mini|Siegfried Fetscher in Torquato Tasso am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1955) Siegfried Fetscher (* 22. Februar 1922 in MünchenWho’s Who in the Arts and Literature, Bd. 2: Applied Arts and Music, Karl Strute und Theodor Doelken (Hrsgg.), 3. Auflage, Zürich: red series 1983, S. 176.) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben Fetscher begann seine Schauspieltätigkeit 1940 im Bühnenfach als „romantischer Held und Liebhaber“ am Stadttheater Klagenfurt, wo er unter anderem den Jakob in einer Inszenierung von Max Halbes Der Strom verkörperte. 1942 wechselte er für zwei Jahre an das Stadttheater Göttingen. Hier spielte er verschiedene Hauptrollen wie den Faust in Johann Wolfgang von Goethes Urfaust und den Gyges in Friedrich Hebbels Gyges in Gyges und sein Ring. Nach einer Bühnenstation am Jungen Theater Stuttgart stieß Fetscher 1950 zum Ensemble der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Dort spielte er den Claudio in William Shakespeares Viel Lärm um nichts und den Erich Spitta in Gerhart Hauptmanns Die Ratten. Weitere Bühnenstationen waren das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Staatstheater Kassel, das Contra-Kreis-Theater Bonn, das Hamburger Ernst-Deutsch-TheaterMarilen Andrist (Hrsg.): Wir treten auf!, Dölling & Galitz 2001, S. 141 und das Münchner Schauspielhaus, wo er 1965 als Möbius in Franz Herterichs Inszenierung von Dürrenmatts Die Physiker neben Isolde Stiegler und Gustl Bayrhammer spielte. Daneben trat er in Santiago de Chile auf und gab eine Tournee durch Südamerika.Who’s Who in the Arts and Literature, Bd. 2, S. 176. Am 14. November 1964 wirkte er bei der Salzburger Erstaufführung von Bert Brechts Mutter Courage und ihre Kinder mit.Das Salzburger Jahr, Residenz-Verlag 1965

1977 spielte Fetscher am Stadttheater Ingolstadt in Fritz Meingasts sozialkritischem Stück Die Gnadenlosen von Rechthal, das die aggressive Ausgrenzung von Behinderten in einer niederbayerischen Gemeinde in Form eines Schwanks zu thematisieren versuchte. Dennoch attestierte Ernst Klee in der ZEIT dem Stück, es sei „so ziemlich der erste Versuch, Behindertenprobleme auf der Bühne zu bewältigen“.Ernst Klee: , in: Die Zeit vom 8. April 1977 Fetscher stellte dabei den Dorfpfarrer dar, der den Bürgermeister (Alexander Golling) aufwiegelt.

In Film- und Fernsehproduktionen war Fetscher vergleichsweise selten zu sehen. Er übernahm Gastrollen in Serien wie Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion, Löwengrube und Butler Parker sowie in Krimireihen wie Stahlnetz, Tatort und in insgesamt vier Episoden von Das Kriminalmuseum. In der sozialkritischen Miniserie Der eiserne Weg spielte er den Vater der von Horst Kummeth verkörperten Hauptfigur.

Filmografie (Auswahl) 1966: Das Kriminalmuseum: Das Etikett 1966: Stahlnetz: Der fünfte Mann 1966: Das Kriminalmuseum: Der Barockengel 1966: Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion, Episode 3: Hüter des Gesetzes 1967: Das Kriminalmuseum: Das Amulett 1967: Das Kriminalmuseum: Die Briefmarke 1968: König Richard II. 1969: Das Trauerspiel von Julius Caesar 1969: Das Vermächtnis 1971: Tatort: Kressin stoppt den Nordexpress 1972: Butler Parker (Das Geschäft mit der Angst) 1972: Frau Brückl muss sich umstellen 1976: Weder Tag noch Stunde 1985: Der eiserne Weg 1989: Löwengrube (Konsequenzen – Herbst 1920)

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 166. Who’s Who in the Arts and Literature, Bd. 2: Applied Arts and Music, Karl Strute und Theodor Doelken (Hrsgg.), 3. Auflage, Zürich: red series 1983, S. 176.

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