Thusnelda im Triumphzug des Germanicus ist ein großformatiges Gemälde von Carl Theodor von Piloty, das im Jahre 1873 entstand. Das mit Ölfarben auf Leinwand produzierte Historienbild ist in der ständigen Sammlung der Neuen Pinakothek in München ausgestellt. Es ist mit „C. Piloty“ signiert.Claudia Steinhardt-Hirsch: Thusnelda im Triumphzug des Germanicus. In: Reinhold Baumstark, Frank Büttner (Hrsg.): Großer Auftritt. Piloty und die Historienmalerei. Pinakothek, München; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, Kap. 16, ISBN 3-8321-7291-2, S. 318–349.
Beschreibung und Entstehung Das Bild zeigt einen Triumphzug im antiken Rom, der am 23. Mai des Jahres 17 zu Ehren des römischen Feldherrn Germanicus stattfand. Zentral, hell beleuchtet und in majestätischer Haltung ist Thusnelda abgebildet. Mit Thumelicus, dem Sohn des Arminius, den sie beschützend bei sich führt, ist sie die wichtigste Trophäe des Triumphzugs. Hinter ihr befinden sich die Stammeshäuptlinge der Cherusker, der Bruder von Thusnelda, Segimundus. Im Halbdunkeln unter einem Baldachin auf einem Thron sitzend ist silhouettenhaft der römische Kaiser Tiberius abgebildet. Im Bild befinden sich eine Vielzahl anderer Figuren. Es herrscht ein diagonaler Bildaufbau.
Das Gemälde entstand nach zwei Jahren Arbeit. Es sind vier Skizzen bekannt. Es existiert eine Kopie im Format 135 cm × 196 cm im Metropolitan Museum New York. In: BADV – Provenienzdokumentation – Thusnelda im Triumphzug des Germanicus. Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, 2008, abgerufen am 7. April 2026.
Ein früheres Gemälde des Künstlers aus dem Jahr 1867 mit einem sehr ähnlichen Bildthema befindet sich im Germanischen Nationalmuseum. mini|Ähnliches Bildthema, 1867, 88 cm × 107 cm, Germanisches Nationalmuseum
Provenienz 1869 Auftrag für das Gemälde durch den bayerischen König Ludwig II. 1873 Ausstellung in Wien 1874 Kauf durch Ludwig II. von PilotyThusnelda im Triumphzug des Germanicus, 1873. Über das Werk. In: pinakothek.de, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, abgerufen am 7. April 2026.
Ölskizze Daneben ist eine der vier bekannten Ölskizzen zum gleichnamigen Bild zuerst als im Besitz der Erben nachweisbar und hatte in der Zeit des Nationalsozialismus eine bewegte, aus den Quellen nicht mehr zweifelsfrei rekonstruierbare Geschichte: Ab 1896: Ehefrau Bertha von Piloty und deren Kinder Bis 1935: möglicherweise Auguste Caroline Lammer, geb. Hofbauer, Bankinhaberin (1885–1937) Ab 1935: möglicherweise Massewalter Rechtsanwalt Ernst Czerny, Zell am See (Österreich) 1936 / vor Sommer 1938: möglicherweise Erwerb durch Adolf Hitler / Reichskanzlei Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen resümierte 2008 dazu: „Vor dem hier geschilderten Hintergrund bleibt die Provenienz ungeklärt, zumal alle bekannten Quellen ausgeschöpft sind. Ein NS-verfolgungsbedingter Vermögensverlust kann nicht ausgeschlossen werden.“
Weblinks
Thusnelda im Triumphzug des Germanicus, 1873. Über das Werk. In: pinakothek.de, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 2008
Einzelnachweise
Kategorie:Gemälde (19. Jahrhundert) Kategorie:1873 Kategorie:Gemälde der Neuen Pinakothek Kategorie:Historiengemälde