mini|Hermann Wächter, 2011 Hermann Wächter (* 17. Januar 1937 in Augsburg; † vor oder am 4. Februar 2025) war ein deutscher Schauspieler und Autor.

Leben Nach dem Gymnasium absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, nahm berufsbegleitend Schauspielunterricht und legte die Bühnenreifeprüfung ab. Von 1953 bis 1987 hatte er eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft in Augsburg, München und Stuttgart. 22 Jahre gehörte er dem Prüfungsausschuss von Industrie- und Handelskammern an. Ab 1987 arbeitete er in der Hauptverwaltung des Bezirks Schwaben in der Öffentlichkeitsarbeit und Kulturabteilung. Veranstaltungsorganisation, Ausstellungsorganisation in Bayerisch-Schwaben und ausländischen Partnerregionen sowie die Zuarbeit Bezirkstagspräsident (Glückwünsche, Kondolenzen, Redeskizzen und andere Texte) gehörte zu seinem Aufgabengebiet. Von 1987 bis 2007 beschäftigte er sich auch mit Beratung der Amateurtheater in Bayerisch-Schwaben. Wächter leitete Fortbildungsseminare für Amateurtheater, bei denen das Agieren auf der Bühne im Mittelpunkt stand. Zudem widmete er sich der Zusammenstellung von Stückekatalogen („Was sollen wir spielen?“).

Über 30 Jahre arbeitete er am Rundfunk, Sprecher in Hörspielen (u. a. war er der Vater in der Funkfamilie Schwärmle) und hatte ca. 200 Moderationen der Sendung „Heimatspiegel“ (BR). Als Volksschauspieler verkörperte er in Fernsehrollen meist bodenständige Typen, auch immer wieder Pfarrer, wobei ihm hier, neben der professionellen Schauspielausbildung auch zugutekam, dass er als Bub jahrelang Ministrant war. 1963/64 war er Ensemblemitglied beim Augsburger Kabarett „Die Scheibenwischer“. Theatergastspiele erfolgten an Heimatbühnen, am Theater Augsburg und im Parktheater im Kurhaus Göggingen. Außerdem war er Sprecher in der Augsburger Puppenkiste und über 20 Jahre Erzähler beim Augsburger Adventsingen in der Kongresshalle.

1979 begann er mit dem Schreiben und verfasste 15 Bücher sowie 6 CDs. Aus seiner Feder stammt Literatur über Brauchtum in Bayerisch-Schwaben, heitere und besinnliche Geschichten und Gedichte in Hochdeutsch und schwäbischer Mundart. Am Liebsten schreibt er über die Heimat, über Land und Leute, die Jahreszeiten in der Natur. Einige Schulbuchbeiträge in schwäbischer Mundart und Unterrichtsbesuche (Lyrik im Unterricht). Die mittelschwäbische Mundart erlernte er als Kind in den 1940er Jahren, wo er kriegsbedingt über 4 Jahre auf einem Bauernhof in Hochwang (bei Günzburg) lebte. Rund 400 Lesungen und Moderationen hatte er in Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Bukowina, sowie in Bonn, Berlin und Brüssel. Wächter war verheiratet und lebte in Augsburg.

Filmografie (Auswahl) 1986: Liddl 17 1987: Löwengrube (Fernsehserie) 1989: Josef Filser (Fernsehserie) 1990: Erfolg (Kino und Fernsehen) 1990: Der König von Bärenbach 1990: Porträt: Ein schwäbischer Dichter 1992: Arsen und Hammerbärte 1995: Das schwäbische Jahr 1995: Mali (Zweiteiler) 1995: Weihnachtslesung 1996: Schwäbische Weihnacht 1996: Schwurgericht 1999: Streit um Drei (Fernsehserie) 1999: Bilderbuch Deutschland – Augsburg (Fernsehreihe) 2000: Streit um Drei 2003: Autorenlesung 2007: Weihnachten in Schwaben 2016: Dahoam is Dahoam

