Der Stas-Otto-Trennungsgang ist in der analytischen Chemie neben anderen Trennungsgängen ein qualitatives Verfahren zur nasschemischen Auftrennung von Arzneistoffen. Er wurde um 1850 von Jean Servais Stas erstmals beschrieben und von Friedrich Julius Otto in eine anwendbarere Form umgearbeitet.
Trennprinzip Wegen ihrer chemischen Struktur haben Arzneistoffe eine unterschiedliche Acidität bzw. Basizität, sodass diese im sauren oder basischen Milieu unterschiedlich stark dissoziiert vorliegen. Dementsprechend gehen sie entweder in eine wässrige Phase über oder in eine mit dieser Phase nicht mischbaren Phase eines organischen Lösungsmittels. Dies kann wiederum durch Einstellen des pH-Wertes zwischen 1 und 12 beeinflusst werden.
Vorgehensweise Der folgende Analysengang wurde von Harry Auterhoff und Karl-Artur Kovar modifiziert. Die Substanzen der erhaltenen sechs Fraktionen können mittels Dünnschichtchromatografie, IR-Spektroskopie oder eindeutigen Farbreaktionen weiter differenziert werden.
Anmerkungen
Beispiele Im Folgenden einige Beispiele an Arzneistoffen mit Zuordnung zur jeweiligen Gruppe des Trennungsganges: IA: Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Methylparaben, Phenylbutazon IB: Benzocain, Cholesterol, Menadion, Nifedipin II: Coffein, Theophyllin III: Atropin, Chinin, Chloroquin, Propranolol, Tramadol IV: Allopurinol, Atenolol V: Ascorbinsäure, Citronensäure, Methionin
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Chemisches Analyseverfahren