Cacao ist ein Legespiel des australischen Spieleautors Phil Walker-Harding, das 2015 unter anderem bei dem deutschen Spieleverlag Abacusspiele erschien. Es wurde im gleichen Jahr in die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres aufgenommen und wurde beim österreichischen Spielepreis Österreichischer Spielepreis als Spielehit für Familien ausgezeichnet.
2016 wurde mit Cacao: Chocolatl die erste offizielle Erweiterung zu Cacao mit vier Erweiterungsmodulen veröffentlicht, 2017 folgte mit Cacao: Diamante die zweite Erweiterung mit ebenfalls vier Modulen. Darüber hinaus wurden mehrere Mini-Erweiterungen zum Spiel herausgegeben.
Hintergrund und Ausstattung Bei Cacao geht es den Spielern darum, als Häuptling eines Aztekenstammes über die Ernte und den Verkauf von Kakao sowie durch andere Aktivitäten möglichst viel Gold zu verdienen. Es handelt sich um ein Legespiel, bei dem ähnlich wie bei Carcassonne nach und nach eine Landschaft entsteht, die in diesem Fall aus Dörfern und Urwaldfeldern besteht. Gewinner ist der Spieler mit dem meisten Gold am Ende des Spiels.
Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung und einem Übersichtsblatt mit den Eigenschaften der Urwaldplättchen aus: 44 Arbeiterplättchen in vier Farben (weiß, violett, rot und gelb) 4 Spielfiguren (Wasserträger) in vier Farben 4 Dorftableaus in vier Farben 28 Urwaldplättchen (10 verschiedene Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften) 20 hölzerne Cacaofrüchte 12 Sonnensteine 48 Goldmünzen (Münzen mit den Werten 1, 5 und 10)
Spielweise Spielvorbereitung Zum Beginn des Spiels wählt jeder Mitspieler eine Spielfarbe und bekommt die entsprechenden Arbeiterplättchen, der Wasserträger und das Dorftableau. Das Spielertableau wird vor den Spielern platziert, der Wasserträger kommt auf das Feld „-16“. Im Fall von zwei Mitspielern bekommt jeder Spieler je vier Karten mit jeweils einem Arbeiter an jeder Seite, fünf Karten, bei denen an einer Seite zwei und an einer kein Arbeiter befindet und zwei Karten mit drei Arbeitern an einer Kante und zwei leeren Kanten. Bei drei Spieler wird eines der ersteren pro Spieler aus dem Spiel entfernt, bei vier Mitspielern zusätzlich je eines mit zwei Arbeitern an einer Seite. Die verbleibenden Karten werden gemischt und als Nachzugstapel bereitgelegt, jeder Spieler nimmt sich drei Handkarten.
Danach werden die Goldmünzen, die Tempelplättchen und die Cacaofrüchte als Depot bereitgelegt. Beim Spiel mit zwei Spielern werden einige in der Spielanleitung angegebene Urwaldkarten entfernt, ansonsten werden alle Plättchen genutzt. Hiervon werden je ein Plättchen mit einem einzelnen Cacao-Feld und eines mit einem 2er-Markt diagonal zueinander in der Tischmitte platziert. Die restlichen Urwaldkarten werden gemischt und als verdeckter Nachzugstapel bereitgelegt, die obersten beiden Karten werden aufgedeckt. Zuletzt wird ein Startspieler gewählt (entsprechend der Spieleanleitung der älteste Spieler).
Spielablauf
Arbeiterkarte anlegen Urwaldfelder auffüllen Arbeiter aktivieren
Beginnend mit dem Startspieler legen die Spieler jede Runde jeweils ein Dorfplättchen so an die ausliegenden Urwaldplättchen an, dass die immer mindestens an einer Seite aneinandergrenzen. Dabei darf ein Arbeiterplättchen beliebig gedreht werden, es darf jedoch nie seitlich an andere Arbeiterplättchen angrenzen und ein Urwaldplättchen darf nie seitlich an andere Urwaldplättchen angrenzen.
Nachdem das Plättchen ausgelegt wurde, kann das Auffüllen von Urwaldfeldern ausgelöst werden, wenn dadurch zwei beliebige Arbeiterplättchen an ein noch nicht gelegtes Urwaldfeld angrenzen. Für jedes neu aufzufüllende Urwaldfeld wählt der Spieler eines der offen ausliegenden Urwaldplättchen vom Nachziehstapel und legt es auf das zu füllende Feld. Bei zwei aufzufüllenden Feldern kann er auswählen, auf welches der beiden Felder welches der beiden offenen Urwaldplättchen gelegt wird; müssen mehr Felder gefüllt werden, zieht der Spieler, nachdem er die offenen Karten verteilt hat, weitere Plättchen von Nachziehstapel. Erst am Ende des Spielzugs wird die offene Auslage aufgefüllt. Das Nachlegen entfällt, wenn es keine Urwaldplättchen mehr gibt.
