mini|hochkant|Stammwappen der Schenk von Nydeggen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schenk von Nideggen (auch Nydeggen, Neydeck o. ä.; niederl. Van Schenk van Nijdeggen) ist der Name eines rheinländisch-niederländischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Ursprünge Die Schenken von Nideggen waren zunächst als Mundschenken Ministeriale der Grafen und Herzöge von Jülich, von deren Stammburg in Nideggen sie ihren Namen herleiten.Spießen (1901–1903), S. 111. Der erste bekannte Namensträger war Christianus pincerna de Nideke, der 1225–1275 genannt wird. Er erscheint unter den Rittern der Grafschaft Jülich und war 1260 Schultheiß des Hofs Froitzheim. Sein Sohn Ritter Wilhelmus dictus Wezstein Schenk zu Nidecken († vor 1292) erscheint urkundlich von 1260 bis 1287. 1279 verkaufte dieser alle seine Güter zu Leyen an der Mosel dem Domkapitel zu Köln. 1285 gab er Grund und Boden zum Neubau einer Kirche, da der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg eine dem Kloster Steinfeld gehörende Kirche zu Mersburden bei Zülpich aufgrund zu großer Nähe zu Zülpich hatte niederreißen lassen. Wilhelm Schenk von Nideggen war mit einer Mechtild († 1271) verheiratet. Die Eheleute hatten mindestens vier Kinder:Schleicher (1997), S. 69. Ludolf pincerna de Nidecken (urkundlich 1279–1293; † vor 1304), 1293 Schultheiß des Hofs Froitzheim, ⚭ N. N. Die Eheleute hatten Kinder, deren Vormund 1304 ihr Onkel Christian Schenk von Nideggen war. Christian pincerna de Nideggen, miles (urkundlich 1304) Arnold Schenk von Nideggen (= Ritter Arnold von Kopes (Kumpesch) ⚭ Kunigunde) (urkundlich 1301) Hermann Schenk von Nideggen (urkundlich 1279, da noch minderjährig)
Weitere Stammfolge Danach ergibt sich folgende Stammfolge, aus der ersichtlich ist, dass die Familie schon bald Besitz in Afferden (urkundlich 1359–1492), Aldendunk (1414), Arcen an der Maas (1480–1555), Bleijenbeek (1408), Brempt, Grubbenvorst bei Venlo, Haan (1572–1728), Hillenraad (1500–1604), Heyer bei Nürburg (1615–1651), Hilden (1572–1728), Horst (1648–1684), Kesselreidt (1600), Middelar (Limburg) (1475–1588), Nideggen (1279–1600), Swalmen, Voorst (1600), Walbeck (1475–1480) und Well ihr Eigen nannte:Schleicher (1997), S. 74 u. 80 f.Ledebur (1856), S. 360.
Linie zu Hillenraad und Bleijenbeek Für die weiteren Nachkommen der Linie zu Hillenraad und Bleijenbeek stellt sich die Stammfolge wie folgt dar:Schleicher (1997), S. 76 f. und 82.
Ein mutmaßliches Mitglied dieser Linie, Theodoor Schenk van Nijdeggen, Sohn eines Martin Schenk van Nijdeggen, möglicherweise ein Bastard des Martin Schenk von Nideggen († 1589), war der Stammvater eines Zweigs, der mit Hendrich Franz Joseph van Schenk van Nijdeggen 1814 unter der Nr. 101 in den niederländischen Adel und 1825 unter der Nr. 122 in die Ritterschaft von Friesland aufgenommen wurde. Der Zweig starb mit demselben Hendrich Franz Joseph van Schenk van Nijdeggen bereits 1827 aus:Nederland's adelsboek 26 (1917), S. 51 f. (archive.org).
Linie zu Horst, Hilden und Haan Für die weiteren Nachkommen der Linie zu Horst, Hilden und Haan stellt sich die Stammfolge wie folgt dar:Schleicher (1997), S. 78 f.
