mini|Destiny Frasqueri (2014) Destiny Nicole Frasqueri oder Princess Nokia (geboren am 14. Juni 1992) ist eine amerikanische Hip-Hop- und R&B-Musikerin aus New York, die auch unter den Künstlerinnennamen Wavy Spice oder Destiny auftrat. Außerdem arbeitet sie mit der Hip-Hop-Gruppe Ratking aus New York zusammen. Sie gilt als Vertreterin des jungen Genres Queer Rap.
Leben Frasqueri wuchs in Spanish Harlem, der Bronx und in der Lower East Side in New York auf. Sie hat einen nigerianischen und puerto-ricanischen Hintergrund. Die Mutter starb, als Frasqueri neun Jahre alt war. Das Mädchen wuchs in wechselnden Pflegefamilien und Projekten auf. In ihrer Jugend hörte Frasqueri lieber Punk als Hip-Hop, nach eigenen Angaben fand sie erst als Erwachsene Zugang zu diesem Genre: „I fell in love with hip-hop as an adult, not as a kid.“ Sie schwänzte oft die Schule, um sich zu Hause mit afroamerikanischer Literatur, Kemetismus, und Santería-Ritualen zu beschäftigen. Frasqueri bezeichnet sich selbst als „Bruja“ (spanisch für „Hexe“) in der Tradition der Yoruba und Taíno. Eine weitere Traditionslinie, in der sie sich selbst verortet, ist die Black Harlem Renaissance., The Village Voice am 29. März 2017, abgerufen am 20. April 2017 Da sie in ihrer Kindheit und Jugend immer im engen Kontakt mit der lokalen Queer-Gemeinschaft stand, beeinflusste dies ihre eigenen Denkweisen und Lebensstil und hatte großen Einfluss auf den Inhalt ihrer Musik, sowie auch ihr öffentliches Auftreten. Weiterhin setzt sie sich für Feminismus ein, so hat sie unter anderem das Kollektiv Smart Girl Club gegründet, in dem sie durch Workshops und Podcasts für eine engere kreative Zusammenarbeit zwischen Frauen aller Hautfarben und Sexualitäten wirbt. Ein wichtiger Bestandteil davon ist laut Frasqueri der Urban Feminism, „der auch Frauen erreicht, die keinen Zugang zu institutionalisierten Formen des Feminismus an den Universitäten haben.“
Musik Seit 2012 trat Frasqueri im New Yorker Untergrund und auf YouTube unter dem Pseudonym Wavy Spice auf und produzierte Club-Tracks wie Versace Hottie und Bitch, I’m Posh. 2015 veröffentlichte sie unter dem Namen Destiny das R&B-lastige Album Honeysuckle. Im September 2016 veröffentlichte sie als Princess Nokia die EP 1992, benannt nach ihrem Geburtsjahr. In ihren Songs thematisiert Frasqueri, die sich selbst als „oldschool“ charakterisiert, ihre mixed-race-Herkunft und queere Themen. Im Tagesspiegel wurde ein Auftritt der Musikerin positiv besprochen: „Wahrgenommen wird sie aber vor allem als eine Rapperin, die offene Queerness in den Hip-Hop bringt – und selbst ohne richtiges Album auf halbe Welttournee gehen kann, weil der Hunger nach Repräsentation so groß ist. Ihr Song Tomboy ist eine Hymne des noch jungen Genres Queer Rap, und wird vom Publikum entsprechend hymnisch gefeiert. Die neun Songs ihres Albums 1992 Deluxe leben sehr vom Charme der ungeschliffenen Bedroom-Produktion, inklusive Mikrofonrauschen und dem Versuch, große Breitwandakustik mit kleinen Mitteln heraufzubeschwören.“Princess Nokia im Festsaal Kreuzberg: Tomboy trifft Hexe, Tagesspiegel am 20. April 2017, abgerufen am 20. April 2017Why Princess Nokia Matters Now, More Than Ever, Vice am 29. Januar 2017, abgerufen am 20. April 2017 Im Februar 2018 wurde ihre eigene Radiosendung The Voices in my Head with Princess Nokia erstmals über Apple Beats 1 Radio gesendet. In der aus sechs Teilen bestehenden Sendung sprach sie über ihre eigenen musikalischen Einflüsse sowie persönliche Erfahrungen.
Im Jahr 2020 veröffentlichte Frasqueri das Album Everything Sucks und kurz darauf das Album Everythings’s Beautiful. Sie präsentiere sich als „versierte, nach allen Seiten austeilende Old-School-Battlerapperin, die mit Psychosen kokettiert“, so Andreas Borcholte vom Spiegel, ihr Rapstil wechsele „vom Aggro-Ätzen in einen entspannten R&B-Singsang“, der „große Wurf“ sei der Künstlerin aber nicht gelungen.
