literatur- und Sozialwissenschaftler, Publizist und Mäzen

Ehrendenkmünze in Silber

Die Hamburgische Ehrendenkmünze in Silber wurde erstmals 1858 verliehen. Vor der Stiftung der Hamburgischen Rettungsmedaille im Jahr 1903 wurde sie als Auszeichnung für die Rettung aus Seenot vergeben, und zwar in den Jahren 1858 bis 1871 insgesamt 22 Mal. Bis auf eine Ausnahme handelte es sich bei den Geehrten um Kapitäne und andere Besatzungsmitglieder fremder Schiffe und Boote, die die Mannschaft und (seltener) Passagiere Hamburger Schiffe aus Seenot gerettet hatten. Nur im Jahr 1861 wurde die Ehrendenkmünze auch dem Kapitän eines hamburgischen Schiffes verliehen.Cipriano Francisco Gaedechens (Bearb.): Hamburgische Münzen und Medaillen. Abt. 3. Ergänzungen und Fortsetzung. J. A. Meißner, Hamburg 1876, S. 159f.

1858: Herm. Célestine Isidore Nivert, zweiter Kapitän der französischen Bark „Maurice“ 1858: Ferdinand Bertheau, Leutnant desselben Schiffes 1858: Marcus S. Jacobsen, erster Steuermann der norwegischen Bark „Catharina“ 1858: Ole Peter Pedersen, zweiter Steuermann desselben Schiffes – alle vier für Rettung der Passagiere der „Austria“ 1859: Jean Pierre Gueule, Führer eines Fischerbootes, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Carl Staegemann“ 1859: Thomas, William und David Davies aus Swansea, britische Fischer, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Stadfeldt“ 1860: George McMillan, Kapitän des britischen Dampfboots „Sir James Brook“ für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Helene“ 1861: John Tye, Kapitän des britischen Schiffes „Tryal“, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Hansa“ 1861: Hein von Appen, Kapitän des hamburgischen Schiffes „Alliance“ für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Ar“ 1862: Jens Jacob Nicolai Wilse, Kapitän des norwegischen Schiffes „Hazard“, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Friederike Christine“ 1862: M. Pasmore, Kapitän des britischen Schiffes „Solent“ und 1862: G. P. Lass, erster Steuermann desselben Schiffes, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Beatus“ 1864: V. G. Morvan, Kapitän des französischen Schiffes „Venus“, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Sir Robert Peel“ 1864: Edward Wilds, Kommandeur des britischen Kriegsschiffes „Swallow“, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Hamlet“ 1864: Eugenio Sanchez y Zayas, Kommandeur der spanischen Korvette „Navarez“, für dem hamburgischen Schiff „Malvina Vidal“ geleistete Hilfe 1865: Arie Weltevreden, niederländischer Schiffer, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Dampfschiffes „Archimedes“ 1866: Juan Baptista Bescos, Kapitän des spanischen Schoners „Trafalgar“ für Rettung des hamburgischen Schiffes „Jacatra“ 1867: H. Henrichsen, Kapitän der norwegischen Bark „Der 30. September“ für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Humboldt“ 1868: Nielsen, Kapitän des dänischen Schiffes „Doris Brodersen“, für Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Emma“ 1871: Viacava, Kapitän des Schiffes „Nuova Gemma“, für die Rettung der Mannschaft des hamburgischen Schiffes „Carl“

Nach dieser Zeit wurde die Ehrendenkmünze in Silber erst im Jahr 1942 erneut verliehen. Empfänger war der Königlich Dänische Außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister Marinus Yde anlässlich des von ihm gegründeten Altersstiftes „Rosenborg“ (nahe Börnsen) sowie nicht genauer bezeichneter anderer „hervorragender Unterstützung“.

Die letzten Träger dieser Auszeichnung sind Menschen, die erhebliche Leistungen bei der Entschärfung und Räumung der zahlreichen in Hamburg vorhandenen Bomben und Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg vollbracht haben:die-deutschen-orden.de, abgerufen am 1. März 2020

1951: Walter Merz und Friedrich Ahlf 1974: Erich Frodermann 1986: Heinz Gäbler 2010: Peter Voß und Manfred Schubert, ehemalige Leiter des Kampfmittelräumdienstes 2018: Hermann Borelli, ehemaliger stellvertretender Leiter des Kampfmittelräumdienstes PDF, Seite 4, abgerufen am 1. März 2020 2021: Peter Bodes, ehemaliger Leiter des KampfmittelräumdienstesAndré Zand-Vakili: „Manchmal dachte ich danach, das war knapp“ Hamburger Abendblatt, 23. März 2021, abgerufen am 4. Juni 2022

Ehrendenkmünze in Bronze

Die Hamburgische Ehrendenkmünze in Bronze wurde 1938 gestiftet und erstmals verliehen (damals als „Ehrenmedaille“ bezeichnet). Bis 1942 wurden 157 Personen ausgezeichnet;Verzeichnis bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 darüber hinaus erfolgten Verleihungen aber bis mindestens 1943.

Preisträger (Auswahl) 1938: Generalintendant Heinrich Karl StrohmVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 1939: Der Verein für Hamburgische GeschichteVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 1939 oder 1940: Die Mathematische Gesellschaft in HamburgVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 1941: Oberarbeitsführer Leonhard MunzertVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 1942: Richard OhnsorgVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026 1939–1943: Besatzungen Hamburger Schiffe anlässlich der Überwindung britischer BlockademaßnahmenVermerk bei actapro-benutzung.hamburg.de (Staatsarchiv Hamburg), abgerufen am 12. April 2026

Einzelnachweise

Ehrendenkmunze Kategorie:Erstverleihung 1853

Weblinks Cipriano Francisco Gaedechens (Bearb.): Hamburgische Münzen und Medaillen. Abt. 3. Ergänzungen und Fortsetzung. J. A. Meißner, Hamburg 1876, S. 158f. Digitalisat Abbildung der Ehrendenkmünze in Silber bei die-deutschen-orden.de