mini|hochkant=1.5|Stolpersteine für die Familie Fischl in Prag-Žižkov

Die Liste der Stolpersteine in Prag-Žižkov enthält die Stolpersteine, die im Prager Stadtviertel Žižkov (deutsch: Zischkaberg, Žižkow, Zizkow, 1939–1945 Veitsberg) verlegt wurden.Der traditionelle Bezirk wurde 2002 aufgeteilt. Der Großteil zählt heute zu Prag 3, kleinere Teile gehören heute zu Prag 8 und Prag 10. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall auch von ihm persönlich verlegt.

Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen). Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Žižkov Bild Inschrift Standort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEDR. RER. NAT. JIŘÍ BAUMJG. 1900DEPORTIERT 1943NACH WARSCHAUERMORDET 1944EBENDORT Premyslovská 1939/28 wurde am 20. September 1900 in Prag geboren. Auf Wunsch seiner Eltern studierte er zunächst Wirtschaftswissenschaften. Er setzte sein Studium an der Fakultät für Naturwissenschaften der Karlsuniversität von Prag fort und graduierte 1928 mit einem Doktorat. Er wurde Zoologe, Museumskurator, Entdecker und Schriftsteller.mini|hochkant=0.6|Jiří Baum Er diente als Direktor der Zoologischen Abteilung des Nationalmuseums in Prag und wurde in seinem Feld für sein Buch über die afrikanische Wildnis (1933) und seine zoologische Expedition im australischen Outback (1935) bekannt. In Australien arbeitete er mit Walter Drowley Filmer zusammen, aufgrund dessen Kompetenz im Bereich regionaler Spinnen.

1943 wurde er ins Warschauer Ghetto deportiert. 1944 wurde er dort ermordet. 120pxHIER WOHNTEGUSTAV FISCHLJG. 1892DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1942 NACH RIGAERMORDET Krásova 447/33 wurde am 29. April 1892 in Vlksice in Südböhmen geboren. Seine Eltern waren Leopold Fischel (1840–1898) und Helene geb. Berger (1851–1937). Er war mit Adéla geb. Mosauerová verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Inge (geb. 1929) und Hansi, auch Hanička (geb. 1932). In den 1920er und frühen 1930er Jahren lebte die Familie im Liberecký kraj, wo auch die Töchter geboren wurden. Wann die Familie nach Prag umzog, ist nicht bekannt. Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 3. August 1942 wurde Gustav August Fischl mit Frau und Töchtern mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 314 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit dem Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Seine Transportnummer war 522 von 1.001. Dort wurden Vater, Mutter und ihre Töchter im Alter von 10 und 13 Jahren vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: AUGUST FISCHL, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt)

Gustav Fischl hatte mehrere Geschwister: Hugo Fischl (geboren am 28. Januar 1874, gefallen 1916 im Ersten Weltkriegdort abrufbar Preisslerova kronika 2.1 mit Erwähnung des Todes von Hugo Fischl), Berta Fischl (geboren am 28. März 1875)Geburtsregisterauszug Berta Fischl. Sieben seiner Geschwister wurden im Laufe der Shoah getötet. Sein Bruder Friedrich wurde am 9. November 1939 im Rahmen der Reichskristallnacht im Wald erschossen. Sein Bruder Richard wurde 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.holocaust.cz: RICHARD FISCHL, abgerufen am 29. Juni 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt) Seine Schwestern Albína und Ottilie, sowie Albínas Ehemann Hugo Bloch wurden im Juli 1942 nach ihrer Deportation nach Baranovichi ermordet.holocaust.cz: ALBINA BLOCHOVÁ, abgerufen am 29. Juni 2017holocaust.cz: OTILIE FISCHLOVÁ, abgerufen am 29. Juni 2017holocaust.cz: BLOCH HUGO: IDENTITY CARD APPLICATION, abgerufen am 29. Juni 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt) Seine Schwester Luisa wurde 1942 an einem unbekannten Ort in Polen ermordet. Sein Bruder Emil und seine Frau Kamila wurden nach einer Deportation nach Ujazdów an einem unbekannten Ort ermordet. Sein Bruder Arnold wurde am 13. Juli 1944 im Ghetto Łódź ermordet.holocaust.cz: ARNOLD FISCHL, abgerufen am 29. Juni 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt) Seine Schwiegermutter Gisela Mosauerová wurde 1942 ebenfalls in Treblinka ermordet. 120pxHIER WOHNTEADELE FISCHLOVÁJG. 1899DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1942 NACH RIGAERMORDET Krásova 447/33 geb. Mosauerová, auch Adele, wurde am 26. Februar 1899 in Karlovy Vary geboren. Ihre Eltern waren Rudolf Mosauer (1867–1934) und Gisela geb. Pächter (geb. am 5. September 1876). Sie hatte eine ältere Schwester, Marta (geb. 1897). Sie war mit Gustav August Fischl verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Inge und Hansi, auch Hanička (siehe unten). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 3. August 1942 wurden Adéla Fischlová, ihr Ehemann und ihre Töchter mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 313 von 1.001. Nach siebzehn Tagen Aufenthalt in Theresienstadt wurde die Familie mit dem Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Ihre Transportnummer war 521 von 1.001. Adéla Fischlová, ihr Ehemann und deren Töchter wurden vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: ADÉLA FISCHLOVÁ, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt)

