Die Liste der Winterstürme auf den Britischen Inseln 2016–17 nennt die Stürme, die im zweiten Jahrgang der gemeinsamen Benennung von Winterstürmen durch das britische Met Office und Irlands Met Éireann Auswirkungen auf den Britischen Inseln hatten.
Hintergrund Im Jahr 2015 gaben Met Office und Met Éireann ein gemeinsames Pilotprojekt bekannt, nach dem Sturmwarnungen mit Namen versehen werden sollten; gleichzeitig wurde die Bevölkerung gebeten, im Rahmen der Aktion Namensvorschläge einzureichen. Erstmals für die Wintersaison 2015–16 wurde eine Namensliste veröffentlicht, die auf sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Irland üblichen Vornamen basierte. Am 19. September 2016 wurde für die Wintersaison 2016–17 eine neue Namensliste bekanntgegeben. Namen werden im Vereinigten Königreich dann vergeben, sobald ein Sturm in den Warnungen des National Severe Weather Warning Service in der Stufe „amber“ ('sei vorbereitet') oder „rot“ ('ergreife Maßnahmen') bewertet wird.
Die folgenden Namen wurden für benannte Stürme benutzt: Angus, Barbara, Conor, Doris, Ewan
Stürme Angus
Sturm Angus erhielt seinen Namen am 19. November, als absehbar war, dass der Süden und Südosten Englands und insbesondere die Kanalküste am 20. November am stärksten von dem nordostwärts ziehenden Sturm betroffen sein würde. In Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden war der Sturm unter dem Namen „Nannette“ bekannt. Die Kanalinsel Guernsey verzeichnete Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke, und die stärkste Windbö seit 1990, dem Jahr, aus dem der Rekord stammt.
Mehr als 1000 Häuser im Südwesten Englands hatten zeitweise keinen elektrischen Strom, zumeist in Devon. Wegen Überflutung wurden Bewohner bei South Molton, Devon evakuiert. Weitere Überflutungen wurden berichtet in Braunton und Bradiford, Devon sowie bei Swanage in Dorset. Starkwind beeinträchtigte den Zugverkehr im Südosten Englands sowie den Kanalfährverkehr im Hafen von Dover, und eine Laufsportveranstaltung in Brighton wurde abgesagt.
National Grid meldete, dass vermutlich der Anker eines Schiffs vier der acht Kabel der HGÜ-Cross-Channel-Verbindung beschädigte, wodurch die Hälfte der Übertragungskapazität verloren ging.
Eine Frau, die mit dem Hubschrauber aus der aufgewühlten See bei Folkestone gerettet wurde, starb später im Krankenhaus. Ein Rentner wurde drei Tage nach dem Sturm tot in seinem Auto gefunden, das vom Hochwasser am River Ogmore mitgerissen wurde.
Barbara
Sturm Barbara wurde am 20. Dezember benannt.
In Nordirland verursachten die Auswirkungen des Sturmes Stromausfälle in etwa 1000 Haushalten. Teile des Daches einer Schule in Rhosgadfan bei Caernarfon, Gwynedd wurden beschädigt. In Wales waren von Stromausfällen mehrere hundert Haushalte betroffen.
Conor
Sturm Conor wurde am 23. Dezember benannt, drei Tage nach Barbara, weil für einen Großteil der Northern Isles und Norden von Caithness für den Weihnachtstag die Warnstufe „amber“ angekündigt wurde. Durch den Sturn gab es Stromausfälle für hunderte von Haushalten auf den Shetlandinseln und anderen Teilen Schottlands.
Doris
links|mini|Satellitenbild von Doris Sturm Doris erhielt seinen Namen am 21. Februar und hatte am 23. Februar Auswirkungen auf Irland, das Vereinigte Königreich und die Niederlande. Eine Spitzenbö von 94 mph (151 km/h) wurde in Capel Curig, Wales gemessen. Bei der Annäherung an die Britischen Inseln intensivierte sich der Sturm explosiv, weil der Zentralluftdruck des Systems binnen 24 Stunden um mehr als 24 hPa fiel, nämlich auf 974 hPa.