Theater (Auswahl) 1959: Revier am Don 1960: Der Hauptmann von Köpenick 1961: Der zerbrochene Krug 1961: Kabale und Liebe 1962: Götz von Berlichingen 1972: Das Glas Wasser 1973: Der Vogelhändler 1973: Gasparone 1974: Die Acharner oder der private Sonderfrieden 1975: Unsere kleine Stadt 1976: 700 Jahre Augsburger Stadtrecht 1978: Die Wildente 1984: Der Baumnarr 2000: Bayerisch-Schwäbischer Abend 2003: Schwäbische Weihnacht 2005: Weihnachten in Schwaben 2011: Schwäbische Weihnacht 2016: Schwäbischer Advent

Veröffentlichungen (Auswahl) Unterm schwäbischen Himmel. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1989, ISBN 3-88006-141-6. Augschburger Gschichtla. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1989, ISBN 3-88006-144-0. Immer wenn es Weihnacht' wird. Franz Brack Verlag, Altusried 1993, ISBN 3-928934-11-2. Ja, die Schwaben! Franz Brack Verlag, Altusried 1995, ISBN 3-930323-04-4. Grüß Gott in Bayerisch-Schwaben. Brigitte Settele Verlag, Augsburg 1997, ISBN 3-932939-30-1. Unterm weißblauen Schwabenhimmel. Franz Brack Verlag, Altusried 2001, ISBN 3-930323-30-3. Schwäbisches Wörterbüchle. Franz Brack Verlag, Altusried 2001, ISBN 3-930323-27-3. Zum Glück gibt es die Schwaben. Franz Brack Verlag, Altusried 2002, ISBN 3-930323-38-9. Lachendes Schwaben. Franz Brack Verlag, Altusried 2003, ISBN 3-930323-44-3. Weihnachten wird es nun bald. Franz Brack Verlag, Altusried 2005, ISBN 3-930323-55-9. Wir in Augsburg. Franz Brack Verlag, Altusried 2010, ISBN 978-3-930323-95-1.

Auszeichnungen

1986: Goldene Ehrenmedaille der IHK für Augsburg und Schwaben 1992: Silberne Ehrenmedaille der Synagoge IchenhausenBescheinigung der Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen auf Wikimedia Commons 2007: Sieben-Schwaben-Medaille des Bezirks Schwaben 2007: Ehrenmitglied im Theater in der Frauentorstraße Augsburg (TiF) 2007: Ehrenritter der Gruppe Stadthauptmann Augsburg von 1518 2021: Preis Pro Suebia der Eugen Liedl Stiftung

Literatur Kürschners Deutscher Literaturkalender Augsburger Profile (1988) Ein schwäbischer Dichter. In: BR Fernsehen, Porträt 1990 Ein „barocker Pfarrer“ aus Schwaben, in: Kath. Sonntagszeitung 1993 Hermann Wächter, Autor und Volksschauspieler. In: Katholische Sonntagszeitung 1995 Bodenständig, leutselig und gediegen. In: Augsburger Allgemeine 1997 Stationen: Hermann Wächter. In: Augsburg Journal 1997 Die Heimat spielt immer eine Rolle. In: Augsburger Allgemeine 2000 Porträt im a.tv Fernsehen für Schwaben 2002 Immer gern den Pfarrer gespielt. In: Kath. Sonntagszeitung 2002 Zur Person im a.tv Fernsehen für Schwaben 2007 Ein ordentlicher Pfiffikus wird 70. In: Augsburger Allgemeine 2007 Ein Tausendsassa feiert seinen 75. In: Augsburger Allgemeine 2012 Kaufmann, Kabarettist und immer wieder Pfarrer In: Augsburger Allgemeine 2017 zum 80. Geburtstag Ein ausgezeichneter „Wächter“ schwäbischer Lebensart. in: Augsburger Allgemeine 2022 zum 85. Geburtstag

Weblinks

Kaufmann, Kabarettist und immer wieder Pfarrer. In: Augsburger Allgemeine vom 17. Januar 2017 anlässlich seines 80. Geburtstages

Einzelnachweise

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