Linie im Baltikum Im 16. Jahrhundert kam eine Familienlinie auch in das Baltikum. Dietrich Schenk von Nideggen, Sohn von Walter Schenk von Nideggen und Anna Wrangel, Erbherr auf Born in Kurland, war Hofmarschall und Rat des Herzogs Gotthard Kettler. Aus seiner Ehe mit Margarethe von Wessel stammte eine Tochter Anna Schenk von Nideggen, die 1587 Christopher von Bistram, Hofmarschall des Herzogs Gotthard, Erbherr auf Waddaxt, heiratete und ihm Born in die Ehe mitbrachte. Ob auch der 1605 im Dünaburgischen besitzhabende Schenk und der Hauskomtur zu Wittgenstein 1521–1533, Diederik Schencke, zu den Schenk von Nideggen gehörten, ist unbekannt.Gritzner (1901), S. 184.
Standeserhöhungen Arnold Schenk von Nideggen († 1709) zu Hillenraad, Bleijenbeck, Schwalmen, Afferden, Asselt, Betgenhausen und Gribbenvorst, wurde am 21. Dezember 1695 von Kaiser Karl IV. zum Marquis ernannt. Am 12. Januar 1707 wurde Anton Adolph von Schenck vom Kaiser der spanische Freiherrenstand für das Reich und die Erblande mit dem Prädikat „von Niedeggen“ bestätigt.AT-OeStA/AVA Adel RAA 368.18.
Wappen
Blasonierung des Stammwappens der Schenk von Nideggen In Schwarz ein (rotgekrönter und) rot-bewehrter goldener Löwe. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken derselbe Löwe wachsend.Hefner (1865), S. 309 f.
1271, wie auch 1420, 1487 und 1560 wurde der Löwe ohne Krone dargestellt, 1271 zudem von einer Schrägleiste überdeckt.Geschichte der Familie Schenk von Nydeggen, 1860, Siegeltafel (digitale-sammlungen.de).
Blasonierung des Wappens der Schenk von Nideggen im Baltikum In Blau ein goldener Löwe. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken der Löwe wachsend.
Blasonierung des vermehrten Wappens der Linie zu Hillenraad Geviert. Felder 1 und 4 das Stammwappen der Schenk von Nideggen, Felder 2 und 3 in Rot ein goldener Schrägbalken, oben und unten von mehreren (drei, vier oder mehr) rautenförmigen goldenen Schindeln begleitet (= Stammwappen derer von OestHeribert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 11 (Mappe 832–915; Mockel–Palmer) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 80), Köln 1996, S. 418 f.). Auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-goldenen und links schwarz-goldenen Decken der Löwe wachsend.
Wie das Allianzwappen von Arnold von Blanckart und Isabelle Schenk von Nideggen an Burg Odenhausen von 1560 beweist, vermehrte die Schenk von Nideggen-Linie zu Hillenraad nach Arnold Schenk von Nideggens 1486 vollzogener Heirat mit Isabella von Oest zu Hillenraad ihr Wappen mit dem Wappen derer von Oest.
Blasonierung des Wappens der niederländischen Van Schenk van Nijdeggen (1814/1825) In Schwarz ein goldener Löwe. Auf dem schwarz-golden bewulsteten Helm mit schwarz-goldenen Decken der goldene Löwe zwischen einem offenen schwarzen Flug.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Heberle, Köln 1848, S. 384 (hhu.de); Band 2, Köln 1853, S. 128 (hhu.de). Heinrich Ferber: Geschichte der Familie Schenk von Nydeggen, L. Schwann’sche Verlagshandlung, Köln und Neuß 1860 (digitale-sammlungen.de). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 184 (uni-goettingen.de) und Tfl. 122 f. (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten. Band 3, Georg Joseph Manz, Regensburg 1865, S. 309–310 (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 134 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 360 (digitale-sammlungen.de). Herbert M. Schleicher (Hrsg.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln. Band 14 (Mappe 1071–1150; Schellart von Dudeldorf–Spatgen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 93), Köln 1997, ISBN 3-933364-09-4, S. 68–87. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 111 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 276 (hhu.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 368.18 Schenck, Anton Adolph von, Bestätigung des spanischen Freiherrnstandes für das Reich und die Erblande, „Wohlgeboren", Wappenbestätigung, „von Niedeggen”, 1707.01.12.
Einzelnachweise
Kategorie:Niederländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht