Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1997 begannen am 16. April 1997 und endeten am 7. Juni 1997 mit dem 4:0-Erfolg der Detroit Red Wings über die Philadelphia Flyers. Die Red Wings, die mit ihrem Torhüter Mike Vernon den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player der post-season stellten, gewannen somit ihren achten Titel der Franchise-Geschichte, jedoch den ersten seit 1955. Zudem bedeutete der Erfolg für zwei Spieler von Detroits Russian Five, Wjatscheslaw Fetissow und Igor Larionow, die Aufnahme in den Triple Gold Club. Die unterlegenen Philadelphia Flyers, die in Eric Lindros den Topscorer der Playoffs in ihren Reihen hatten, standen in ihrem siebten Stanley-Cup-Finale und mussten dabei die fünfte Niederlage in Folge hinnehmen.

Die Boston Bruins verpassten zum ersten Mal seit 1967 die post-season, sodass die längste Serie der Ligageschichte von 29 aufeinander folgenden Playoff-Teilnahmen ein Ende fand.

Modus Nachdem sich aus jeder Conference die beiden Divisionssieger sowie die sechs weiteren punktbesten Teams der Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der punktbeste Divisionssieger auf das achte und somit punktschlechteste qualifizierte Team, die Nummer 2 dieser Rangliste auf die Nummer 7 usw. Durch diesen Modus ist es möglich, dass eines oder mehrere qualifizierte Teams mehr Punkte als einer der Divisionssieger erzielt haben. Das gleiche Prinzip wird zur Bestimmung der Begegnungen der zweiten Playoff-Runde genutzt.

Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime. Sie endet durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).

Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division (1) (3) (4) (5)

Northeast Division (2) (6) (7) (8) Western Conference Central Division (2) (3) (5) (6) (8)

Pacific Division (1) (4) (7)

Playoff-Baum

Conference-Viertelfinale Eastern Conference (1) New Jersey Devils – (8) Canadiens de Montréal

(2) Buffalo Sabres – (7) Ottawa Senators

(3) Philadelphia Flyers – (6) Pittsburgh Penguins

(4) Florida Panthers – (5) New York Rangers

Western Conference (1) Colorado Avalanche – (8) Chicago Blackhawks

(2) Dallas Stars – (7) Edmonton Oilers

(3) Detroit Red Wings – (6) St. Louis Blues

(4) Mighty Ducks of Anaheim – (5) Phoenix Coyotes

Conference-Halbfinale Eastern Conference (1) New Jersey Devils – (5) New York Rangers

(2) Buffalo Sabres – (3) Philadelphia Flyers

Western Conference (1) Colorado Avalanche – (7) Edmonton Oilers

(3) Detroit Red Wings – (4) Mighty Ducks of Anaheim

Conference-Finale Eastern Conference (3) Philadelphia Flyers – (5) New York Rangers

Western Conference (1) Colorado Avalanche – (3) Detroit Red Wings

Stanley-Cup-Finale (E3) Philadelphia Flyers – (W3) Detroit Red Wings

Stanley-Cup-Sieger Der Stanley-Cup-Sieger Detroit Red Wings ließ traditionell insgesamt 51 Personen, davon 25 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter den Funktionären waren auch die Assistenztrainer Dave Lewis, Barry Smith und Mike Krushelnyski sowie Scout Mark Howe. Für die Spieler gilt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison oder eine Partie in der Finalserie bestritten haben sollten. Kevin Hodson stand nur bei 20 Spielen im Kader der Red Wings und kam dabei nur zu sechs Einsätzen, wurde allerdings dennoch berücksichtigt, da Ausnahmeregelungen möglich sind. Der 86-jährige Wally Crossman, der sich bei den Wings um die Ausrüstung kümmerte, war die älteste Person, die bis dahin auf dem Cup verewigt wurde.

Die 25 Spieler Detroits setzen sich aus drei Torhütern, sieben Verteidigern und 15 Angreifern zusammen. Im Kader der Red Wings standen acht Europäer, mehr als je zuvor bei einem Stanley-Cup-Sieger.

Stanley-Cup-Sieger 85px|Logo der Detroit Red Wings Detroit Red WingsTorhüter: Kevin Hodson, Chris Osgood, Mike Vernon

Verteidiger: Wjatscheslaw Fetissow, Wladimir Konstantinow, Nicklas Lidström, Larry Murphy, Jamie Pushor, Bob Rouse, Aaron Ward

Angreifer: Doug Brown, Mathieu Dandenault, Kris Draper, Sergei Fjodorow, Tomas Holmström, Joe Kocur, Wjatscheslaw Koslow, Martin Lapointe, Igor Larionow, Kirk Maltby, Darren McCarty, Tomas Sandström, Brendan Shanahan, Tim Taylor, Steve Yzerman (C) Cheftrainer: Scotty Bowman  General Manager: Ken Holland

Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Eric Lindros Philadelphia 19 12 14 26 +7 40 Joe Sakic Colorado 17 8 17 25 +5 14 Claude Lemieux Colorado 17 13 10 23 +7 32 Waleri Kamenski Colorado 17 8 14 22 −1 16 Rod Brind’Amour Philadelphia 19 13 8 21 +9 10 John LeClair Philadelphia 19 9 12 21 +8 10 Wayne Gretzky NY Rangers 15 10 10 20 +5 2 Sergei Fjodorow Detroit 20 8 12 20 +5 12 Brendan Shanahan Detroit 20 9 8 17 +8 43 Peter Forsberg Colorado 14 5 12 17 −6 10 Die Plus/Minus-Statistik führte Larry Murphy von den Detroit Red Wings mit +16 an.

Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.

Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt. Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Martin Brodeur New Jersey 10 658:48 5 5 19 2 92,9 1,73 Mike Vernon Detroit 20 1229:12 16 4 36 1 92,7 1,76 Ron Tugnutt Ottawa 7 424:37 3 4 14 1 91,7 1,98 Mike Richter NY Rangers 15 938:39 9 6 33 3 93,2 2,11 Nikolai Chabibulin Phoenix 7 425:52 3 4 15 1 93,2 2,11 Patrick Roy Colorado 17 1033:59 10 7 38 3 93,2 2,21 Michail Schtalenkow Anaheim 4 211:27 0 3 10 0 93,8 2,84

Weblinks Stanley-Cup-Playoffs 1997. hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs (PDF; 1,2 MB) bigmouthsports.com

#1997 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1997