Tage wie diese (englischer Originaltitel Let It Snow. Three Holiday Romances)John Green; Maureen Johnson; Lauren Myracle: Let It Snow. Three Holiday Romances. Speak, Penguin Books, USA 2008, ISBN 978-0142412145 ist die Zusammenstellung dreier eigenständiger, aber miteinander verflochtener Geschichten. Das 2008 im Englischen veröffentlichte Werk erschien 2010 in der deutschen Übersetzung von Barbara Abedi im Arena Verlag und beinhaltet Jubilee Express (englischer Originaltitel The Jubilee Express) von Maureen Johnson, Ein Cheer unglaubliches Weihnachtswunder (englischer Originaltitel A Cheertastic Christmas Miracle) von John Green und Der Schutzheilige der Schweine (englischer Originaltitel The Patron Saint of Pigs) von Lauren Myracle.
Die Geschichten erzählen von drei Jugendlichen und ihren Weihnachtserlebnissen während eines heftigen Schneesturms in dem (fiktiven) Ort Gracetown in North Carolina. Es handelt sich um ein Jugendbuch, welches die Gefühlsbewegungen um die Verbundenheit mit den Eltern, das Ringen um die Ablösung von ihnen, die Beziehung zur peer-group ebenso berührt wie die Liebesgeschichten, in die alle drei Protagonisten auf ihre je eigene Art verwickelt sind. Alle drei Geschichten sind aus der Ich-Perspektive erzählt und spiegeln typisierend einen Ausschnitt der US-amerikanischen Lebenswirklichkeit von Jugendlichen.
Die drei Geschichten Der die drei Handlungsstränge verknüpfende Ort ist das Waffelhaus, um das die Haupt- und einige Nebenfiguren im Verlauf der Handlung kreisen. Fast alle der Jugendlichen wohnen in Gracetown, kennen sich von der Highschool, einige sind miteinander befreundet. Die jeweiligen Handlungen der einzelnen Erzählungen überschneiden sich immer wieder, um am Ende der Feiertage mit dem Zusammentreffen aller Protagonisten bei Starbucks in einen Handlungsstrang zu münden.
Gemeinsam ist ihnen die Beschreibung eines Wendepunkts im Leben der Hauptcharaktere, der zwar von äußeren Begebenheiten beeinflusst oder ausgelöst wird, vor allem aber eine innere Wandlung und Einsicht in die eigenen Stärken und Schwächen zur Folge hat. Erst daraus entwickeln die Protagonisten die Fähigkeit, sie behindernde Handlungsmuster zu durchbrechen.
Jubilee Express mini|Weihnachtsdorf Die erste Erzählung von Maureen Johnson beschreibt die abenteuerlichen Weihnachtstage der 16-jährigen Jubilee Dougal, deren wohlsituierte Eltern gerade aufgrund einer Einkaufsschlägerei um ein Flobie-Weihnachthaus im Gefängnis gelandet sind. Sie soll deshalb für die Feiertage von Richmond zu ihren Großeltern nach Florida fahren und kann über die gesamten Festtage mit Noah, ihrem perfekten Freund nur noch telefonieren.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 1 S. 11–24 Während ihrer Zugfahrt am Abend des 24. Dezembers trifft sie zunächst auf den gutaussehenden, netten, aber bekümmerten Jeb. Er ist auf dem Weg nach Hause und zu seiner Freundin, die er telefonisch jedoch nicht erreicht. Jubilee bietet ihr Handy an, aber bei seinem Anruf hebt niemand ab. Als er ihr vom Betrug seiner Freundin erzählen will, steigen 14 Cheerleader zu, die ihr mit ihrem lauten und dümmlichen Benehmen auf die Nerven gehen. Als der Zug auf unbestimmte Zeit im Schneesturm stecken bleibt, macht sie sich deshalb auf den WegTage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 2 S. 25–42 und landet in einem Waffelhaus, wo sie neben der Bedienung, ein junger Mann namens Don-Keun, zunächst auf einen älteren Mann in Alufolie trifft und dann auf Stuart, der mit dem Wagen ebenfalls im Schneesturm stecken geblieben ist. Sie kommen ins Gespräch und