Bibakon – im Lateinischen Bibacum; – ist ein Ortsname, der in der Geographia des Claudius PtolemaiosPtolemaios, Geographia 2,11,15 als einer der im Westen der südlichen Germania magna an der Donau liegenden Orte (πόλεις) mit 33° 00' Länge (ptolemäische Längengrade) und 48° 00' Breite angegeben wird. Bibakon liegt damit nach Ptolemaios entlang der Donau zwischen Kantioibis und Prodentia. Wegen des Alters der Quelle kann eine Existenz des Ortes um 150 nach Christus angenommen werden.
Bislang gilt der antike Ort als nicht sicher lokalisiert. Ein interdisziplinäres Forscherteam um Andreas Kleineberg, das die Angaben von Ptolemaios neu untersuchte, lokalisiert Bibakon anhand der transformierten antiken Koordinaten bei Finningen, da der heutige Ort an einer römischen Altstraße, der „Donausüdstraße“ liegt. Diese Altstraße wurde um das Jahr 50 n. Chr. vom Donauursprung bis Kelheim als militärische Grenzüberwachungsstraße gebaut. In der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. galt sie als die wichtigste Verbindung zwischen den römischen Garnisonsstädten Augusta Vindelicorum, dem heutigen Augsburg, und Mogontiacum, dem heutigen Mainz.Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios’ „Atlas der Oikumene“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-24525-3, S. 59; Květ – Řehák 2002, S. 58. Im Allgemeinen wird Bibakon heute in der Geschichtsforschung aber mit dem weiter nördlich gelegenen Weißenburg in Mittelfranken identifiziert.Vgl. Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 97–99.
Anmerkungen
Literatur
Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 97–99.
Weblinks Edition der Geographike Hyphegesis mit Übersetzung und Karte der Germania magna, abgerufen am 16. November 2016 Google Earth in der Antike. In: Der Spiegel. 39/2010, abgerufen am 16. November 2016
Kategorie:Siedlungsname (Germania magna) Kategorie:Geschichte (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)