Ihre Mutter wurde 1942 in Treblinka ermordet. 120pxHIER WOHNTEHANSI FISCHLOVÁJG. 1932DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1942 NACH RIGAERMORDET Krásova 447/33 , auch Hanička, wurde am 13. Juni 1932 in Jablonec nad Nisou geboren. Ihre Eltern waren Gustav Fischl und Adéla geb. Mosauerová. Sie hatte eine ältere Schwester, Inge (siehe unten). Die Schwestern wuchsen in Prag zusammen mit ihren Eltern und ihrer Großmutter Gisela Mosauerová auf. Am 3. August 1942 wurden Hanička Fischlová, ihre Eltern und ihre Schwester mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 311 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit den Transport Bb ins Ghetto Riga Ghetto deportiert. Ihre Transportnummer war 519 von 1.001. Eltern und Töchter wurden vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: , abgerufen am 15. April 2017

Ihre Großmutter wurde 1942 in Treblinka ermordet. 120px HIER WOHNTEINGE FISCHLOVÁJG. 1929DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1942 NACH RIGAERMORDET Krásova 447/33 wurde am 28. Mai 1929 in Liberec geboren. Ihre Eltern waren Gustav Fischl und Adéla geb. Mosauerová. Sie hatte eine jüngere Schwester, Hansi (siehe oben). Die Schwestern wuchsen in Prag zusammen mit ihren Eltern und ihrer Großmutter Gisela Mosauerová auf. Am 3. August 1942 wurden Inge Fischlová, ihre Eltern und ihre Schwester mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 312 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit den Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Ihre Transportnummer war 520 von 1.001. Vater, Mutter und Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) wurden vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: INGE FISCHLOVÁ, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt von Inge Fischlovás Mutter)

Ihre Großmutter wurde 1942 in Treblinka ermordet. 120pxHIER WOHNTEGISELA MOSAUEROVÁJG. 1876DEPORTIERT1942 NACH THERESIENSTADT1942 NACH TREBLINKAERMORDET Krásova 447/33 geb. Pächter wurde am 5. September 1876 in Karlovy Vary geboren. Ihre Eltern waren Adolf Pächter (1845–1915) und Martha geb. Herschel (ca. 1857–1890). Sie heiratete Rudolf Mosauer (1867–1934). Das Paar hatte zwei Töchter, Marta (geb. am 18. April 1897 in Karlovy Vary) und Adéla (geb. 1899). Es ist nicht bekannt, wann sie nach Prag übersiedelt, um bei ihrer Tochter Adéla und deren Familie zu leben. Ihr letzter Wohnort vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 13. Juli 1942 wurde sie mit dem Transport AAq von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 12 von 1.001. Dort war sie drei Monate lang interniert. Während diesen Zeitraums sah sie die Familie ihrer Tochter Adéla kommen und gehen, da ihre Tochter, ihr Schwiegersohn Gustav Fischl und deren Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) nach Riga deportiert wurden. Am 19. Oktober 1942 wurde die ältere Dame mit dem Transport Bw ins Treblinka deportiert. Ihre Transportnummer war 1404 von 2.002. Sie wurde vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: GISELA MOSAUEROVÁ, abgerufen am 15. April 2017

Das Schicksal ihrer Tochter Marta, sie war zuerst mit Otto Brunner verheiratet, dann mit Dr. Franz Ekstein, ist unbekannt. Ihr Bruder Rudolf wurde 1942 nach seiner Deportation nach Piaski ermordet.holocaust.cz: RUDOLF PÄCHTER, abgerufen am 29. Juni 2017 Ihre Schwester Mathilda und deren Ehemann Leopold Bunzl wurden 1942 in Trawniki ermordet.holocaust.cz: META BUNZLOVÁ, abgerufen am 29. Juni 2017holocaust.cz: LEOPOLD BUNZL, abgerufen am 29. Juni 2017 Ihre Halbschwester Katharina und deren Ehemann Rudolf Pollak wurden 1944 in Auschwitz ermordet.holocaust.cz: KATEŘINA POLLAKOVÁ, abgerufen am 29. Juni 2017, Transportnummern 784 und 274holocaust.cz: RUDOLF POLLAK, abgerufen am 29. Juni 2017 Transportnummern 782 und 272 Das Schicksal ihrer anderen Geschwister ist unbekannt. Ihre zweite Stiefmutter Wilhelmina Pächter wurde am 25. September 1944 in Theresienstadt getötet. 120pxHIER WOHNTELUDVÍK ROUBÍČEKJG. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1945IN AUSCHWITZ Biskupcova 1766/13 wurde am 27. Juni 1899 geboren. Sein letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Prag XI, Cimburkova 20. Am 20. November 1942 wurde er mit dem Transport Cc von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 109 von 1.002. Dort wer er fast zwei Jahre lang interniert. Am 29. September 1944 wurde er mit dem Transport El in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 158 von 1.500. Er wurde vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: LUDVÍK ROUBIČEK, abgerufen am 15. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: LUDVIK ROUBICEK, abgerufen am 15. April 2017