Lothar Lockl (* 5. Dezember 1968 in Wien) ist ein österreichischer Strategie- und Kommunikationsberater und Unternehmer. Er war Sprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000, Bundesparteisekretär der österreichischen Grünen, Wahlkampfleiter und strategischer Berater von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Von 2022 bis 2025 war er Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats.

Werdegang und Unternehmen Lockl beteiligte sich 1984 in jungen Jahren an der Besetzung der Hainburger Au, an der er federführend aktiv war. Er schloss an der Universität Wien das Studium Politik- und Kommunikationswissenschaft ab. Zwischen 1988 und 2000 erlangte er Bekanntheit als Kampagnenleiter und danach Sprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000. Er organisierte unter anderem Kampagnen gegen die Ost Autobahn A4 in Niederösterreich, das Kraftwerk Lambach in Oberösterreich oder das slowakische Atomkraftwerk Mochovce. 1997 war Lockl Mitorganisator des Gentechnik-Volksbegehrens, dem mit über 1,2 Mio. Unterschriften bis heute zweiterfolgreichsten Volksbegehren in Österreich (Stand 2026).

2000 wechselte er unter Bundessprecher Alexander Van der Bellen in die Politik zu den Grünen, wo er als Kommunikationschef und ab Herbst 2006 als Bundesparteisekretär tätig war. Er war für mehrere Nationalratswahlkampagnen mitverantwortlich, darunter auch für die Nationalratswahlkampagne 2006, bei der die Grünen auf Bundesebene erstmals die 10-Prozent-Hürde übersprangen und hinter SPÖ und ÖVP drittstärkste Kraft in Österreich wurden.

2009 verließ er die Politik und machte sich als Strategie- und Kommunikationsberater mit der Agentur Lockl Strategie selbständig. Er berät seitdem Führungskräfte, Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Industrie, Handel, Energiewirtschaft, Tourismus und Finanzwirtschaft. 2016 war er Wahlkampfleiter für Alexander Van der Bellen bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016. Danach war er als strategischer Berater für den Bundespräsidenten tätig.

Zu den Kunden der Agentur gehörten in der Vergangenheit auch das Klima- und Umweltministerium sowie das Kunst- und Kulturministerium. Von der Opposition wurden 2022 die Aufträge im Bereich PR und Kommunikation des Klima- und Umweltministeriums auf Grund ihrer Höhe kritisiert.

Politik Lothar Lockl galt im Vorfeld der Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen 2019 als potenzieller Kandidat der Grünen für ein Ministeramt. Er erteilte Spekulationen jedoch eine Absage und erklärte, in der Privatwirtschaft zu bleiben.

Im März 2020 wurde er von der Regierung in den ORF-Stiftungsrat bestellt und unterstützte 2021 die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors Roland Weißmann. Am 19. Mai 2022 wurde Lockl mit 34 von 35 möglichen Stimmen, bei einer Enthaltung, vom ORF-Stiftungsrat einhellig zum Vorsitzenden gewählt. Er übte diese Funktion drei Jahre bis Juni 2025 aus. In seine Funktionsperiode fiel unter anderem die neue ORF-Beitrags-Finanzierung, die Inbetriebnahme des Multimedialen Newsrooms und das neue Redaktionsstatut.

Funktionen 2022 bis 2025: Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates 2020 bis 2025: Mitglied des ORF-Stiftungsrates 2018 bis 2021: Mitglied im Verwaltungsrat des Fußballklubs FK Austria Wien 2016: Wahlkampfleiter von Bundespräsident Alexander Van der Bellen 2010 bis 2012: Generalsekretär der International Advertising Association (IAA) Österreich 1990 bis 1999: Sprecher von Global 2000

Privates Lockl ist bekennender Sport- und Fußballfan und spielt darüber hinaus seit seiner Jugend Schach. Er war Wiener Jugendstadtmeister, erreichte eine Elo-Zahl von 2280 und spielte in der österreichischen Staatsliga.

Lockl ist Vater eines Sohnes. Er war mit der österreichischen Journalistin Claudia Reiterer verheiratet. Das Paar trennte sich 2019.

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Einzelnachweise

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