Tronchy [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Ouroux-sur-Saône (bis 2015 zum aufgelösten Kanton Saint-Germain-du-Plain) und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Jeannots genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Tronchy liegt etwa in der Mitte auf der Westseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 9,3 Kilometer östlich des Kantonshauptortes Ouroux-sur-Saône und 15,7 Kilometer nordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.
Die Gemeinde ist in West-Ost-Richtung langgezogen (5,65 km) und weist im Süden ein Anhängsel auf, das etwa 0,2 Quadratkilometer in die Gemeinde Saint-Étienne-en-Bresse ragt. Im Norden und Osten grenzt Tronchy an die Gemeinde Lessard-en-Bresse, im Südosten an Vérissey und im Süden an Saint-Étienne-en-Bresse. Im Südwesten liegt Saint-Christophe-en-Bresse und im Nordwesten L’Abergement-Sainte-Colombe.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zur Hälfte im Bourg, die andere Hälfte in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 97 Hektar bewaldete Flächen auf, was 12,4 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 91 % Laubwald und 8 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Osten der Gemeinde Bois de la Peurie, Le Grand Taillis und Bois de l'Écorcheventre, dazu bestehen verstreut kleinere Waldflächen.
In der Gemeinde werden 533,4 Hektar (entsprechend 68,6 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei in der Gemeinde kein Bioanbau betrieben wird. Rund 22 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 8 % wird Raps, auf 15 % wird Weichweizen und auf rund 36 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer In der Gemeinde befinden sich drei benannte stehende Gewässer, nebst weiteren Weihern und Teichen. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang Gillets, Étang Vallot).
Im Westen der Gemeinde, an der Grenze zu L'Abergement-Sainte-Colombe liegt der Étang des Grands Travers, der durch den Bief du Moulin de Serville – auch Le Tartre genannt – entwässert wird.
Im Osten der Gemeinde, im bewaldeten Gebiet, liegt der Étang du Moulin de l'Abbaye und gleich westlich davon der Étang de la Coudre. Sie entwässern beide in La Tenarre.
Das fließende Gewässer, das die Gemeinde prägt, ist La TenarreLa Tenarre, Länge 25,99 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr. Sie fließt von Norden, von Lessard-en-Bresse, beim Étang de la Coudre in die Gemeinde, verläuft zum Moulin de la Coudre, fließt südwestlich durch die Gemeinde, schlägt einen Bogen nach Südosten und bildet entlang dem südlichen Anhängsel Grenzfluss zu Saint-Étienne-en-Bresse.
Die südliche Grenze der Gemeinde bildet der Ruisseau du Moulin d’AmyRuisseau du Moulin d’Amy, Länge 5,53 km, Zufluss zu La Tenarre, Quelle bei in Vérissey auf ca. 207 m, Mündung bei in Saint-Étienne-en-Bresse auf ca. 184 m, Ruisseau du Moulin d’Amy auf sandre.eaufrance.fr der von Vérissey her kommt.
An der Westgrenze der Gemeinde, beim Étang des Grands Travers bildet der Bief du Moulin de ServilleBief du Moulin de Serville, Länge 9,6 km, Zufluss zu La Noue, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei , in Saint-Christophe-en-Bresse, Bief du Moulin de Serville auf sandre.eaufrance.fr die Gemeindegrenze zu L'Abergement-Sainte-Colombe. Dieser Bief wird teilweise auch Le Tartre genannt.
Zwischen der Tenarre und dem Bief du Moulin de Serville fließt nochmals ein namenloser Bief von Curtil au Loup nach Süden, um in Saint-Étienne-en-Bresse einen Étang zu alimentieren.
Da alle Gewässer von Nordnordost nach Südsüdwest verlaufen, wird die Gemeinde dreigeteilt.
Verkehrswege Von Norden, aus der Gemeinde Lessard-en-Bresse kommt die Départementsstraße D162 bei Layer in die Gemeinde, zieht sich in südsüdwestlicher Richtung durch die Gemeinde, bedient den Bourg und verlässt die Gemeinde nach Saint-Étienne-en-Bresse. Die gesamte Distanz in der Gemeinde beträgt 2,05 Kilometer.
Im Übrigen wird die Gemeinde lediglich durch Gemeindestraßen erschlossen.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bas-de-Tronchy, Bourglin, Les Cassetiers, Champisseret, Les Cottins, La Coudre, Curtil-au-Loup, Étang-Gillet, Les Fourchettes, La Jonchère, Layer, La Montagne, Moulin-de-la-Coudre, La Neuzillière, Les Rapillets, Les Seures, Les Vallots.
Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt augenfällig die Dreiteilung des Gemeindegebiets durch die Gewässer. Das Profil beginnt im Nordwesten mit dem Bief du Moulin de Serville, anschließend durchläuft die Profillinie ein Kerbtal und gelangt auf die durchschnittliche Höhe der Bresse-Ebene von 200 bis 210 Metern. Auf dem ersten Buckel ist deutlich ein alter, namenloser Bief sichtbar, der einen Eindruck hinterlässt. Ein erster, deutlicher Einschnitt bildet ein unbenannter Bief, der sich durch die Gemeinde nach Süden zieht und in Saint-Étienne-en-Bresse einen Étang alimentiert. Auf der nächsten Höhe quert die Départementsstraße D162 die Gemeinde, auf demselben Plateau befindet sich der Bourg. Abgetrennt durch ein Kerbtal liegt das Quartier Bas de Tronchy mit dem Friedhof. In der Folge erreicht die Profillinie ihren tiefsten Punkt mit dem Tal der Tenarre. Erneut steigt das Gelände an, durchquert von Gemeindestraßen, bis es schließlich nochmals leicht abfällt zum Weiler Bourglin an der Grenze zu Vérissey.