beobachten Jeb, der draußen versucht, gegen die drückenden Schneemassen eine Telefonzellentür zu öffnen, weil sein Handy beim abrupten Zughalt kaputt gegangen war. Um den Cheerleadern, die inzwischen auch im Waffelhaus gelandet sind,Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 3 S. 43–54 zu entfliehen nimmt sie schließlich sein Angebot an, mit ihm zu seiner Mom zu gehen,Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 4 S. 55–60 deren Haus zu Fuß erreichbar scheint: „Ich dachte über sein Angebot nach. Mein kalter, stecken gebliebener Zug stand auf der anderen Straßenseite. Mein augenblicklicher Aufenthaltsort war ein Waffelhaus voller Cheerleader inklusive eines Typen in Alufolie. Meine Eltern waren Gäste des Staates, Hunderte von Meilen weg. Und über uns tobte der heftigste Schneesturm seit fünfzig. Jahren. Ja, ich brauchte einen Unterschlupf“.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kap 3 S. 57
Sie erleben eine anstrengende, aber aufregende Wanderung durch den Sturm, bei der Stuart das Verhalten von Jubilees Freund hinterfragt, bis sie in einem Bach durch das Eis brechen und dem brusthohen kalten Wasser nur mit Mühe entkommen.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 5 S. 61–71 Im Haus werden sie überaus herzlich von Debbie, der Mutter von Stuart, und seiner kleinen Schwester Rachel empfangen. Debbie entpuppt sich als eine fürsorgliche jüdische Mutter, die begeistert Weihnachten zelebriert und ebenfalls ein paar Flobie-Weihnachtshäuer besitzt.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 6 und 7 S. 72–89 Am nächsten Morgen kann Jubilee mit ihrer Mutter im Gefängnis telefonieren und Stuarts Mutter beschließt, Jubilee über die Feiertage bei sich zu beherbergen. Losgelöst aus ihrem alltäglichen Leben und gekränkt durch Noahs Desinteresse am Telefon, beginnt Jubilee den Charakter und die Beziehung zu ihrem Freund zu hinterfragen.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 8 S. 90–98 Stuart, der Julies mehrfache telefonische Kontaktversuche mit dem völlig unempathischen Noah beobachtet hat, öffnet ihr die Augen für seine Ignoranz, und in einem Moment schockierter Wut ruft sie Noah an und beendet die Beziehung. Stuart erzählt ihr von seinem schmerzlichen Erlebnis mit seiner früheren Freundin Chloe, die ihn betrogen hatte. Jubilee erkennt, dass sie ihr Leben nur nach Noahs Zeitplan und Bedürfnissen ausgerichtet hatte, er aber kein Interesse an ihrem Leben hatte: „Mein Gott ... seit einem Jahr hatte ich mich gelangweilt. Ich hatte seit Ewigkeiten nicht mehr über mich gesprochen. Stuart sprach über mich. Er schenkte mir Aufmerksamkeit. Ein komisches Gefühl, fast ein bisschen zu intim, aber doch großartig“.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, S. 127
Die Situation endet mit einem Kuss, der unterbrochen wird von Debbies und Rachels Rückkehr.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 10 und 11 S. 106–129 Überfordert von ihrem sprunghaften Verhalten macht sie sich in einem unbeobachteten Moment auf die Suche nach ihrem Zug, zumal sie fälschlich annimmt, Stuart würde ihr aus dem Weg gehen. Nachdem sie eine längere Zeit durch die Siedlung geirrt war, wird sie von Stuart gefunden. Als Noah anruft, wirft sie ihr Handy fort in den Schnee, wo es von einigen Kindern gefunden wird. Gemeinsam gehen sie zurück zu Stuarts Zuhause.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 12 S. 130–142
