Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1998 begannen am 22. April 1998 und endeten am 16. Juni 1998 mit dem 4:0-Sieg der Detroit Red Wings gegen die Washington Capitals. Die Red Wings gewannen somit ihren zweiten Titel in Folge sowie den insgesamt neunten ihrer Franchise-Geschichte. Darüber hinaus stellten sie in Person von ihrem Mannschaftskapitän Steve Yzerman den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player der Playoffs, der auch die Scorerliste der post-season anführte. Die unterlegenen Washington Capitals standen in ihrem ersten Stanley-Cup-Finale und waren zudem das vierte Team in Folge, das das Finale durch einen Sweep verlor. Bis heute (Stand: Playoffs 2025) markieren die Playoffs 1998 das letzte Mal, dass ein Finale in einem Sweep endete. Die nächste Titelverteidigung gelang erst den Pittsburgh Penguins im Jahr 2017.
Die Chicago Blackhawks verpassten zum ersten Mal seit 1969 die Playoffs, sodass die zu diesem Zeitpunkt zweitlängste Serie von 28 Playoff-Teilnahmen in Folge ein Ende fand; nur eine Teilnahme weniger als die 29-jährige und bisher längste Serie der Boston Bruins, die erst im Vorjahr geendet hatte. Ferner verpassten zum ersten Mal in der Liga-Historie beide Teams aus New York (Rangers und Islanders) die post-season.
Modus Nachdem sich aus jeder Conference die beiden Divisionssieger sowie die sechs weiteren punktbesten Teams der Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der punktbeste Divisionssieger auf das achte und somit punktschlechteste qualifizierte Team, die Nummer 2 dieser Rangliste auf die Nummer 7 usw. Durch diesen Modus ist es möglich, dass eines oder mehrere qualifizierte Teams mehr Punkte als einer der Divisionssieger erzielt haben. Das gleiche Prinzip wird zur Bestimmung der Begegnungen der zweiten Playoff-Runde genutzt.
Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.
Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime. Sie endet durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).
Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division (1) (3) (4)
Northeast Division (2) (5) (6) (7) (8) Western Conference Central Division (1) (3) (4) (6)
Pacific Division (2) (5) (7) (8)
Playoff-Baum
Conference-Viertelfinale Eastern Conference (1) New Jersey Devils – (8) Ottawa Senators
(2) Pittsburgh Penguins – (7) Canadiens de Montréal
(3) Philadelphia Flyers – (6) Buffalo Sabres
(4) Washington Capitals – (5) Boston Bruins
Western Conference (1) Dallas Stars – (8) San Jose Sharks
(2) Colorado Avalanche – (7) Edmonton Oilers
(3) Detroit Red Wings – (6) Phoenix Coyotes
(4) St. Louis Blues – (5) Los Angeles Kings
Conference-Halbfinale Eastern Conference (4) Washington Capitals – (8) Ottawa Senators
(6) Buffalo Sabres – (7) Canadiens de Montréal
Western Conference (1) Dallas Stars – (7) Edmonton Oilers
(3) Detroit Red Wings – (4) St. Louis Blues
Conference-Finale Eastern Conference (4) Washington Capitals – (6) Buffalo Sabres
Western Conference (1) Dallas Stars – (3) Detroit Red Wings
Stanley-Cup-Finale (W3) Detroit Red Wings – (E4) Washington Capitals
Stanley-Cup-Sieger Der Stanley-Cup-Sieger Detroit Red Wings ließ traditionell insgesamt 55 Personen, davon nur 26 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter den Funktionären waren auch die Assistenztrainer Dave Lewis und Barry Smith sowie Scout Mark Howe. Für die Spieler gilt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison bestritten haben sollten oder eine Partie in der Finalserie. Dabei gibt es aber auch immer wieder Ausnahmeregelungen. Wladimir Konstantinow und Masseur Sergei Mnatsakanov, die nach der Cup-Feier im Vorjahr bei einem Autounfall lebensgefährlich verletzt wurden und ihren Jobs nicht mehr nachgehen konnten, wurden auf dem Stanley Cup eingraviert, da sie immer noch als Teil des Teams betrachtet wurden. Der 87-jährige Wally Crossman, der sich bei den Wings um die Ausrüstung kümmerte, war die älteste Person, die bis dahin auf dem Cup verewigt wurde.
Die 26 Spieler Detroits setzen sich aus zwei Torhütern, neun Verteidigern und 15 Angreifern zusammen. Im Kader der Red Wings standen neun Europäer, mehr als je zuvor bei einem Stanley-Cup-Sieger. Manny Legace wurde versehentlich als Legece eingraviert. Larry Murphy, der bereits am Anfang der 1990er Jahre zweimal den Stanley Cup mit Pittsburgh gewonnen hatte, war nun auch mit den Red Wings zum zweiten Mal erfolgreich.
Stanley-Cup-Sieger 85px|Logo der Detroit Red Wings Detroit Red WingsTorhüter: Kevin Hodson, Chris Osgood
Verteidiger: Anders Eriksson, Wjatscheslaw Fetissow, Wladimir Konstantinow, Nicklas Lidström, Jamie Macoun, Dmitri Mironow, Larry Murphy, Bob Rouse, Aaron Ward
Angreifer: Doug Brown, Mathieu Dandenault, Kris Draper, Sergei Fjodorow, Brent Gilchrist, Tomas Holmström, Mike Knuble, Joe Kocur, Wjatscheslaw Koslow, Martin Lapointe, Igor Larionow, Kirk Maltby, Darren McCarty, Brendan Shanahan, Steve Yzerman (C) Cheftrainer: Scotty Bowman General Manager: Ken Holland
Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Steve Yzerman Detroit 22 6 18 24 +10 22 Sergei Fjodorow Detroit 22 10 10 20 ±0 12 Tomas Holmström Detroit 22 7 12 19 +9 16 Nicklas Lidström Detroit 22 6 13 19 +12 8 Joé Juneau Washington 21 7 10 17 +6 8 Adam Oates Washington 21 6 11 17 +8 8 Martin Lapointe Detroit 21 9 6 15 +6 20 Larry Murphy Detroit 22 3 12 15 +12 2 Wjatscheslaw Koslow Detroit 22 6 8 14 +4 10 Mike Modano Dallas 17 4 10 14 +4 12
Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.
Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt. Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Ed Belfour Dallas 17 1039:02 10 7 31 1 92,2 1,79 Curtis Joseph Edmonton 12 715:52 5 7 23 3 92,8 1,93 Olaf Kölzig Washington 21 1351:04 12 9 44 4 94,1 1,95 Dominik Hašek Buffalo 15 947:55 10 5 32 1 93,8 2,03 Chris Osgood Detroit 22 1361:04 16 6 48 2 91,8 2,12
Weblinks Stanley-Cup-Playoffs 1998. hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs (PDF; 1,6 MB) bigmouthsports.com
#1998 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1998