Der Longford Circuit war eine temporäre Motorsport-Rennstrecke auf öffentlichen Straßen in Longford, Australien. Die Strecke befand sich am nördlichen Rand der Stadt.
Geschichte Das erste Rennen fand am Labor-Day-Wochenende des Jahres 1953 statt, wobei die Hauptrennen am 2. März (einem Montag) stattfanden. Maurice Quincey gewann das Motorradrennen, wobei er Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von um die 140 km/h fuhr. Der Große Preis von Australien wurde 1959 und 1965 auf dem Longford Circuit ausgetragen. Zudem fand jeweils eine Runde der Tasman Series in den Jahren 1964 bis 1968 statt. 1959, 1964 und 1966 fuhr die Australian Tourist Trophy hier. Ebenfalls wurde die Australian Touring Car Championship 1962 in Longford ausgetragen. Die Australian Drivers’ Championship gastierte von 1958 bis 1965 hier.
Der Ausbau der Strecke wurde staatlich finanziert und Anfang der 1960er Jahre ließ man die Strecke verbreitern, was zu noch höheren Geschwindigkeiten führte. Fuhr Doug Whiteford 1958 in seinem Maserati 300S noch eine maximale Geschwindigkeit von 241 km/h, so erreichte Chris Amon zehn Jahre später bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 292 km/h. Durch die hohen Geschwindigkeiten wurden die Autos über die Kuppen leichter und neigten dazu, auszubrechen.web.archive.org 1964 verunglückte der US-Amerikaner Tim Mayer tödlich, als er die Kontrolle über sein Auto verlor und mit einem Baum kollidierte. Nur ein Jahr zuvor war Lex Davison auf ähnliche Art und Weise verunfallt, wobei der Unfall bei ihm jedoch glimpflicher ausging. 1965 kam es zu weiteren tödlichen Unfällen. Der australische Motorradrennfahrer Dennis Wing verunglückte auf seiner 350er-Norton im Training. Während des Rennens überschlug sich Rocky Tresise, bei dessen Unfall er und ein Photograph ums Leben kamen. Robin Pare überschlug sich ebenfalls mit seinem Lotus Cortina und verletzte sich schwer, überlebte den Unfall jedoch.peterwindsor.com
Die Streckenführung war, selbst unter Betrachtung der damaligen Sicherheitsstandards, extrem herausfordernd. Unter anderem führte die Strecke unterhalb eines Viaduktes durch. Die Fahrer überquerten den South Esk River zweimal. Zuerst über die hölzerne „Kings Bridge“, danach über die ebenfalls aus Holz gebaute „Long Bridge“. Dazwischen führte die Strecke über einen Bahnübergang.
Bruce McLaren wurde 1965 der erste Fahrer, dem es gelang eines der großen Rennen auf dem Kurs zweimal zu gewinnen. Nach dem Rennen der Tasman Series im Jahre 1968 wurde der Rennbetrieb aus finanziellen Gründen eingestellt.
Rundenrekord Die schnellste Rundenzeit von 2:12.6 min wurde am 2. März 1968 von Chris Amon in einem Ferrari 330P4 erzielt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dabei 196,6 km/h (122,2 mph). Diese Runde blieb die schnellste Runde in Australien, bis 1987 der Calder Park Thunderdome in Melbourne eröffnet wurde. Dieser jedoch ist ein 1,8 Kilometer langer Ovalkurs. Der Longford Circuit blieb der schnellste australische Straßenkurs bis 1996, als die Formel 1 das erste Rennen im Albert Park in Melbourne austrug.web.archive.org
Fahrer Die Liste der Fahrer, welche in Longford antraten, liest sich wie ein „Who’s Who“ der Grand Prix Szene der 1960er Jahre. Neben anderen zahlreichen bekannten Namen fuhren die Formel-1-Weltmeister Jack Brabham, Jim Clark, Graham Hill, Phil Hill, Denis Hulme und Jackie Stewart auf dem Kurs.
Heutzutage mini|Die Viadukt-Kurve heutzutage. Der originale Kurs ist in der Form nicht mehr vorhanden. Die beiden Brücken wurden zerstört und eine Autobahn führt mittlerweile über die Strecke. 2011 wurde jedoch das Longford Revival Festival zum ersten Mal ausgetragen, welches auf der Pateena Road (The Flying Mile) stattfindet.
Einzelnachweise
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