miniatur|Dubrau
Dubrau, , ist ein Wohnplatz im Ortsteil Koßwig der Stadt Vetschau/Spreewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Der Ort wurde im Jahr 1988 zugunsten des Braunkohletagebaus Seese-Ost fast vollständig devastiert, 94 Einwohner mussten umgesiedelt werden. Der Ort gehörte zuletzt zur Gemeinde Koßwig.
Lage miniatur|Altes Ortsschild von Dubrau Die Wüstung Dubrau liegt in der Niederlausitz, südlich des ehemaligen Tagebaus Seese-Ost. Benachbarte Ortschaften sind Groß Lübbenau im Norden, Raddusch und Göritz im Nordosten, Belten im Osten, Koßwig im Südosten, Kalkwitz im Süden, Mlode im Südwesten sowie Bischdorf im Westen.
Durch Dubrau führt die Kreisstraße 6628 von Vetschau nach Bischdorf. Durch Dubrau führt der Ilse Bergbau-Radweg.
Nördlich von Dubrau liegt der Bischdorfer See.
Geschichte miniatur|Gedenkstein an Stelle des ehemaligen Dorfplatzes Das Gut Dubrau wurde im Jahr 1460 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zum Besitz der Familie von Köckritz. Für 1527 ist der Ortsname Dubraw und für 1591 Duberaw überliefert. 1598 wurde das Dorf an die Adelsfamilie von Schlieben verkauft, die Dubrau bis 1708 in ihrem Besitz hatte. Im Jahr 1797 kam das Gut in Besitz der Familie zu Lynar und wurde somit Teil der Herrschaft Lübbenau. Nach dem 1879 publizierten Generaladressbuch der brandenburgischen Rittergutsbesitzer gehörten zum kreistagsfähigen Rittergut Dubrau 361 ha, davon 59 ha Wald. Vor dem Ersten Weltkrieg umfasste die Größe des Rittergutes Dubrau 351 ha. Dazu gehörten das Vorwerk Kahnsdorf mit 67 ha sowie Vorwerk Kalkwitz mit 262 ha. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie zu Lynar enteignet.
Dubrau liegt im früheren Lausitzer Braunkohlerevier und wurde 1988 Tagebaus Seese-Ost bis auf das Gutshaus und ein weiteres Wohngebäude devastiert. Das Gutshaus wurde 1996 umfangreichen Sanierungsarbeiten unterzogen.
Nach dem Wiener Kongress kam Dubrau zusammen mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen. Am 1. Juli 1950 kam Dubrau zum Kreis Lübben. Am 25. Juli 1952 wurde Dubrau dem neu gebildeten Kreis Calau im Bezirk Cottbus zugeteilt. Am 1. Oktober 1966 wurde Dubrau in die Gemeinde Koßwig eingemeindet. Als Teil von Koßwig gehörte Dubrau nach der Wende vom 21. Juli 1992 bis zum 25. Oktober 2003 zum Amt Vetschau und wurde am 26. Oktober 2003 ein Teil der Stadt Vetschau/Spreewald.
Siehe auch Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier Archiv verschwundener Orte
Literatur Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst/Horno, 2010 Rochus Graf zu Lynar, Lothar Uebel: Die Grafen zu Lynar. Kurze Geschichte einer langen Tradition. Hrsg. Gräflich zu Lynarsche Schlossverwaltung, Satz Susanne Nagel VorSatz-Berlin, Druck Arnold-Großbeeren, Bindung Helm-Berlin, Lübbenau, 2015, 267 S. gesamt, ISBN 978-3-00-050574-4 (s. S. 120 zu Dubrau)
Weblinks
Archiv verschwundener Orte Dubrau/Dubrawa im Archiv verschwundener Orte
Nachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Ort in der Niederlausitz Kategorie:Geographie (Vetschau/Spreewald) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) Kategorie:Wüstung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Ersterwähnung 1460 Kategorie:Wüstung in der Lausitz Kategorie:Abgebaggerter Ort Kategorie:Gemeindeauflösung 1966