Die Trigger, auch USS Trigger (Kennung: SS-237), war ein dieselelektrisch angetriebenes Hochsee-U-Boot der United States Navy, welches im Zweiten Weltkrieg auf dem pazifischen Kriegsschauplatz zum Einsatz kam und 1945 versenkt wurde. Das U-Boot, benannt nach dem sogenannten Orangestreifen-Drückerfisch (), gehörte der Gato-Klasse an und wurde als 26. Einheit dieses Typs fertiggestellt. Die Trigger wurde am 1. Februar 1941 auf der Mare Island Naval Shipyard (US-Bundesstaat Kalifornien) auf Kiel gelegt, lief im Oktober 1941 von Stapel und wurde schließlich am 31. Januar 1942 in Dienst gestellt. Erster Kommandant des U-Bootes war Lieutenant Commander Jack Hayden Lewis.

Dienstzeit Nach der Indienstnahme und dem Abschluss der Testfahrten vor der kalifornischen Küste wurde das U-Boot im Mai 1942 sofort nach Pearl Harbor zur Submarine Squadron (Subron) 10 der US-Pazifikflotte verlegt, um als Teil der neu aufgestellten Task Group (TG) 7.2 dem drohenden japanischen Angriff auf die Midwayinseln entgegentreten zu können. Nach der Niederlage der Japaner in der nachfolgenden Luft- und Seeschlacht, wobei das U-Boot nicht in Gefechte verwickelt wurde, lief die Trigger zurück nach Pearl Harbor, um von dort aus und nachdem das U-Boot von der TG 7.2 abkommandiert worden war, im Rahmen von Patrouillenfahrten auf den japanischen Schiffsverkehr zu operieren.

Erste Feindfahrt Die erste Feindfahrt (26. Juni bis 8. August 1942) führte die Trigger ins Seegebiet der Aleuten, wobei zumeist Aufklärungsaufgaben im Vordergrund standen. Erfolge wurden, obgleich das Boot insgesamt zehn Sichtkontakte zu japanischen Fracht- oder Kriegsschiffen hatte herstellen können, keine erzielt. Die Fahrt endete Mitte August wieder in Pearl Harbor, wo am 29. August 1942 mit Commander Roy Stanley Benson – der bisherige Befehlshaber der Subron 10 – ein neuer Kommandant an Bord kam.

Zweite Feindfahrt Die vom 23. September bis zum 8. November 1942 dauernde zweite Feindfahrt führte die Trigger direkt vor die Küsten Japans, unter anderem patrouillierte das U-Boot vor der Ostküste Kyūshūs und vor der Provinz Bungo. Hierbei erzielte die Trigger zwei Erfolge:

5. Oktober 1942: Ergebnislose Torpedierung (bedingt durch Torpedo-BlindgängerDonald A. Bertke, Don Kindell, Gordon Smith: World War II – Sea War: The Allies Strike Back. Vol. 7. Bertke Publications. Dayton OH 2015, S. 232.) des japanischen Truppentransporters Shinkoku Maru (3.991 BRT) etwa 350 Seemeilen südöstlich von Nagoya (die Attacke fand während des Anmarsches statt). Das einzeln fahrende Schiff verteidigte sich mit seinen Bordgeschützen – was die Trigger zum Abtauchen zwang – und konnte entkommen. 17. Oktober 1942: Torpedierung und Versenkung des einzeln fahrenden japanischen Frachters Holland Maru (5.869 BRT) südwestlich des Ausgangs der Bungo-Straße, etwa zehn Seemeilen südlich von Hyūga.Bertke: The Allies Strike Back, S. 236. 24. Oktober 1942: Torpedierung und Beschädigung des großen japanischen Marinetankers Nissho Maru (10.526 BRT) vor der Bungo-Straße. Das unter Ballast laufende Schiff konnte nach einem Torpedotreffer entkommen, da dem U-Boot keine Torpedos mehr zur Verfügung standen, musste allerdings bis April 1943 in die Werft.

Nachdem die Trigger sämtliche Torpedos verschossen hatte, trat das Boot den Rückmarsch an und traf am 8. November 1942 wieder in Pearl Harbor ein.

Dritte Feindfahrt Nach einer Grundüberholung lief das U-Boot am 3. Dezember 1942 zu seiner dritten Feindfahrt aus, die bis zum 22. Januar 1943 dauerte. Erneut sollte die Trigger dabei die japanischen Gewässer vor Kyūshū patrouillieren. Zudem sollten an signifikant wichtigen Punkten entlang der östlichen Küstenlinien Shikokus und des südlichen Honshū Seeminen gelegt werden. Während dieser Mission erzielte das U-Boot drei Erfolge mit Torpedos:

22. Dezember 1942: Torpedierung und Beschädigung des japanischen Frachters Toshu Maru (5.711 BRT) vor dem Südausgang des Uraga-Kanals. Das Schiff konnte nach zwei Torpedoversagern (Frühdetonationen) mit leichten Schäden entkommen. 1. Januar 1943: Torpedierung und Beschädigung des japanischen Frachters Shozan Maru (5.859 BRT) vor dem Uraga-Kanal. Auch dieses Schiff konnte infolge von Torpedoversagern entkommen (siehe Torpedoskandal), wurde allerdings durch Beschuss aus dem Bordgeschütz des U-Bootes leicht beschädigt. 10. Januar 1943: Torpedierung und Versenkung des japanischen Zerstörers Okikaze (1.345 ts) etwa 35 Seemeilen südlich von Yokosuka. Das einzeln fahrende und auf U-Jagd-Patrouille befindliche Schiff wurde von einem Torpedo getroffen, zerbrach vor dem Brückenaufbau in zwei Teile und sank rasch. Mit dem Zerstörer ging vermutlich die gesamte Besatzung von 148 Mann unter.combinedfleet.com

Während dieser dritten Feindfahrt legte die Trigger zudem 28 Seeminen aus, unter anderem vor Inubo Saki (Honshū) und in der Ise-Bucht. Durch diese Minen gingen – auch wenn die Zuordnung teils schwierig ist – sehr wahrscheinlich zwei weitere japanische Schiffe verloren:

20. Dezember 1942: Verlust des Frachters Mitsuki Maru (3.893 BRT) vor Inubo Saki durch Minentreffer.wrecksite.euDas Schiff wird teils fälschlicherweise auch als Mutsuki Maru gelistet. 22. Dezember 1942: Verlust des Frachters Teifuku Maru (5.198 BRT) vor Inubo Saki durch Minentreffer. Es handelte sich hierbei um den ehemaligen deutschen Frachter R. C. Rickmers, der 1941 an Japan übergeben worden war. Das Schiff konnte nach dem Minentreffer noch an der Küste auf Grund gesetzt werden, musste jedoch letztlich im Januar 1943 als konstruktiver Totalverlust abgeschrieben werden. mini|Periskopaufnahme des sinkenden japanischen Zerstörers Okikaze (10. Januar 1943). Der abgeknickte Bug ist zu erkennen.

Am 22. Januar 1943 traf die Trigger auf Midway ein und beendete dort ihre dritte Feindfahrt.

Vierte Feindfahrt Die vierte Feindfahrt führte das U-Boot vom 13. Februar bis zum 6. April 1943 in das Seegebiet um die Palau- und die Admiralitätsinseln. Hierbei erzielte die Trigger zwei Erfolge:

15. März 1943: Torpedierung und Versenkung des japanischen Frachters Momoha Maru (3.103 BRT) etwa 150 Seemeilen nordwestlich von Manus. Das Schiff gehörte zu einem aus sieben Frachtern und drei Sicherungsfahrzeugen bestehenden Konvoi, welcher von Rabaul nach Neu Hannover unterwegs war. Beim Angriff auf denselben Geleitzug gelang der Trigger zudem die Beschädigung des Truppentransporters Florida Maru (5.854 BRT) durch einen Torpedotreffer; der Dampfer konnte indessen später von der Sicherung eingebracht werden.

Ein weiterer Angriff auf einen japanischen Kleinkonvoi von vier Schiffen am 20. März 1943 nordöstlich der Admiralitätsinseln erbrachte infolge von Torpedoversagern keinen Erfolg. Obgleich drei Torpedos aus guter Schussposition abgefeuert wurden, wurde lediglich eines der Geleitfahrzeuge, das Kanonenboot Choan Maru No. 2, durch eine Frühdetonation leicht beschädigt. Das Kriegsschiff konnte seine Fahrt mit geringen Schäden fortsetzen.Donald A. Bertke, Don Kindell, Gordon Smith: World War II – Sea War: Wolfpacks Muzzled. Vol. 8. Bertke Publications. Dayton OH 2016, S. 151f. Die Trigger brach darauf die Mission ab und kehrte am 6. April 1943 nach der Heimatbasis Pearl Harbor zurück.

Fünfte Feindfahrt Das U-Boot lief am 30. April 1943 zu seiner fünften Feindfahrt aus, die bis zum 21. Juni 1943 dauerte, wobei sich der Einsatzbereich wieder auf die japanischen Heimatgewässer zwischen dem südöstlichen Honshū und Shikoku konzentrierte. Dabei gelangen der Trigger drei Erfolge:

28. Mai 1943: Torpedierung und Beschädigung des kleineren japanischen Küstenfrachters Koshin Maru (975 BRT) vor Iro Saki (Provinz Sagami). Der Dampfer wurde durch einen nahdetonierenden Torpedo beschädigt, konnte aber in schlechtem Wetter entkommen. 1. Juni 1943: Torpedierung und Versenkung des einzeln fahrenden japanischen Kohlen-Frachters Noborikawa Maru (2.182 BRT) vor Kamogawa.Diese Versenkung wird teils auch einem Minentreffer oder einem unbekannten U-Boot [Bertke et al., u. a. Vol. 9, S. 472] zugeschrieben, muss also mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. 10. Juni 1943: Torpedierung und schwere Beschädigung des japanischen Flugzeugträgers Hiyō (24.140 ts) etwa 17 Seemeilen nordöstlich von Miyake Jima. Der Träger, zusammen mit zwei Zerstörern auf einem Verlegungsmarsch von Yokosuka nach Truk, wurde von zwei Torpedos auf Höhe der Maschinenräume getroffen und konnte nur mit Mühe nach Tateyama eingebracht werden. Die Reparatur dauerte drei Monate.

Am 21. Juni 1943 kehrte das U-Boot nach Pearl Harbor zurück und wurde dort einer beinahe zwei Monate andauernden großen Grundüberholung unterzogen. In dieser Zeit kam mit Lieutenant Commander Robert Edson Dornin auch ein neuer Kommandant an Bord.

Sechste Feindfahrt Das Patrouillengebiet der sechsten Feindfahrt der Trigger (1. September bis 30. September 1943) war das Ostchinesische Meer, besonders das Areal nördlich von Formosa. Bereits während des Anmarsches gelang dem U-Boot ein Erfolg:

18. September 1943: Torpedierung und Versenkung des einzeln fahrenden japanischen Frachters Yowa Maru (6.435 BRT) rund 50 Seemeilen nordwestlich von Kume Jima. Das Schiff sank nach zwei Torpedotreffern. Danach nahm das U-Boot Kurs auf die Nordküste Formosas.

Angriff auf dem Geleitzug RINJI-B In den Abendstunden des 21. September 1943 sichtete die Trigger etwa 30 Seemeilen nordöstlich von Keelung den aus acht Frachtschiffen und einem Kaibōkan bestehenden japanischen Konvoi RINJI-B. Der Geleitzug, auf dem Weg von Keelung nach Fukuoka, wurde zudem von mehreren Wasserflugzeugen begleitet. Das U-Boot beschattete den Konvoi zunächst und griff dann in den Nachtstunden an. In insgesamt vier Anläufen, die durch Radar geführt wurden, gelang es der Trigger vier Schiffe zu torpedieren (es wurden 14 Torpedos verschossen), von denen die beiden Tanker Shoyo Maru (7.498 BRT) und Shiriya (14.050 BRT) sowie der Frachter Argun Maru (6.661 BRT) sanken. Der mit Flugbenzin beladene Flottentanker Shiriya explodierte, wobei die gesamte Besatzung von 142 Mann ums Leben kam. Ein weiteres Schiff, der Frachter Gyoku Maru (6.854 BRT), wurde beschädigt, konnte aber eingebracht werden. mini|Der Flottentanker Shiriya, der am 21. September 1943 von der Trigger versenkt wurde (Aufnahme aus dem Jahr 1938).

Insgesamt hatte das U-Boot in einer Nacht drei Schiffe mit über 28.000 BRT versenken können. Es war die erfolgreichste Einzeloperation der Trigger während des gesamten Krieges. Nach diesem Ereignis kehrte das U-Boot, das sämtliche Torpedos verschossen hatte, am 30. September 1943 von der Mission zurück, indessen nicht nach Pearl Harbor, sondern nach Midway.

Siebte Feindfahrt Nach einer Werftüberholung und nachdem ein Teil der Bewaffnung ausgetauscht worden war (unter anderem kamen die 12,7-mm-Maschinengewehre von Bord und wurden durch 20-mm-Oerlikon-Kanonen ersetzt), brach die Trigger zu ihrer siebten Feindfahrt auf (sie dauerte vom 22. Oktober bis zum 8. Dezember 1943). Diese führte das U-Boot ins Ostchinesische Meer und in die südlichen Ausläufer des Gelben Meeres. Es gelangen hierbei drei Erfolge:

2. November 1943: Torpedierung und Versenkung des japanischen Heerestransporters Delagoa Maru (7.148 BRT), Teil des Konvois O-112, vor Tanegashima. Der Dampfer wurde von drei Torpedos getroffen und sank innerhalb weniger Minuten. 288 Personen (darunter 201 Soldaten des 248. Luftwaffenregiments) gingen mit dem Schiff unter. 13. November 1943: Torpedierung und Versenkung des zum Geleitzug MA-07 gehörenden Transporters Nachisan Maru (4.433 BRT) etwa 60 Seemeilen südwestlich von Jejudo. Das Schiff sank nach zwei Torpedotreffern mit der gesamten Besatzung (46 Tote). 21. November 1943: Torpedierung und Versenkung des einzeln fahrenden japanischen Frachters Eizan Maru (1.681 BRT)Paul H. Silverstone: The Navy of World War II. Routledge / Taylor & Francis Group. New York NY 2008, S. 130. durch zwei Torpedotreffer rund 180 Seemeilen südöstlich von Qingdao. Die gesamte Besatzung (18 Mann?) kam ums Leben.