Nach der Auslage und dem Auffüllen der Urwaldfelder werden alle Arbeiter auf dem neu gelegten Arbeiterplättchen, die an Urwaldfelder angrenzen, sowie die Arbeiter, die auf anderen Dörfern an neu gelegte Urwaldplättchen angrenzen, aktiviert. Dabei dürfen die Spieler jeweils pro Arbeiter die Aktion des angrenzenden Urwaldplättchens ausführen, sie dürfen jedoch auch ganz oder teilweise verzichten. Die Reihenfolge, in der er die Aktionen ausführt werden sollen, kann der Spieler frei bestimmen, die Aktionen für Arbeiter auf einer Plättchenseite müssen jedoch vollständig abgeschlossen werden, bevor die Aktionen für Arbeiter auf einer anderen Plättchenseite ausführt.
UrwaldplättchenAktionAnzahl 1 Cacao-Plantage2 Cacao-PlantagenFür jede Cacao-Plantage und für jeden dadurch aktivierten Arbeiter bekommt der Spieler eine Kakao-Frucht. Diese werden auf das entsprechende Feld auf dem Dorftableau abgelegt. Wenn die maximale Anzahl von Kakao-Früchten auf dem Tableau erreicht ist, können keine weiteren Früchte angenommen werden.62 Markt, Verkaufspreis 2Markt, Verkaufspreis 3Markt, Verkaufspreis 4Auf dem Markt kann pro aktiviertem Arbeiter je eine Kakao-Frucht für den angegebenen Verkaufspreis verkauft werden.241 Goldgrube, Wert 1Goldgrube, Wert 2In der Goldgrube bekommt ein Spieler für jeden aktivierten Arbeiter je ein oder zwei Goldstücke entsprechend dem angegebenen Wert.21 WasserFür jeden aktivierten Arbeiter am Wasserplättchen darf der Spieler seinen Wasserträger auf dem Dorftableau um ein Feld vorrücken. Erreicht der Wasserträger das letzte Feld mit dem Wert „16“, kann er nicht weiter vorgerückt werden.3 SonnenkultstelleFür jeden aktivierten Arbeiter an einer Sonnenkultstelle darf sich der Spieler einen Sonnenstein aus dem Vorrat nehmen und auf sein Dorfplateau platzieren. Wenn die maximale Anzahl von Sonnensteinen auf dem Tableau erreicht ist, können keine weiteren Sonnensteine angenommen werden. Sonnensteine können in der letzten Phase des Spiels, wenn keine Urwaldplättchen mehr zur Verfügung stehen, zum Überbauen eigener Dorfplättchen und Aktivierung der entsprechenden Arbeiter genutzt werden. Sonnensteine, die sich bei der Endwertung noch auf dem Dorftableau befinden, zählen ein Goldstück.2 TempelDie Tempel werden am Ende des Spieles gewertet und lösen keine direkte Aktion aus. Der Spieler, der die meisten Arbeiter am Tempel anliegen hat, bekommt 6 Goldstücke, der mit den zweitmeisten 3 Goldstücke und bei Gleichstand werden die jeweiligen Münzen auf die entsprechenden Spieler aufgeteilt5
Der Zug des aktiven Spielers endet, wenn alle Aktionen der aktivierten Arbeiter aller Spieler durchgeführt wurden. Zum Abschluss zieht der Spieler das oberste Arbeiterplättchen von seinem Arbeiter-Nachziehstapel und nimmt es auf die Hand. Danach füllt er die offene Auslage der Urwaldplättchen wieder auf zwei Karten auf. Sind in beiden Fällen die Plättchen aufgebraucht, entfällt das Nachziehen.
Spielende und Auswertung Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre Dorfplättchen vollständig aufgebraucht haben. Danach folgt die Schlusswertung, bei der zuerst die Tempel einzeln nacheinander gewertet und die entsprechenden Spieler ausgezahlt werden. Danach erhält jeder Spieler für jeden Sonnenstein, den er bei Spielende noch besitzt, ein Goldstück. Zuletzt wird der Wasserträger entsprechend dem Wasserfeld, auf dem er steht, gewertet. Gewinner ist der Spieler, der nach der Endwertung am meisten Gold besitzt, bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten verbleibenden Kakao-Früchten und bei erneutem Gleichstand gibt es mehrere Gewinner.