Ein Cheer unglaubliches Weihnachtswunder mini|Waffle House Nr. 392 in Indianapolis, Indiana John Greens Erzählung beginnt ebenfalls am 24. Dezember. Weil seine Eltern wegen des Schneesturms bei einem Ärztekongress in Boston feststecken, verbringt der 17-jährige Tobin den Weihnachtsabend mit seinen Freunden JP, einem Jungen koreanischer Abstammung, und Angie,Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 1 S. 147–152 die von allen nur der Herzog genannt wird: „Irgendwann später, in der neunten Klasse, saßen wir dann mal beim Mittagessen und JP und Keun und ich machten ihr den Vorschlag, sie Angie zu nennen, aber sie sagte, sie hasste es Angie genannt zu werden. Also blieben wir bei Herzog. Es passte zu ihr. Sie hatte eine beeindruckende Körperhaltung und war die geborene Anführerin, und obwohl sie inzwischen kein bisschen jungenhaft mehr aussah, verhielt sie sich meistens doch immer noch wie einer von uns.“Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 9 S. 207
Ihr Filmabend wird durch den Anruf Don-Keuns unterbrochen, der sie aufgeregt auffordert, wegen des unverhofften Eintreffens von 14 Cheerleadern mit einem Twister-Spiel zum Waffelhaus zu kommen. Er und die beiden anderen Mitarbeiter hatten beschlossen, dass nur weitere 4 Personen ins Waffelhaus passen, haben ihre Freunde informiert, und so beginnt kurz vor Mitternacht ein Wettlauf,Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 2 S. 153–156 Tobin und JP in hastiger Freude, der Herzog widerstrebend. Auf dem Weg rast Tobin in eine Schneewehe und zu Fuß setzen sie ihren Weg zum noch drei Meilen entfernten Waffelhaus fort,Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 4–7 S. 162–190 als sie von dem gegnerischen Team im Auto verhöhnt und überholt werden, bevor dieses selbst in eine Schneewand rutscht. Verfolgt von den wütenden Kontrahenten sind sie gezwungen, wegen des vergessenen Twister-Spiels nochmals zum Auto zurückzukehren.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 8 S. 191–202 Während ihrer nächtlichen Wanderung reagiert der Herzog zunehmend gereizt auf die Cheerleader-Gespräche der Jungen und es wird deutlich, dass Tobin sich vor einem Wandel ihres Verhältnisses fürchtet: „In zwischenmenschlichen Beziehungen ist es immer eine Katastrophe, wenn einer anfängt, an der Wand zwischen Freundschaft und Küssen herumzukratzen. Wenn man sich traut, die Wand einzureißen, entsteht eine Geschichte, die vielleicht einen guten Mittelteil hat (...) Und ich hatte nicht die mindeste Lust auf einen guten Mittelteil mit dem Herzog, wenn die Gefahr bestand, dass der Schluss eine unausweichliche Katastrophe werden könnte.“Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 11 S. 219–220
Die Nacht endet in einem irrwitzigen Wettlauf aller drei Teams zum Waffelhaus, aber es ist JP, der für sie gewinnt. Überschwänglich von Don-Keun begrüßt, bestellen sie ihr Essen. Außer ihnen sind noch die Cheerleader anwesend und Jeb, der darauf wartet, dass er am Morgen mit Keun zurück in die Stadt fahren kann. Niedergeschlagen bittet er Tobin und den Herzog, seiner Freundin Addi auszurichten, dass er aufgehalten wurde und noch komme, falls sie sie zufällig sehen sollten. Tobin und der Herzog geben endlich zu, sich ineinander verliebt zu haben. Am Morgen wird Tobins Auto vom Abschleppdienst aus der Schneewehe gezogen. Der Fahrer entpuppt sich als der stets in Alufolie gewickelte Travis. Den nächsten Tag verbringt Tobin mit seinen heimgekehrten Eltern, abends besuchen ihn JP, Keun und der Herzog. Morgens um halb fünf laufen er und der Herzog übermüdet und glücklich zum Starbucks.Tage wie diese. Arena Verlag. Würzburg, 2014, 2. Auflage als Sonderausgabe, Kapitel 12 S. 224–243
Der Schutzheilige der Schweine mini|Minischwein