In Wolverhampton töteten herabfallende Trümmer eine Frau, und in Swindon wurde eine Frau von einer Kehrmaschine überfahren, nachdem der Wind ihren leeren Kinderwagen auf die Straße blies und sie ihm folgte. Ein Mann starb am 26. Februar an den Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, als ein umstürzender Baum auf das Auto fiel, in dem er sich befand. Eine Schülerin wurde schwer verletzt, als durch den Sturm eine Überdachung an ihrer Schule in Milton Keynes herabstürzte. Flybe-Flug 1284 von Edinburgh nach Amsterdam machte auf dem Luchthaven Schiphol Bruchlandung, weil das rechte hintere Fahrwerk kollabierte; bei dem Unfall gab es keine Verletzten.
Durch Schneefall und Regen wurde auch der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft beeinträchtigt, und es kam zu Stromausfällen.
Ewan
Sturm Ewan erhielt seinen Namen am 25. Februar durch Met Éireann und traf am 27. Februar auf die Insel. Ewan konnte sich nicht wirklich vertiefen, sodass der Sachschaden durch starken Wind in Irland auf die Südküste beschränkt blieb.
Saisonüberblick Die nachfolgende Tabelle nennt alle Winterstürme, für die von den amtlichen Wetterdiensten auf den Britischen Inseln Namen vergeben wurden. Neben dem Namen ist auch die Dauer, die Spitzenbö außerhalb von Bergwetterstationen und niedrigste Luftdruck angegeben, allfällig auch die Zahl getöteter Personen und der aggregierte Sachschaden in Irland und dem Vereinigten Königreich. Die angegebenen Beträge sind in Pfund Sterling und Euro zu Preisen des Jahres 2016. Die Wintersaison 2016–17 wurde vom Rückversicherungsmakler Aon Benfield Ende Februar als „relativ ruhig“ bezeichnet.
Sturm Dauer Spitzenbö Minimaler Luftdruck Opfer Sachschäden Angus 19.–20. November 2016 106 mph (171 km/h) 965 hPa 2 Barbara 23.–24. Dezember 2016 83 mph (134 km/h) 949 hPa – Conor 25.–27. Dezember 2016 83 mph (134 km/h) 949 hPa – Doris 23. Februar 2017 94 mph (151 km/h) 954 hPa 3 über €200 Millionen Ewan 26. Februar 2017 70 mph (119 km/h) –Saisonkennziffern 5 19. November 2016 bis 26. Februar 2017 106 mph (171 km/h) 965 hPa 5 über €200 Millionen
Konkordanztafel der im Zeitraum von anderen europäischen Wetterdiensten benannten Stürme mini|IR-Satellitenaunahme von Egon am 13. Januar 2017 Zwei Stürme der Wintersaison 2016/17 haben nach Angaben von PERILS AG eine Schadenssumme von mehr als €200 Millionen verursacht: die Orkane Egon und Thomas. Rauli (Finnland), Janett (Freie Universität Berlin), 27. August 2016 Angus (MetOffice/Met Éireann), Nannette (Freie Universität Berlin), 20. November 2016 Barbara (MetOffice/Met Éireann), Antje (Freie Universität Berlin), 24. Dezember 2016 Conor (MetOffice/Met Éireann), Barbara (Freie Universität Berlin), Urd (Norwegen), 26. Dezember 2016 Axel (Freie Universität Berlin), 4.–5. Januar 2017 Vidar (Norwegen) – wegen Sturmflut benannt, nicht wegen der Windstärke, Caius/Dieter (Freie Universität Berlin), Sturmflut an der britischen Ostküste, 12.–13. Januar 2017 Egon (Freie Universität Berlin) 12.–13. Januar 2017 Leiv (Freie Universität Berlin), 3.–4. Februar 2017 (inkl. Kurt, Marcel) Doris (MetOffice/Met Éireann), Thomas (Freie Universität Berlin), 23. Februar 2017 Ewan (MetOffice/Met Éireann), Udo III-Volkmar (Freie Universität Berlin, 26.–27. Februar 2017) Zeus (†), unbenannt (Freie Universität Berlin), Zeus-Yannik (Perils), 6. März 2017 († Zeus wurde nicht durch einen nationalen Wetterdienst benannt, aber von der französischen Presse verbreitet verwendet, vermutlich handelt es sich um einen unzutreffenden Bezug auf ein anderes von der Freien Universität Berlin benanntes Tiefdruckgebiet.)
Siehe auch Kältewelle in Europa Januar 2017
Einzelnachweise
Weblinks UK Storm Centre Met Éireann
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