Erweiterungen Mini-Erweiterungen Zu Cacao erschienen seit der Veröffentlichung 2015 mehrere Mini-Erweiterungen: Vulkane Die Mini-Erweiterung Vulkane bringt drei Plättchen mit Vulkanfeldern in das Spiel. Beim Einsatz der Erweiterung werden die drei Goldgruben durch die Vulkane ersetzt. Zusätzlich sind vier Münzen mit dem Wert 20 enthalten. UrwaldplättchenAktionAnzahl Vulkan Entsprechend der Position am Vulkan bekommt ein Spieler pro aktiviertem Arbeiter zwei Goldstücke oder verliert eines. 3
Großer Markt (Brettspiel-Adventskalender 2015) Die Erweiterung besteht aus einem einzelnen Plättchen, einem Marktplättchen mit dem Verkaufspreis 5. Das Plättchen wird im Austausch zu einem Markt mit dem Verkaufspreis 3 in das Spiel gebracht. UrwaldplättchenAktionAnzahl Großer Markt, Verkaufspreis 5Auf dem Markt kann pro aktiviertem Arbeiter je eine Kakao-Frucht für den angegebenen Verkaufspreis von 5 Goldstücken verkauft werden.1
Goldener Tempel (Brettspiel-Adventskalender 2015) Die Erweiterung besteht aus einem einzelnen Plättchen, einem goldenen Tempel mit den Werten 8 für den Spieler mit den meisten Arbeitern am Tempel und 1 für den mit den zweitmeisten Arbeitern. Das Plättchen wird im Austausch zu einem normalen Tempel in das Spiel gebracht. UrwaldplättchenAktionAnzahl Goldener TempelDer Spieler, der die meisten Arbeiter am Tempel anliegen hat, bekommt am Ende des Spiels 8 Goldstücke, der mit den zweitmeisten 1 Goldstück und bei Gleichstand werden die jeweiligen Münzen auf die entsprechenden Spieler aufgeteilt5
Die Lichtung Die Lichtung ist eine inoffizielle Erweiterung in Form einer Postkarte, die 2015 an die Unterstützer des deutschen Podcasts Bretterwisser vergeben wurde. Auf der Postkarte abgebildet ist eine Lichtung mit vier angrenzenden Urwaldfeldern. Sie wird neben der Auslage in der Tischmitte ausgelegt und kann von jedem Mitspieler einmal pro Spiel genutzt werden, indem dieser ein Dorfplättchen mit vier einzelnen Arbeiter auf der Lichtung platziert und dafür zwei der vier Urwaldfelder aktivieren kann. Danach wird das Plättchen umgedreht, um anzuzeigen, welche Spieler diese Option bereits genutzt haben.
Cacao: Chocolatl 2016 erschien die erste offizielle Erweiterung des Spiels unter dem Titel Cacao: Chocolatl, die mehrere neue Möglichkeiten in das Spiel einbringen soll. Die Erweiterung enthält vier Erweiterungsmodule mit den Namen Schokolade, Bewässerung, Hütten und Landkarten, die zusammen oder einzeln spielbar sind.
Landkarten Das Landkarten-Modul bringt ein Landkartentableau sowie acht Landkartenplättchen ins Spiel. Dabei erhält jeder Spieler zwei Landkartenplättchen, das Landkartentableau wird neben dem Nachziehstapel der Urwaldplättchen platziert. Danach werden statt nur zwei Urwaldplättchen vier offen ausgelegt, wobei die ersten beiden offen auf dem Landkartentableau platziert werden und die anderen beiden die normale Auslage bilden.
Im Spielverlauf kann der Spieler wie gewohnt beim Auffüllen der Urwaldfelder eines der beiden offenen Plättchen wählen, stattdessen kann er jedoch auch eines der Plättchen vom Tableau auswählen und nutzen. Um dies zu tun, muss er eines seiner beiden Landkartenplättchen abgeben, das aus dem Spiel genommen wird. Nach der Runde wird die Auslage wieder vom Nachziehstapel befüllt, wobei zuerst die übrige gebliebenen Plättchen vom Landkartentableau in die normale Auslage kommen und danach das Tableau gefüllt wird. Nicht eingesetzte Landkartenplättchen bringen in der Abrechnung bei Spielende kein Gold. Als Variante können die Spieler vereinbaren, dass Überbauen bereits zu erlauben, wenn der Urwald-Nachziehstapel aufgebraucht ist auch wenn noch Plättchen auf dem Tableau liegen.
Bewässerung Das Bewässerung-Modul bringt drei neue Urwaldplättchen ins Spiel, die gegen eine Einzelplantage und zwei Doppelplantagen getauscht werden (beim Spiel mit zwei Spielern werden nur die beiden Doppelplantagen durch Bewässerungsplättchen ausgetauscht). In der Startauslage wird als Startplättchen statt des Marktes ein Bewässerungsplättchen ausgelegt.