Albert Broschell (* 15. April 1908 in Willkischken, Landkreis Tilsit; † 15. November 1980Albert Broschell †. In: Memeler Dampfboot Nr. 12 vom Dezember 1980, S. 195. (Abgerufen am 24. April 2017). in Duisburg) war ein memeldeutscher Politiker („Sozialistische Volksgemeinschaft des Memelgebietes“, GB/BHE, GDP).
Leben und Wirken Broschell wurde 1908 geboren, als sein Geburtsort Willkischken noch zum ostpreußischen Landkreis Tilsit gehörte. Aufgrund des Versailler Vertrages kam der Ort 1920 an das unter Völkerbundverwaltung stehende Memelland, wo er zum Kreis Pogegen gehörte. Nach der Vertreibung der französischen Völkerbundtruppen Anfang 1923 und der folgenden Annexion durch Litauen wurde Willkischken Teil des litauischen Staates. Broschell war Schlosser von Beruf und Ende der 1930er Jahre Bürgermeister von Willkischken.Biografische Notiz im „Ortsfamilienbuch Memelland“, abgerufen am 10. April 2017. Bei der Wahl am 11. Dezember 1938 wurde er als Vertreter der nationalsozialistisch orientierten „Sozialistischen Volksgemeinschaft des Memellandes“ auf der Memelländischen Einheitsliste in den Seimelis gewählt, dem er bis zur Annexion des Memellandes durch das Deutsche Reich im März 1939 angehörte. Am 18. Juni 1939 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.137.389).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/4621414 Während des Zweiten Weltkrieges leistete er Kriegsdienst und geriet danach in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der mit Tuberkulose erkrankt 1949 entlassen wurde.
Nach seiner Entlassung kam Broschell als Heimatvertriebener mit seiner Familie nach Westdeutschland und ließ sich in Duisburg nieder, wo er wieder als Schlosser tätig war. Er engagierte sich in der Vertriebenenpartei GB/BHE. Für diese und die 1961 aus der Fusion mit der Deutschen Partei entstandene Gesamtdeutsche Partei kandidierte er erfolglos bei den Bundestagswahlen 1957, 1961 (jeweils im Bundestagswahlkreis Duisburg II) und 1969 (auf der nordrhein-westfälischen Landesliste).Biographische Notiz auf www.kgparl.de, abgerufen am 10. April 2017.
Literatur Albert Broschell, in: Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest – Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945, Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-1-8, S. 735
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Seimelis Kategorie:Bürgermeister (Vilkyškiai) Kategorie:BdV-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:GB/BHE-Mitglied Kategorie:GDP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1980 Kategorie:Mann