Klima Das Klima in Tronchy ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes mit in parrochiatu de Tronchi geht zurück auf das Jahr 1303 in den Büchern des Bistums Chalon-sur-Saône. Es bestand also bereits damals eine Pfarrei. Der Name des Ortes hat sich über die Jahrhunderte nicht stark verändert, 1659 wird er als Troussi erwähnt und 1782 erhielt er noch den Zusatz en Bresse.
Ob es sich beim Ortsnamen tatsächlich um einen Verweis auf Baumstrünke handelt, ist ungewiss. Etymologisch taucht der Begriff 1298 auf als bûche, poutre (deutsch: Baumstamm, Balken). Tatsächlich heißt die westliche Nachbargemeinde L’Abergement-Sainte-Colombe. Wenn man die Etymologie von Abergement berücksichtigt, muss die Gegend wohl sehr waldreich gewesen sein.
Geschichte Tronchy war zu Beginn ein Anhängsel von Lessard-en-Bresse und gehörte zur Baronie Lessard. Im 18. Jahrhundert gehörten die Weiler Meix-Martin (heute: les Vallots), la Coudre und Bois-Velin zu Saint-Étienne-en-Bresse, dem Marquis de Perrigny, Teile von la Coudre und Layer gehörten zu Bellefond, heute in Saint-Martin-en-Bresse, einem Herrn Charles-Louis de la Rodde. Das heutige Gemeindegebiet war also ziemlich zerstückelt und nicht einheitlich. Offensichtlich wurde erst mit der Revolution eine eigentliche Gemeinde geschaffen.
In Bas-de-Tronchy bestand ein Herrenhaus, das möglicherweise durch Charles de Saulx 1630 erbaut wurde. Die Kirche war eine Filialkirche von Lessard-en-Bresse, war sehr klein, mit einem Chor aus Ziegelsteinen, einem Schiff aus Holzfachwerk und einem Turm mit Schindeldach. Sie stand an der Stelle des heutigen Friedhofs, wurde 1823 abgerissen und der Erlös wurde dazu benutzt, die Kirche in Lessard-en-Bresse mit zu finanzieren.
1838 bestand ein Holz- und Viehhandelsbetrieb und die Mühle la Coudre am Tenarre.
Heraldik Am 16. Dezember 2021 wird der Gemeinderat informiert, dass die Gemeinde offiziell ein Wappen besitzt und dieses an der Mairie angebracht und auf den offiziellen Papieren der Gemeinde aufgedruckt wird. Das Wappen ist modern und will auf die Besonderheiten der Gemeinde aufmerksam machen, ohne einen geschichtlichen Bezug.
Schräggeviert zeigt das Wappen in Feld 1: auf Blau ein silbernes Taubenhaus, im Feld 2: auf Grün ein silbernes widersehendes Schaf, im Feld 3: auf Grün ein silbernes Mühlrad, im Feld 4: auf Blau ein steigender Hermelinlöwe, auf einer silbernen Schräglinksleiste ein blauer gewellter Faden, als Herzschild auf Gold ein blauer bewurzelter Baumstamm mit einer eingeschlagenen schwarzen Axt.
Im Bulletin municipal 2022 wird die Bevölkerung über das Gemeindewappen orientiert. Im Feld 1 handelt es sich nicht um ein Taubenhaus, sondern um die Darstellung eines Fachwerkhauses mit Galerie, flankiert von zwei Türmen. Dadurch soll ausgedrückt werden, dass Tronchy sich darum bemüht, seine traditionellen Gebäude zu pflegen und zu erhalten. Insbesondere wurde in den Akten des Bistums Autun festgehalten, dass 1630 – 1632 ein Chalet de chasse (Jagdhaus) erbaut wurde, das möglicherweise einem Charles de Saulx-Tavanne gehörte. Das Lamm im Feld 2 soll als Symbol für Johannes den Täufer gelten. Die alte Kapelle von Tronchy, die sich beim heutigen Friedhof befand, war ihm geweiht. Das Mühlrad im Feld 3 bezieht sich auf die Mühle in la Coudre am Tenarre, die bis 1956 in Betrieb war. Der steigende Hermelinlöwe im Feld 4 bezieht sich auf die Gegend, in der der Ort liegt, nämlich die Bresse, deren inoffizielles regionales Wappen der steigende Hermelinlöwe auf Blau ist. Der silberne Schräglinksbalken mit dem blauen Faden stellt die Tenarre dar, die durch die Gemeinde fließt. Schließlich finden wir im Herzschild einen Baumstamm, der durch eine Axt gespalten wird. Zum einen weist dies darauf hin, dass bereits 1838 ein Holz- und Viehhandel in der Gemeinde erwähnt wird. Die Bresse war schon zu Cäsars Zeiten dicht bewaldet, sodass die Holzverarbeitung wohl eine lange Geschichte hat. Zugleich aber weist der tronche (frz. Holzklotz, Baumstumpf) auf den Namen der Gemeinde hin.
Bevölkerung
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %24112311810,4
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ziemlich ausgeglichen. Dabei sind 49 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 17,8 % aus. Demgegenüber sind 29 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank der Bautätigkeit die Wohneinheiten um 30 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19991251232+31,6 % = 30 WE davon Hauptwohnsitz 107Zweit- oder Ferienwohnsitz7vakant11
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst der Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: