Skowrony ( Schmauch) ist ein Dorf in der Landgemeinde Godkowo (Göttchendorf) im Powiat Elbląski (Elbinger Kreis ) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage mini|links|Schmauch östlich von Preußisch Holland, südöstlich der Stadt Elbing und südwestlich von Wormditt auf einer Landkarte von 1910. Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 33 Kilometer östlich von Elbing and 51 Kilometer nordwestlich von Allenstein.
Geschichte Die Kirche des alten preußischen Kirchdorfs Schmauch hatte noch um 1727 unter dem Patronat der Herzöge von Preußen gestanden.Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen. Gotha 1858, S. 279. Bis zum Jahr 1804 waren die Bauern von Schmauch verpflichtet gewesen, auf dem benachbarten Gut Behlenhof Hand- und Spanndienste zu leisten.Leopold Krug: Geschichte der staatswirthschaftlichen Gesetzgebung im preußischen Staate, von den ältesten Zeiten bis zu dem Ausbruch des Krieges im Jahre 1806. Band 1, Berlin 1808, S. 465.
Die Gemarkung des Dorfs umfasste um 1858 eine Fläche von 4220 Morgen, und es standen darauf 81 Wohnhäuser.
Von 1874 bis 1945 war Schmauch ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke: Amtsbezirk Schmauch im Kreis Preußisch Holland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Schmauch die Ortsbezeichnung Skowrony ein. Soweit die deutschen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Schmauch vertrieben.
Bevölkerungsentwicklung vor 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1816 290 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 252, Ziffer 2088 1852 525 Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 551. 1858 546 darunter 535 Evangelische, sechs Katholiken, vier Mennoniten und ein Jude Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 121, Ziffer 169. 1933 494 1939 490
Amtsbezirk Schmauch 1874–1945 In den Amtsbezirk Schmauch waren anfangs sechs, am Ende noch drei Orte eingegliedert: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Bordehnen Burdajny 1881 in den Amtsbezirk Behlendorf umgegliedert Göttchendorf Godkowo (Klein-) Gillgehnen 1928 nach Sommerfeld eingemeindet Rudolfsmühle Klekotki 1889 nach Schmauch eingemeindet Schmauch Skowrony Weeskenitt Zimnochy 1928 nach Sommerfeld eingemeindet ab 1881: Sommerfeld Ząbrowiec
Religion Kirchengebäude Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um einen aus dem 14. Jahrhundert stammenden Findlingsbau mit einem vierteiligen Ostgiebel.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 77–78, Abb. 287 Der westliche Teil wurde – wohl 1699 – verlängert.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 149 Nach einem Brand im Jahre 1908 wurde das Gebäude wieder aufgebaut.
Der Innenraum ist mit einer gewölbten Holzdecke überspannt, die schlicht bemalt ist. Altar und Kanzel (aus der Zeit um 1733) wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem Kanzelaltar mit Schnitzwerk vereinigt. Im Fußboden der Kirche befindet sich ein Grabstein, den Otto Wilhelm von Perband für sich vor seinem Tod 1705 anfertigen ließ.
Die Orgel von 1722 soll aus Preußisch Holland erworben sein. Die Glocken tragen die Jahreszahlen 1638 und 1805.
Die Kirche in Schmauch wurde vor der Reformation von Wormditt aus betreut. Die Dorfbewohner waren nach der Reformation der evangelischen Konfession beigetreten.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 472 Nach 1945 übernahm die Römisch-katholische Kirche das Gotteshaus und veränderte es baulich entsprechend ihren liturgischen Bräuchen.
Evangelische Kirchengemeinde Kirchengeschichte Von 1578 bis 1690 war die Kirche (Groß) Thierbach in Schmauch eingepfarrt.Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern. Hartung, Königsberg 1777, S. 389–390. Vorher war auch die Kirche in Sommerfeld zugehörig. Diese ist jedoch 1578 eingegangen.
