Dhün war eine Ortschaft, die in der Großen Dhünntalsperre untergegangen ist.
Geschichte Dhün lag etwa 300 m westlich von Plätzmühle am Einlauf eines von Neschen herabkommenden Bachs in die Dhünn und gehörte zur Gemeinde Odenthal. Es war viele hundert Jahre lang Sitz eines Altenberger Hofgerichtes.
Dadurch hatte der Weiler eine bedeutende Position in seiner Umgebung.Das Dhünntal, Die Hofschaften abgerufen am 16. April 2017 Hier standen fünf Häuser, eins auf der südlichen und vier auf der nördlichen Straßenseite.Manfred Link: Das obere Dhünntal – Große Dhünntalsperre, Hrsg. Landschaft und Geschichte e. V., Odenthal 2010, S. 75 Es hieß, dass der Ort die „kleinsten und schnuckeligsten“ Fachwerkhäuser im Tal gehabt habe.Ursula Schmidt-Goertz: Die Dhünntalsperre spült die Jahrtausende frei, in: Rheinisch-Bergischer Kalender 1996, S. 63.
Aus einer erhaltenen Steuerliste von 1586 geht hervor, dass die Ortschaft Teil der Honschaft Breidbach im Kirchspiel Odenthal war.Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Miselohe, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Freyhof kategorisiert wurde und mit Gerlichs Dünn bezeichnet wurde.
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde die Herrschaft aufgelöst. Dhünn wurde politisch der Mairie Odenthal im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Odenthal im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Dhünn und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Dünn verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Dhün oder ohne Namen verzeichnet. Dhün war seit jeher Teil der katholischen Pfarrei Odenthal. + Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1822 36 Ackergüter 1830Friedrich von Restorff: Topographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830 40 Ackergut 1845Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], 52 9 Ackergüter Dühn genannt. 1871469 Hofstelle Dhünn genannt. 1885Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888. 45 10 Wohnplatz 1895Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897. 41 9 Wohnplatz 1905Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909. 28 7 Wohnplatz Einzelnachweise
Literatur Marita Jendrischewski: Das Dhünntal – Menschen und Geschichte(n) einer versunkenen Landschaft, Verlag Jendrischewski, ISBN 978-3-00-047635-8
Weblinks Zeitreise ins versunkene Dhünntal abgerufen am 14. April 2017 Heimat wich Dhünn-Talsperre. Einer versunkenen Welt auf der Spur abgerufen am 14. April 2017
Kategorie:Ortsteil in Odenthal Kategorie:Wüstung in Odenthal