Im März 2021 veröffentlichte Frasqueri die Single It’s Not My Fault durch das Musiklabel Arista Records, das auch mit Musikerinnen wie Alicia Keys oder Annie Lennox zusammenarbeitet. Die Singleveröffentlichung stellt somit die erste Zusammenarbeit für Frasqueri mit einem großen Musiklabel dar. Auch das Album I Love You, but This Is Goodbye wurde durch Arista Records veröffentlicht. 2025 ging Frasqueri bei dem unabhängigen Musiklabel Artist House unter Vertrag. Im selben Jahr veröffentlichte sie mehrere Singles und das Album GIRLS unter dem neuen Label.
Kontroversen 2017 ging Frasqueri in Europa auf Tour. Bei einem Konzert in Cambridge stieg sie von der Bühne und schlug und beschimpfte einen Zuschauer, der sie sexistisch beleidigt haben soll, was dieser aber im Nachhinein bestritt.Princess Nokia in row over ‘public display of sexism’ at Cambridge University, The Guardian am 21. Februar 2017, abgerufen am 20. April 2017
Für eine weitere Kontroverse sorgte sie mit ihrem Song Bart Simpson, in dem sie die Zeile „See, I know my money got raised by the jews.“ rappt, was als das Aufgreifen eines antisemitischen Stereotyps gedeutet wurde. In Interviews erklärte Frasqueri, sie sei zum Teil in einer jüdischen Familie aufgewachsen und habe jüdische Onkel und Tanten: „Ich wurde von reichen Juden aufgezogen. Ich verstehe nicht, warum die Leute denken, das sei antisemitisch. Es ist eigentlich sogar pro-jüdisch. Ich bin mit jüdischen Kindern in die Schule gegangen, war zehn Jahre lang im hebräischen Ferienlager. Meine Tanten und Onkel waren reiche Jüdinnen und Juden. Wenn ich sage, ich sei eine New Yorker Puerto-Ricanerin, ist das die gleiche Referenz. Das ist also ein Missverständnis.“, Spex am 4. Oktober 2017, abgerufen am 25. April 2017„Ich will kein Internetphänomen sein“ – Princess Nokia spricht im Interview über Ästhetik, Spiritualität und die junge feministische Generation., Missy Magazine am 13. Oktober 2016, abgerufen am 25. April 2017 Im März 2017 sagte sie einen in Israel geplanten Festival-Auftritt ab, nachdem die Initiative Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) sie unter Druck gesetzt hatte. Die Initiative ruft zum Boykott Israels und israelischer Produkte auf.Princess Nokia Cancels Show at Israeli Music Festival Amid BDS Pressure, International Middle East Media Centre am 6. April 2017, abgerufen am 25. April 2017
Persönliches Frasqueri identifiziert sich als „gender non-conforming androgynous person“ und benutzt sowohl die Pronomen „she/her“ als auch „they/them“.
Diskografie Alben 2017: 1992 Deluxe 2018: Metallic Butterfly 2020: Everything Sucks 2020: Everythings’s Beautiful 2023: I Love You, but This Is Goodbye 2025: GIRLS
Mixtapes 2015: Honeysuckle
EPs 2018: A Girl Cried Red
Singles als Leadmusikerin 2017: G.O.A.T. 2017: Tomboy 2017: Brujas 2017: Kitana 2019: Sugar Honey Iced Tea (S.H.I.T.) 2019: Balenciaga 2019: Green Eggs & Ham 2020: Practice 2020: I Like Him (US: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: US UK 2021: It’s Not My Fault 2021: Boys Are From Mars (feat. Yung Baby Tate) 2022: No Effort 2022: Diva 2023: Closure 2023: Complicated 2023: Lo Siento 2025: Drop Dead Gorgeous 2025: Blue Velvet
Singles als Gastmusikerin 2014: Puerto Rican Judo (mit Ratking) 2014: Wish You Would (mit Mykki Blanco) 2015: Steep Tach (mit Ratking) 2015: Take Off (mit Branko) 2017: The Last of the Real Ones (mit Fall Out Boy) 2017: Outro (mit K. Michelle) 2017: Spit (mit Show Me the Body) 2017: Fanta (mit Josh Forehead) 2018: Lmk_What’s Really Good Remix_ feat_Princess Nokia_Junglepussy_Cupcakke_Ms. Boogie_100 Bpm (mit Kelela, Junglepussy, cupcaKke, Ms. Boogie) 2019: Dame Aquí (mit Wiki) 2020: Get Paid (mit Aluna, Jada Kingdom) 2020: Cynthia (mit Tony Seltzer, A Lau) 2020: Madness (mit Silverstein) 2021: Slumber Party (mit Ashnikko, UK: , US: )
Weblinks Youtube-Kanal der Sängerin
Einzelnachweise
Kategorie:Contemporary-R&B-Sänger Kategorie:Hip-Hop-Produzent Kategorie:Rapper Kategorie:Songwriter Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1992 Kategorie:Nichtbinäre Person