Im Jahre 1925 zählte das Kirchspiel Schmauch 1.912 Gemeindeglieder, die in Schmauch und in neun umliegenden Ortschaften lebten. Das Kirchenpatronat oblag seinerzeit den staatlichen Behörden. Die Pfarrstelle war Mitte des 16. Jahrhunderts bereits mit einem evangelischen Geistlichen besetzt.
Die Pfarrei Schmauch gehörte zuletzt zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließ die evangelische Gemeinde absterben. Heute hier wieder lebende evangelische Einwohner halten sich zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspiel Zum evangelischen Kirchspiel Schmauch gehörten bis 1945 die Dörfer: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Alt Teschen Stary Cieszyn Neu Teschen Nowy Cieszyn Einhöfen Siedlisko Plehnen Plajny Göttchendorf Godkowo Schmauch Skowrony Kanditten Kandyty Sommerfeld Ząbrowiec Nauten Nawty Weeskenitt Zimnochy
Pfarrer Bonaventura Fischer, bis 1550 Jacob Schütz, 1554 Jacob Blumenau, 1578 Friedrich Hennig, seit 1596 Johann Bleynagel, seit 1631War 1635 außerdem Pfarrer in Thierbach (1646 aber in Rogehnen) Hermann Nebelius, seit 1649Wurde 1659 von den Schweden vertrieben, ging nach Königsberg i. Pr., wo er ein halbes Jahr später verstarb Christoph Alt, 1660–1682Wolsborn: Das Stammbuch des Pfarrers Christoph Alt. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Vierte Folge, Band 10, Königsberg i. Pr. 1873, S. 112–123. Joachim Erdmann Hinckelmann, 1682–1702 Friedrich Rechenberg, 1702–1723 George Settegast, 1724–1751 Friedrich Wilhelm Rüdiger, 1752–1784Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 135 Friedrich Friese, 1784–1800 Abraham Ernst Hennig, 1800–1806 Christian Leopold Stuhr, 1806–1815 Carl Jonathan Corsepius, 1815–1821 Samuel Ludwig F., 1821–1839Zuname unleserlich Carl Hermann Keßler, 1839–1870 Eduard Alb. Nikolaus Ebel, 1870–1872 Hilfgott Heinr. Th. Fischer, 1873–1874 August Wilhelm Passarge, 1874–1885 Karl Gustav Marter, 1885–1906 Hermann Leop. R. Geelhaar, 1906–1934 Heinz Dietrich, 1935–1942 Arno Kiel, 1943–1945 Römisch-katholische Kirchengemeinde Schmauch war bis 1945 kein römisch-katholisches Kirchdorf. Die Einwohner katholischer Konfession gehörten zur Pfarrei St. Josef in der Stadt Preußisch Holland. Nach 1945 wurde in Skowrony eine katholische Gemeinde gebildet, denen das vorher evangelische Gotteshaus als Kirche dient. Skowrony ist heute eine Filialgemeinde der Pfarrei in Osiek im Dekanat Pasłęk I des Bistums Elbląg.
Verkehr Skorony liegt an einer Nebenstraße, die die Woiwodschaftsstraße 513 bei Godkowo mit den Woiwodschaftsstraße 527 (frühere deutsche Reichsstraße 133) verbindet. Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.
Persönlichkeiten Aus dem Ort gebürtig Gisela Oechelhaeuser (* 22. Januar 1944 in Schmauch), deutsche Kabarettistin, u. a. im Berliner Kabarett-Theater Distel, das sie von 1990 bis 1999 leitete, dann freischaffende KabarettistinInformationszentrum Ostpreußen: Skowrony – Schmauch
Mit dem Ort verbunden Max von Schenkendorf (1783–1817), der in Tilsit geborene Dichter der Freiheitskriege wurde von 1802 bis 1804 in Schmauch von Pfarrer Ernst Hennig unterrichtet
Literatur Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern. Hartung, Königsberg 1777, S. 389–390.
Weblinks GenWiki: Schmauch GenWiki: Schmauch, evangelisches Kirchspiel
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Godkowo